Personal

Mit Active Sourcing die besten Talente gewinnen

Im vierten Teil der Themenserie auf AGITANO spricht Fabrice Schmidt, Gründer und Geschäftsführer der mydays GmbH, über Veränderungen im Recruiting-Prozess und über den Erfolg des Active Sourcing im Kampf um die besten Talente.

Am 05. Juni 2014 haben wir bereits mit Fabrice Schmidt über „Mitarbeitermotivation: Positives Arbeitsumfeld schafft mehr Leistungsbereitschaft“, am 18. Juni 2014 über „Employer Branding ist für den Mittelstand entscheidend“ und am 03. Juli 2014 über „Mit Mitarbeiter-Benefits steueroptimiert motivieren“ gesprochen.

 

Interview mit Fabrice Schmidt zu Veränderungen im Recruiting und Active Sourcing

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Bild: © Fabrice Schmidt, mydays GmbH

Herr Schmidt, die Veränderungen bei der Personalgewinnung sind in aller Munde. Beispielsweise ist das Thema „Generation Y“ einhergehend mit dem gefürchteten Fachkräftemangel. Vorab: Spüren Sie diese Veränderungen in ihrem Unternehmen auch?

Der Wandel im Arbeitsmarkt geht natürlich auch an uns nicht spurlos vorbei. Bisher sind wir aber von ernsthaften Problemen bei der Talentsuche verschont geblieben. Dennoch wird es auch für uns zunehmend schwieriger, echte Talente zu gewinnen.

Sie sagen, der Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel. Was genau verändert sich momentan und welche Auswirkungen haben die Veränderungen auf den Recruiting-Prozess?

Momentan ändert sich eine ganze Menge auf dem Arbeitsmarkt. Zum einen natürlich auf der demografischen Seite mit dem möglichen abschlagsfreien Renteneintrittsalter von 63 Jahren. Wenn man von mehreren zehntausend Betroffenen pro Jahrgang ausgeht, kann das durchaus spürbare Auswirkungen haben. Entscheidender ist aber doch die Veränderung bei Berufsanfängern. Ich glaube, dass hier eine noch viel gravierendere Veränderung auf die deutschen Unternehmen zukommen wird, gerade was den Recruiting-Prozess angeht. Die Mehrheit dieser Generation ist anspruchsvoller in ihren Job-Vorstellungen. Es trifft bei weitem nicht auf alle zu, aber viele der Top-Ausgebildeten wissen genau, was sie wollen und was sie von zukünftigen Arbeitgebern fordern können. Oft steht dabei die individuelle Arbeitsplatzgestaltung und Mitbestimmung im Vordergrund. Der Wandel vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt spielt diesen Kandidaten natürlich zusätzlich in die Hände.

Denken Sie, dass dabei unverhältnismäßige Ansprüche gefordert werden?

Nein, sicherlich nicht. Denn es geht den meisten ja, anders als bei früheren Generationen, nicht automatisch um mehr Geld oder den Firmenwagen, sondern um eine individuellere Gestaltung des Jobs. Und das sind berechtigte Anforderungen, auf die Unternehmen entsprechend reagieren müssen. Freizeitgestaltung und Privatleben haben einen anderen Stellenwert als früher und sind der nachkommenden Generation sehr wichtig. Das Büro ist nicht der einzige Mittelpunkt des Lebens, man will sich in allen Bereichen verwirklichen und definiert sich nicht nur über den Beruf. Natürlich wollen und müssen auch sie Leistung bringen, das ist keine Frage, aber eben nicht mehr zwangsläufig von neun bis fünf vom Schreibtisch aus.

Kann Active Sourcing, beispielsweise über Social Media Kanäle, Firmen dabei helfen, diese neuen Mitarbeiter zu gewinnen?

Active Sourcing ist ein valider Ansatz. Davon bin ich überzeugt. Wieder spielt hier das Alter der potentiellen Bewerber eine Rolle. Diese Generation ist mit dem Internet aufgewachsen und nutzt alle Arten von Online-Kanälen. Es liegt doch auf der Hand, dass man diese Generation auch in dem für sie natürlichstem Medium abholt. Beispielsweise hat der Active Sourcing Report 2013 vom Institute for Competitive Recruiting in Heidelberg ergeben, dass heute bereits eine von zehn Stellen über die sozialen Netzwerke besetzt wird. Active Sourcing ist damit auf Platz drei der Einstellungsquellen gerückt. Viel interessanter ist aber die Tatsache, dass Arbeitgeber zukünftig mehr Geld für das Recruitment im Bereich Social Media Netzwerke und für Mitarbeiterempfehlungen ausgeben wollen.

Mitarbeiterempfehlungen aufgrund einer positiven Arbeitgebermarke. Ist das etwas, das Sie mit ihren Firmenkunden auch besprechen?

Natürlich ist das ein positiver Nebeneffekt. Wenn wir mit unseren Kunden über Mitarbeitermotivation und Employer Branding sprechen und im Anschluss Maßnahmen umsetzen, fordert der Kunde auch die Chance auf Empfehlungen aus den eignen Reihen. Hier können zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Zum einen investiere ich als Unternehmer in ein positives Arbeitgeberimage und zum anderen tue ich etwas für das Recruiting. Habe ich als Firma genau diese schwierigen oder anspruchsvollen Kandidaten gewonnen und erhalte durch sie wieder neue potentielle Bewerber, ist das Ziel erreicht. Damit können zukünftige Probleme bei der Mitarbeitergewinnung reduziert oder gar vollständig umgangen werden.

Ist also das Active Sourcing ein Allheilmittel gegen den Fachkräftemangel?

Nein, denn es gibt durch Active Sourcing ja nicht mehr Nachwuchskräfte. Für jede Stelle kann man eben nur mit einer bestimmte Anzahl an potentiellen und vor allem geeigneten Bewerbern rechnen. Was aber das Active Sourcing in Kombination mit anderen Employer Branding-Maßnahmen schaffen kann, ist der entscheidende Vorteil gegenüber dem Mitbewerber und damit am Ende auch das Erreichen der eigenen Unternehmensziele.

Vielen Dank Herr Schmidt für das interessante Gespräch rund um Veränderungen im Recruiting und Active Sourcing.

Das Interview mit Fabrice Schmidt, Geschäftsführer der mydays GmbH, führte Oliver Foitzik (Herausgeber des Wirtschafts- und Mittelstandsmagazins AGITANO).

 

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Bild: © Fabrice Schmidt, mydays GmbH

Über Fabrice Schmidt

Gerade die Themen Personalmarketing und Mitarbeitermotivation werden bei Fabrice Schmidt großgeschrieben. Nachdem die von ihm gegründete Firma mydays mittlerweile über 80 Mitarbeiter zählt, stellte Schmidt fest, dass für viele der Angestellten ein angenehmes Arbeitsklima, nette Kollegen und anspruchsvolle Tätigkeiten weit wichtiger sind als monetärer Ausgleich. Gerade Teambuilding-Events und weitere außerbetriebliche Aktivitäten stehen für das gesunde Betriebsklima der mydays GmbH an erster Stelle. So sollen die Mitarbeiter das Produkt selbst erleben und bekommen regelmäßig die Möglichkeit, Erlebnisse selbst zu testen. Der Schenkexperte Fabrice Schmidt hat den Trend, Zufriedenstellung und Motivation von Mitarbeitern zu erhöhen, erkannt und sich dem Motto „Erfolg aus Emotion“ verschrieben. Die Begeisterung der eigenen Mitarbeiter über originellere Formen der Wertschätzung führte ihn zu dem Entschluss, auch den Geschäftskundenbereich weiter auszubauen und anderen Unternehmen die Möglichkeit zu geben, Mitarbeiter und Management mit kreativen Geschenken zu motivieren.

Mehr zu seiner Person finden Sie auf dem Expertenprofil von Fabrice Schmidt und unter b2b.mydays.de.

Oliver Foitzik

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