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Mithilfe Ihres Klang-Körpers Botschaften unterstreichen

… aus der neuen wöchentlichen Themenserie „Sprechen wie der Profi – Eine Themenserie rund um den Brustton der Überzeugung“ mit der Stimm- und Sprechtrainerin, Business Coach und Rednerin Dr. Monika Hein. Heute Teil 1: „Sprechen und der Körper – Wie Sie Ihren Klang-Körper einbeziehen, um Botschaften zu unterstreichen“.

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Botschaften klar und stimmig vermitteln

Stimme, Stimmtraining
Der erste Regler,um Botschaften zu unterstreichen, heißt Körperaktivität. (Bild: Tim Reckmann / pixelio.de)

Immer wieder ernte ich amüsante Reaktionen, wenn ich mich als Stimm- und Sprechtrainerin vorstelle. Sätze wie „Oh, jetzt muss ich deutlich sprechen“, oder „Jetzt sag ich lieber nichts mehr“ sind keine Seltenheit. Zwar sind sie meist nur halbwegs ernst gemeint, tatsächlich kennt kaum einer die Möglichkeiten, die wir haben, um unsere Botschaften klar und stimmig zu vermitteln. Im Gespräch fällt der Begriff Logopädie. Einige verweisen auf eine besonders markante oder „schöne“ Stimme, die sie aus Funk und Fernsehen kennen.

In jedem Fall geht es in solchen Gesprächen um das sogenannte richtige oder schöne Sprechen, wie wir es mit unserem Mundwerk formen können. Dabei haben wir naturgegeben noch viel mehr Mittel, die wir einsetzen können. Unser ganzer Körper ist dafür verantwortlich, wie wir klingen. Ich benutze die Metapher des Mischpults als Werkzeug, um stimmliche Facetten deutlich zu machen. Mein erster Regler heißt Körperaktivität.

Wir vergessen unseren Körper

Vielen Menschen erscheint es logisch, dass ein Instrument einen Klangkörper besitzt. Eine Geige oder ein Cello ohne Korpus wären sinnlos. Ein Flügel nimmt mit seinem Körper offensichtlich einen großen Raum ein. Wir Menschen aber vergessen unseren Körper beim Thema „Sprechen“. Dabei spricht der Körper immer mit, Körpersprache ist unmittelbar hörbar. Wir können hören, ob jemand aktiv durch einen Raum läuft, während er telefoniert oder ob er dabei schlaff in einem Sessel hängt. Wir erkennen, ob ein Radiosprecher am Mikrofon gestikuliert oder still sitzt. Nicht ohne Grund gibt es die Redensart „mit Händen und Füßen sprechen“.

Im Synchronstudio übernehmen wir, manchmal nur angedeutet, die Bewegungen des Schauspielers, um auch in der Synchronversion zu klingen wie das Original. Wir vollziehen nach, ob der Schauspieler sich in einer Szene beim Sprechen ächzend hinsetzt oder ob er zum Auto hetzt. Oder ob er entspannt beim Rotwein am Kamin sitzt. Sprechprofis setzen ihren ganzen Körper ein, um situativ stimmig zu klingen. Und das können Sie auch. Fragen Sie sich einmal, welche Aktivität hörbar ist, wenn Sie reden. Wie aktiv sprechen Sie? Achten Sie einmal darauf, wie emsig Sie Ihre Hände beim Sprechen einsetzen, wie viel Bewegung Ihre Aussagen unterstreicht. Und fragen Sie sich, ob diese Aktivität zu Ihrem Inhalt passt.

Sie werden den Unterschied deutlich hören

Mein Tipp: Wenn Sie sprechen wollen wie ein Profi, dann nutzen Sie Ihren Körper als Verstärker. Richten Sie sich beim Sprechen auf, wenn Sie sich für eine Sache stark machen. Überprüfen Sie, ob Ihr Sprechen aus dem Bauch heraus kommt, ob der sich beim Atmen und Sprechen bewegt.

Um den Körpereinsatz beim Sprechen zu üben, arbeiten Sie am besten mit einem Partner. Einer schließt dabei die Augen, der andere spricht: eine kleine Weile ohne Gestik, dann setzt er ein kraftvolles Körperspiel ein. Sie werden den Unterschied deutlich hören. Der Körper spricht immer mit.

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Sprechen wie der Profi
Dr. Monika Hein (Foto: © Romanus Fuhrmann)

Über Dr. Monika Hein

Dr. Monika Hein ist Rednerin, Stimm- und Sprechtrainerin, Business Coach und Trainerin (dvct) sowie Sprecherin in Funk und TV. Sie trainiert seit 2004 Führungskräfte, Kundenberater, Anwälte, Notare, Verkäufer, Moderatoren, Schauspieler, Dolmetscher, kurz gesagt, all diejenigen, die beruflich auf den Einsatz ihrer Stimme angewiesen sind. Sie verhilft Menschen zu einem klaren Ausdruck, mit dem sie sich stark und sicher fühlen.

Im März 2014 ist ihr Buch „Sprechen wie der Profi – Das interaktive Training für eine gewinnende Stimme“ im Campus Verlag erschienen.

Christoph Schroeder

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