Neue Medien

Mit Microsoft und der Xbox One in den Überwachungskonsum

Zuhause kann es immer noch am Schönsten sein. Nichts gegen ausgedehnte Reisen, Abenteuer in der Ferne oder der Besuch bei Freunden. Aber dennoch zieht es den Menschen immer wieder zurück auf die eigene Couch. Und dort bekommen Sie bald Gesellschaft.

Microsoft hat nämlich die nächste Generation seiner Spielkonsole Xbox One vorgestellt. Diese unterscheidet sich äußerlich nicht sonderlich von ihren Vorgängermodellen, aber im Inneren geht es dagegen sehr hoch her. Denn hier regiert Microsofts Kinect und dieses Gerät wurde von Microsoft zusammen mit der Firma PrimeSense entwickelt. Spieler können damit anstatt mittels herkömmlicher Gamepads allein durch Körperbewegungen die Software bedienen. Aber Kinect kann noch viel mehr. Es kann nämlich in Ihr Wohnzimmer schauen. Es kann sehen, wann und für wie lange Sie auf der Couch sitzen, wann Sie sich ein Bier holen, wann Sie mit dem Finger die eigene Nase durchforsten oder wie sich Ihre Stimmung ändert. Denn Kinect verfügt neben einer leistungsfähigen Gesichtserkennung, die auch in dunklen Räumen hervorragende Ergebnisse erzielt, auch über die Eigenschaft Ihren Gesichtsausdruck zu analysieren.

Willkommen zur Abgabe Ihrer Daten

Nun werden Sie fragen, warum sollte sich eine Spielkonsole oder sonst irgendjemand bei Microsoft für meinen Gesichtsausdruck interessieren? Ganz einfach: Die neue Xbox ist nämlich nicht nur eine Spielkonsole – sie ist ein Alleskönner. Nutzer können Filme, Fernsehen, Musik und Spiele konsumieren und mittels integriertem Skype mit Freunden telefonieren. Und hier lautet das Zauberwort ‘konsumieren‘. Kinect wird Sie bei jedem Angebot genauestens unter die Lupe nehmen und gleichzeitig bewerten, wie Sie auf das entsprechende Produkt auf Ihrem Screen reagieren. Klingt irgendwie nach Marktforschung, oder? Auf die Frage nach eben jenen Marktforschungsmöglichkeiten der neuen Xbox One antwortete Phil Spencer, Leiter der Microsoft-Studios für Spielentwicklung, mit Beispielen: „Worauf reagieren die Zuschauer? Wen mögen Sie? Welche Handlungsstränge sollte man ausbauen?“ Das, sagt Spencer „ist der Schlüssel zu unserer Vorstellung der Evolution des Fernsehens: Die Grenzen zwischen dem Zuschauer und dem Schöpfer werden niedergerissen.“ Klingt nach einem Paradies für Überwachungskolosse wie die Gema, oder?

Was ist die Alternative?

Eine Alternative zur Xbox One ist nicht in der Diskussion. Denn die Xbox ist noch nicht auf dem Markt und es kann sich noch viel ändern. Außerdem wird ja niemand gezwungen dazu gezwungen das Gerät zu benutzen. Schließlich stehen dem modernen Menschen eine Vielzahl möglicher Hobbies zur Verfügung: Fangen Sie an Briefmarken zu sammeln, besuchen Sie einen Kochkurs, schnappen Sie sich Ihre Kamera und schießen Sie ein paar Bilder, bestellen Sie sich die eigenen Bilder und verschönern Sie ihr Wohnzimmer. Die Möglichkeiten sind endlos, um auch ohne Xbox eine schöne Zeit zu verbringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.