Energiepolitik

Mit Ökostrom zu höheren Unternehmensgewinnen: Corporate Social Responsibility

Laut einer Analyse der Unternehmensberatung A.T. Kearney erweisen sich reine Ökostromanbieter zunehmend als Gewinner der Strommarktliberalisierung. Unabhängige Anbieter drängen unvermindert stark in den vielversprechenden Markt und machen den etablierten Energieversorgern zunehmend Konkurrenz.

Die Anzahl der unabhängigen Stromanbieter hat sich von 25 im Jahr 2009 auf 50 bis zum Jahreswechsel 2011/2012 verdoppelt. „Im deutschen Strom- und Gasmarkt gibt es mehr Anbieter als je zuvor“ so Hanjo Arms, Partner bei A.T. Kearney und Autor der Studie. Als eine Folge davon wächst auch die Anzahl der Zweitmarken sowie der Tarife und Angebote überproportional: Im Jahr 2011 sind insgesamt 470 neue Strom- und 405 neue Gastarife in Deutschland hinzugekommen. 36 Prozent der angebotenen Tarife im Strombereich stammen aus dem Ökosegment, so dass A.T. Kearney hier bereits von einem etablierten Massenmarkt spricht.

Register mit Herkunftsnachweisen für Ökostrom

Das Umweltbundesamt (UBA) hat nun Anfang 2013 ein Register mit Herkunftsnachweisen für Ökostrom (HKNR) gestartet. Die Herkunftsnachweise bestätigen den Verbrauchern, dass der Strom auch tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt. Das HKNR überwacht somit die Vermarktung regenerativ erzeugten Stroms, um unter anderem auch eine Doppelvermarktung auszuschließen. Weitere Informationen zum neuen Register für Ökostrom finden Sie unter www.hknr.de und www.umweltbundesamt.de/energie/hknr/index.htm.

Corporate Social Responsibility – gesellschaftliche Unternehmensverantwortung

Corporate Social Responsibility (CSR), also gesellschaftlich verantwortliches Handeln, wird für Unternehmen immer wichtiger: Denn was die zunehmend mündigen Verbraucher fordern, wird auch angeboten – somit besitzt das, was sinnvoll für die Gesellschaft und die Umwelt ist, auch einen wirtschaftlichen Nutzen für die Unternehmen. Es geht einerseits um das Image bei den Verbrauchern, die Kundenbindung, das Stärken der Marke, das Besetzen des Marktes für nachhaltig erzeugte Produkte und daher nicht zuletzt auch um die Kommunikation mit den Stakeholdern.

Rund 64% der deutschen Unternehmen verfügen über eigene CSR-Programme und engagieren sich somit aktiv für die Gesellschaft. Insgesamt gaben deutsche Unternehmen dafür im Jahr 2011 rund 11 Milliarden Euro aus. Interessant ist dabei, dass kleinere Firmen relativ am Umsatz betrachtet mehr für ihr soziales Engagement ausgeben als Großunternehmen: 45% der Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern gaben mindestens 0,3% ihres Umsatzes für bürgerschaftliches Engagement aus. Dagegen gaben nur 16% der großen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern diesen Anteil für ihre CSR-Programme aus. Fast 90% der Unternehmen konzentrieren ihr CSR-Engagement ortsbezogen auf das direkte Umfeld ihres Standorts.

Allerdings steckt die unternehmerische Sozialverantwortung immer noch vergleichsweise am Anfang: Laut einer Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) beklagen mehr als die Hälfte der Unternehmen, dass ihnen hierzu die nötigen Informationen fehlen würden.

Ökologischer Gewerbestrom

Ein Beispiel für nachhaltiges Handeln im Sinne der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung ist ökologischer Gewerbestrom für die Betriebe und Unternehmen – und mit dem proaktiven Handeln lässt sich zudem auch noch Geld einsparen: Bereits im laufenden Jahr 2013 wird Solarstrom günstiger sein als Haushaltsstrom. Durch die verdeckten Förderung und neuen Kosten aufgrund der ungelösten Atommülllagerung und dem Rückbau der AKWs wird Atomstrom immer teurer. Gleiches gilt aufgrund der Klimafolgekosten (CO2-Emissionshandel) für Kohlestrom. Erdgas wiederum ist genauso wie Erdöl ein endlicher Energieträger, der stetig teurer wird und zudem auch noch importiert werden muss, also volkswirtschaftlich betrachtet zu einem Abfluss von Geldmitteln in der Größenordnung von rund 80 Milliarden Euro pro Jahr führt. Lediglich die Erneuerbaren Energien werden aufgrund der fortschreitenden Technologie immer günstiger.

Unternehmen können mit Ökostrom also doppelt gewinnen: Erstens schwenken sie auf eine nachhaltige und auf längere Sicht preiswertere Stromversorgung um, zum anderen engagieren sie sich gesellschaftsbewusst und können damit beim Verbraucher punkten.

So wollen laut dem IHK-Energiewende-Barometer 2012 auch immer mehr Betriebe ihr eigener Stromlieferant sein. Jedes dritte Unternehmen setzt sich derzeit mit den Möglichkeiten auseinander, selbst Strom zu erzeugen.Unabhängigkeit und Marketing, Ökologie und Ökonomie gehen hier Hand in Hand. Sollten Sie derartige Investitionen jedoch (noch) scheuen, dann finden Sie hier echten Ökostrom.

Bild: www.solarwirtschaft.de
Bild: www.solarwirtschaft.de

(mb)

Marc Brümmer

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