Management

Mittelständler können sich gegen Mitarbeiterkriminalität versichern

Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfer KPMG haben in den zurückliegenden Jahren bei rund einem Drittel der mittelständischen Unternehmen Mitarbeiter wertvolle Daten oder Produkte gestohlen. Besonders bei betriebswichtigem Know-how und spezialisierten Produkten kann es für die Unternehmen schnell teuer werden. Rüdiger Birkental, Partner bei KPMG: „Viele Mittelständler bieten einige wenige hoch spezialisierte Produkte an, bei denen sie einen großen Technologievorsprung gegenüber ihren Konkurrenten haben. Wenn dieses Wissen entwendet wird, kann das den gesamten Betrieb gefährden.“ Zwar gibt es die Möglichkeit, sich gegen Mitarbeiterkriminalität wie Betrug, Korruption und Unterschlagung zu versichern, allerdings machen mit rund zehn Prozent die wenigsten Mittelständler davon Gebrauch. Dabei zahlen die Versicherer je nach Modell sogar den Gewinn, der dem Unternehmen wegen des Diebstahls beispielsweise einer Neuentwicklung entgeht. Um die Angebote noch attraktiver zu gestalten, erweitern viele Versicherer auch die Leistung, so dass auch Schäden durch Dritte abgedeckt werden, wie beispielsweise durch einen Hackerangriff auf den Firmencomputer.

Laut einer anderen aktuellen Studie der KPMG Schweiz ist der typischer Wirtschaftskriminelle im übrigen in 87 Prozent der Fälle männlich, arbeitet zu 82 Prozent in einer führenden Position (meistens im Finanzbereich oder Vertrieb) und ist zu 76 Prozent zwischen 36 und 55 Jahre alt. Knapp zwei Drittel sind langjährige Mitarbeiter, die bereits mindestens fünf Jahre im Unternehmen arbeiten, ein Drittel sogar schon über zehn Jahre. Zusammengefasst heißt das, der typische Wirtschaftskriminelle ist stark karriere- und erfolgsorientiert, entscheidungsfreudig und sozial hervorragend in das Unternehmen integriert, zudem ist er extrovertiert, unbescholten und überdurchschnittlich gebildet. 53 Prozent der Täter stammen aus diesen höheren Hierarchieebenen, also der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat. Zumeist gönnen sie sich einen zu teuren, luxeriösen und extrovertierten Lebensstil, oder fühlen sich für ihre Leistungen unterbezahlt. Die häufigsten Tatbestände sind Veruntreuung von Vermögenswerten und Beschaffungskriminalität (43 Prozent der untersuchten Fälle), das Fälschen von Zahlen im Finanzreporting sowie bei Rechnungen, um sich persönliche finanzielle Vorteile zu verschaffen, sowie die Annahme von Bestechungsgeldern für zu teure Rechnungen und die geheime Preisabsprachen zwischen Lieferanten.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte also auf Frauen sowie auf weniger extrovertierte Angestellte setzen.

(mb)

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