Wirtschaft

Mittelständische Logistiknetzwerke auf Augenhöhe mit Großkonzernen:

1982 hatten mittelständische Logistikunternehmen erstmals ein deutsches Logistiknetzwerk gegründet, um das eigene regionale Transportgeschäft an den überregionalen Markt anbinden zu können. Seit der Gründung von IDS Logistik folgten bis heute 37 Kooperationen mittelständischer Logistikunternehmen in Deutschland. Laut einer Studie des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV) können diese Netzwerke mit den Großkonzernen auf Augenhöhe konkurrieren: Der Großkonzern Dachser erwirtschaftete 2009 im nationalen Transportgeschäft einen Umsatz von 783 Mio. Euro, das Netzwerk IDS lag mit 1,05 Mrd. Euro deutlich darüber. Ein Logistiknetzwerk handelt die Verträge und Konditionen zwischen den Mitgliedsunternehmen aus. Die Speditionsfirmen können sich ihrerseits wiederum besser auf eine oder wenige Regionen sowie den entsprechenden Firmen konzentrieren. Dabei kann der Kunde von Logistiknetzwerken nicht nur Leistungen wie Transport oder Verpackung erhalten, sondern kann auch jederzeit den Weg seiner Ware verfolgen. Um Löcher in dem Netzwerk zu vermeiden – beispielsweise durch Übernahmen oder existentielle Krisen – haben die Logistikkooperationen ein eigenes Risikomanagement entwickelt. Bei einer schwierigen finanziellen Situation werden die Mitgliedsunternehmen von der Zentrale beraten. 2006 hatte der Cargoline-Netzwerkpartner KM Logistik in Köln Insolvenz angemeldet. Das Netzwerk übernahm das Unternehmen daraufhin vorübergehend aus den Mitteln eines Fonds und verkaufte es anschließend weiter. So konnte KM dem Netzwerk erhalten bleiben.

Die Logistikbranche rangiert (gemessen am Umsatz) hinter der Automobilindustrie und der Pharmaindustrie zusammen mit dem Maschinenbau auf Platz drei in Deutschland. Der Wirtschaftszweig wird im laufenden Jahr 2010 mit rund 210 Mrd. Euro rund 10 Mrd. Euro mehr umsetzen als 2009 und dabei beinahe wieder das Auftragsniveau von 2008 erreichen. Knapp die Hälfte des Umsatzes der derzeit rund 2,6 Millionen Beschäftigten entfällt auf externe Dienstleister, die andere Hälfte setzen unternehmenseigene Logistiker um.

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