Themenserien

MINT: Vorbilder können Mut machen

… aus der MINT-Kolumne "MINT-Fachkräfte – dringend gesucht" von Dr. Ellen Walther-Klaus, Geschäftsfüherin von MINT Zukunft schaffen.

Engagieren Sie sich als MINT-Botschafterin oder MINT-Botschafter, denn Vorbilder können Mut machen, auch für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. MINT-Botschafter tragen dazu bei, dass Schülern und Studenten, insbesondere Mädchen, eine positive Einstellung zu diesen Fächern vermittelt werden.

Die Botschafter sollen ihre MINT-Erfahrung aus Berufen, Berufsbildern von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen, aber auch von Lehrern an Schüler und Eltern weitergeben. Vor allem muss einmal mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, dass Mathematik so schwierig ist und dass man zu den Exoten gehört, wenn man dieses Fach versteht und studiert. Schließlich kann man berühmt werden, ohne auch nur irgendetwas von Mathematik zu verstehen.

Dabei zeigt eine Studie der Stiftung Rechnen, dass nur 20% der Jugendlichen schlechter als ausreichend sind. Man kann auch schreiben: Jeder Fünfte kann nicht rechnen bzw. 4 von 5 sind können rechnen. So leicht lässt sich mit Statistik manipulieren.

Dass es auch anders geht, zeigt Karl-Heinz Nägele: „Mathe ist nicht schwer“ sagt er. Herr Nägele wurde MINT-Botschafter durch Zufall. Der 62-Jährige ist Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik am Königin-Olga-Stift in Stuttgart. Durch sein MINT-Engagement wurde auch der ITK-Branchenverband BITKOM mit erlebe-it auf Herrn Nägele aufmerksam und sie führten einen gemeinsamen Event zur Berufsbildung durch. Dabei erhielten die Schüler einen Überblick über die ITK-Branche, dann präsentierten sich Unternehmen wie IBM, Deutsche Telekom, Software AG und die Duale Hochschule Baden-Württemberg in kurzen Vorträgen, anschließend beantworteten sie Fragen zu Ausbildung und Studium. „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit unseren Bemühungen auf dem rechten Weg sind.“ Am Olga-Stift hätten die Naturwissenschaften in der Wahl der Neigungsfächer einen großen Zulauf. Mathematik ist ohnehin Pflicht. „Viele Schüler denken vermeintlich, Mathematik und Physik seien schwerer als andere Fächer. Was nicht stimmt.“ Diese Disziplinen würden allein andere Denkstrukturen voraussetzen. Als Lehrer arbeitet er daran, diese Strukturen aufzubauen und parallel Vorurteile gegenüber Technik und Naturwissenschaften abzubauen sowie das riesige Defizit an Mathe-Nachwuchs zu verkleinern.

Aus meiner Sicht ist Mathe etwas für „bequeme“ Menschen, Menschen, die sich das Leben leichter machen wollen. Ja, das ist am Anfang schwer zu glauben! Leider erfährt man dies auch manchmal so richtig erst im Studium. Das Studienfach Mathematik hat nämlich wenig mit der Schulmathematik zu tun. Aber wenn man einfach mal durch hält, wird’s was. Galilei hat einmal gesagt, dass Mathe die Sprache ist, in der die Natur geschrieben wurde.

Vergleichen Sie doch einmal Mathe mit Englisch. Auch im Englischunterricht lernen sie nicht nur Konversation zu machen, um sich unterhalten zu können. Das lernen Sie besser durch einen Aufenthalt im Land selbst, aber sie lernen die Regeln der Sprache, ihre Lyrik, ihre Semantik, sie lerne verschiedene Formen der Sprachentwicklung. Und das ist in der Regel ganz selbstverständlich. Die Frage, wozu man das braucht, wird eher selten gestellt.

Mathematik ist das Denken in Modellen, die das Leben erleichtern: Das Kopernikanische Weltbild löste das Ptolemäische ab, nicht etwa weil man Sonnen- und Mondfinsternisse mit dem Ptolemäische nicht berechnen konnte, sondern weil das Kopernikanische in der Anwendung schlichtweg einfacher war.

Oder denken Sie einfach an das Kapitel der Geradengleichungen, die zum Schnitt gebracht werden: y = 2x + 3; y = -x + 0,5. Für die „2“, die“3“, die „-1“ die „0,5“ können Sie alle reellen und irreellen Zahlen einsetzen; aber kann man diese Aufgabe ein für allemal lösen, indem die beiden Gleichungen y = ax + b und y = cx+ d zum Schnitt bringt mit a, b, c, d aus den reellen und irreellen Zahlen.

Mathe macht die Welt handhabbar, wie man sieht. Wenn Sie positive Erlebnisse zum Thema „Mathe“ haben“, machen Sie MUT.

Wenn auch Sie MINT-Botschafterin oder -Botschafter, wie Karl-Heinz Nägele, werden wollen, kontaktieren Sie mich bitte unter info@mintzukunftschaffen. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung und Ihr Engagement.

Ihre  Dr. Ellen Walther-Klaus

 

Zur Person:

Dr. Ellen Walther-Klaus promovierte am Lehrstuhl für mathematische Logik der Ruhr-Uni Bochum. Nach verschiedenen Leitungsfunktionen, unter anderem bei Siemens Nixdorf und der Siemens AG, wechselte sie 2001 zur T-Systems International GmbH. Seit 2007 ist sie Geschäftsführerin von MINT Zukunft schaffen.

Weitere Informationen rund um MINT Zukunft schaffen finden Sie unter www.mintzukunft.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.