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Mitarbeitergeschenke richtig eingesetzt

Mitarbeitergeschenke, ob zu Weihnachten oder zu einem anderen Anlass, können einen entscheidenenden Anteil zur Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung im Unternehmen beitragen. Im sechsten Teil der Themenserie spricht Fabrice Schmidt, Gründer und Geschäftsführer der mydays GmbH, über Mitarbeitergeschenke zu Weihnachten, welchen positiven Effekt dies auf die Mitarbeiter hat, auf was es ankommt und wie Unternehmen davon profitieren können.

Am 05. Juni 2014 haben wir bereits mit Fabrice Schmidt über “Mitarbeitermotivation: Positives Arbeitsumfeld schafft mehr Leistungsbereitschaft“, am 18. Juni 2014 über “Employer Branding ist für den Mittelstand entscheidend”, am 03. Juli 2014 über “Mit Mitarbeiter-Benefits steueroptimiert motivieren”, am 21. Juli 2014 über “Mit Active Sourcing die besten Talente gewinnen” und am 04. August 2014 über „Mit Teambuilding das WIR-Gefühl stärken“ gesprochen.

 

Interview mit Fabrice Schmidt zum Thema Mitarbeitergeschenke

Herr Schmidt, wir sind noch mitten im Hochsommer und unterhalten uns schon über Mitarbeitergeschenke und Weihnachten. Ist das nicht etwas verfrüht?

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Mitarbeitergeschenke zu Weihnachten oder einem anderen Anlass tragen maßgeblich zur Mitarbeitermotivation und -bindung bei (Bild: © Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

Nein, absolut nicht. Jeder weiß doch sicher auch aus dem Privatbereich, dass ein Weihnachtsfest, besonders das Aussuchen von Geschenken, nicht ganz ohne Planung funktionieren kann. Geschenke, mit denen man anderen Menschen wirklich eine Freude machen kann, sind immer durchdacht, kreativ und persönlich – und selten das Präsent, dass man an Heiligabend am Vormittag in der letzten Minute im Kaufhaus erkämpft hat. Und wenn wir vom Privatbereich reden, besorgen wir ja meist nur Geschenke für eine begrenzte Anzahl von Menschen, innerhalb der Familie oder dem Freundeskreis. Die sind darüber hinaus die Menschen, denen wir am nächsten stehen, was die Suche nach dem perfekten Geschenk erleichtern sollte. Und dennoch kennt jeder von uns den Stress vor Weihnachten, wenn noch nicht alle Präsente besorgt wurden. Ein Unternehmen muss dagegen eine höhere Anzahl von Mitarbeitern glücklich schenken bzw. an sich binden. Deswegen zahlt sich hier eine frühzeitige Planung extrem aus.

In vielen Unternehmen wird anstatt eines Sachgeschenks das traditionelle Weihnachtsgeld zusätzlich zum Gehalt gezahlt. Freuen sich denn Mitarbeiter nicht über einen monetären Zuschuss?

Klar, wer freut sich nicht darüber, wenn das Konto einen zusätzlichen Schub erhält? Moderne Unternehmen sollten jedoch weiter denken. Was möchte man mit einem Geschenk erreichen? Oberstes Ziel eines Unternehmens ist, mit dem Geschenk die Mitarbeiterbindung zu fördern. Weihnachtsgeld freut die Mitarbeiter sicher, doch was passiert dann mit dem Geld? Es kommt auf das Konto und wird nach und nach zur regulären Haushaltskasse, über die nächsten Wochen bezahlt man damit seine Einkäufe im Supermarkt. Eine besondere Bindung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erzeugt man damit sicher nicht. Selbst wenn der Mitarbeiter das Geld nutzt, um damit etwas zu kaufen, auf das er schon länger spart, wird er später nicht jedes Mal, wenn er seinen neuen Flachbild-TV anschaltet denken: „Den hat mir mein Arbeitgeber geschenkt.“ Das Weihnachtsgeld wird nicht umsonst auch als 13. Monatsgehalt bezeichnet. So setzt es sich auch in den Köpfen der Mitarbeiter fest – als Gehalt, nicht als Geschenk. Damit geht das Besondere verloren. Ich denke, dass Unternehmen, die ausschließlich Weihnachtsgeld zahlen, das Potential dessen, was ein persönliches Geschenk ausdrückt und bewirkt, unterschätzen. Wir haben in den letzten Wochen oft über Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung gesprochen, die gleichen Prinzipien greifen auch hier wieder. Besondere Mitarbeitergeschenke erzeugen Emotionen. Der Arbeitgeber wird in einem positiveren Licht gesehen. In den letzten Jahren sehen wir bei vielen Firmen ein Umdenken, rein von der monetären Anerkennung zu anderen Formen der Wertschätzung. Aber auch hier gibt es noch einige Stolperfallen, die Unternehmen im Blick haben sollten.

Was genau sind diese Stolperfallen bei der Auswahl von Sachgeschenken zu Weihnachten?

Die Gefahr besteht darin, dass ein schlecht ausgewähltes und lieblos zusammengestelltes Sachgeschenk genauso unpersönlich sein kann, wie ein Geldgeschenk. Unternehmen sollten sich bei der Auswahl deswegen Zeit lassen und wirklich individuell die Wünsche und Bedürfnisse Mitarbeiter im Auge behalten. Mitarbeitergeschenke sind immer etwas Persönliches. So sollte es auch bei einem Geschenk von Arbeitgeber zu Arbeitnehmer sein.

Wo genau sehen Sie die Potentiale persönlicher Mitarbeitergeschenke?

Besondere Mitarbeitergeschenke, sei es für engagierte Leistungen oder zu speziellen Anlässen wie Weihnachten, zeugen von besonderer Wertschätzung und Anerkennung der geleisteten Arbeit. Das Engagement der Mitarbeiter ist das Rückgrat jedes Unternehmens, deswegen sollte diese Leistung entsprechend gewürdigt werden. Man sollte sich frühzeitig überlegen, was man mit dem Geschenk eigentlich erreichen möchte. Haben die Mitarbeiter einer Abteilung besonders gute Leistungen erzielt und sollen deswegen belohnt werden? War es für manche Mitarbeiter im letzten Jahr besonders anstrengend, so dass Mitarbeitergeschenke sie wieder neu für die nächsten Aufgaben motivieren sollen?

Mit einem persönlichen Geschenk wird immer eine klare Botschaft transportiert. Ist diese erst einmal definiert, wird auch die individuelle Auswahl leichter. So kann man Mitarbeitern, die im nächsten Jahr neue Aufgaben übernehmen müssen, auf einen kurzen Fortbildungskurs in einer anderen Stadt schicken, inklusive Hotelaufenthalt mit Spa-Behandlung etwa. Einer Abteilung, die viele neue Mitarbeiter hat oder die erst kürzlich entstanden ist, schenkt man stattdessen vielleicht ein gemeinsames Event, wie Paintball oder Rafting. Ein gemeinsam erlebtes Geschenk bleibt lange in den Köpfen der Mitarbeiter hängen, es stärkt gleichzeitig den Teamgeist und verbessert die interne Kommunikation der neu zusammengekommenen Abteilung. Das wirkt sich natürlich wiederrum positiv auf die Arbeitsleistung und damit auch auf die Erfolge des Unternehmens aus.

Was müssen Unternehmen noch beachten, um Mitarbeitergeschenke zu Weihnachten als Tool für Mitarbeitermotivation und -bindung einzusetzen?

Die Schlüsselwörter sind persönlich und individuell, und so sollten auch die jeweiligen Mitarbeitergeschenke ausgewählt werden. Aber damit alleine ist es noch nicht getan. Persönlich und individuell sollte auch bei der Übergabe des Geschenks im Mittelpunkt stehen. Ein Standardgeschenk für alle, das sich der Mitarbeiter auf der Weihnachtsfeier dann gemeinsam mit seiner Jacke an der Garderobe abholen kann, finde ich furchtbar. Weihnachten sollte doch nicht wie eine Vertriebsmesse gehandhabt werden. Stattdessen kann jeder Arbeitgeber die Schenksituation mit einem emotionalen Moment koppeln und damit die Übergabe mit dem Dank des Mitarbeiters verbinden. Man geht von Tisch zu Tisch, drückt jedem Mitarbeiter die Hand, sagt ein paar nette Worte und übergibt das Präsent selbst. Ich bin mir sicher, dass sich die Mitarbeiter dadurch nicht nur über die Mitarbeitergeschenke freuen, sondern auch über die entgegengebrachte Wertschätzung. Übersteigt das Unternehmen eine gewisse Mitarbeitergröße, wird dies natürlich schwieriger. Und auch hier kann die Übergabe etwa von den Leitern der einzelnen Abteilungen übernommen werden. Je persönlicher, desto emotionaler und umso höher die Begeisterung der Mitarbeiter für das Unternehmen. Und daraus ergeben sich wiederum Schübe für die Motivation und Bindung der Mitarbeiter. Das richtige Weihnachtsgeschenk ist nicht nur eine kurzfristige Aufmerksamkeit, richtig angewandt und ausgewählt ist es eine Investition, die der Firma langfristig zu Gute kommt.

Vielen Dank Herr Schmidt für das interessante Gespräch zum Thema Mitarbeitergeschenke zu Weihnachten und deren Bedeutung hinsichtlich Mitarbeitermotivation und -bindung an das Unternehmen.

Das Interview mit Fabrice Schmidt, Geschäftsführer der mydays GmbH, führte Oliver Foitzik (Herausgeber des Wirtschafts- und Mittelstandsmagazins AGITANO).

 

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Bild: © Fabrice Schmidt, mydays GmbH

Über Fabrice Schmidt

Gerade die Themen Personalmarketing und Mitarbeitermotivation werden bei Fabrice Schmidt großgeschrieben. Nachdem die von ihm gegründete Firma mydays mittlerweile über 80 Mitarbeiter zählt, stellte Schmidt fest, dass für viele der Angestellten ein angenehmes Arbeitsklima, nette Kollegen und anspruchsvolle Tätigkeiten weit wichtiger sind als monetärer Ausgleich. Gerade Teambuilding-Events und weitere außerbetriebliche Aktivitäten stehen für das gesunde Betriebsklima der mydays GmbH an erster Stelle. So sollen die Mitarbeiter das Produkt selbst erleben und bekommen regelmäßig die Möglichkeit, Erlebnisse selbst zu testen. Der Schenkexperte Fabrice Schmidt hat den Trend, Zufriedenstellung und Motivation von Mitarbeitern zu erhöhen, erkannt und sich dem Motto „Erfolg aus Emotion“ verschrieben. Die Begeisterung der eigenen Mitarbeiter über originellere Formen der Wertschätzung führte ihn zu dem Entschluss, auch den Geschäftskundenbereich weiter auszubauen und anderen Unternehmen die Möglichkeit zu geben, Mitarbeiter und Management mit kreativen Geschenken zu motivieren.

Mehr zu seiner Person finden Sie auf dem Expertenprofil von Fabrice Schmidt und unter b2b.mydays.de.

Oliver Foitzik

Ein Kommentar zu “Mitarbeitergeschenke richtig eingesetzt

  1. Ich finde gerade bei Geschenken für besondere Leistungen muss man aufpassen. Das kann auch zu Eifersucht unter den Mitarbeitern führen – da sich andere Vielleicht ungerecht behandelt fühlen.

    Aber Weihnachten oder auch Geburtstag finde ich das voll Oke. Da kann auch die Belegschaft dem Chef mal was schenken.

    lg

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