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Mobbing: So wehren Sie sich gegen das Unrecht am Arbeitsplatz

Faust mit Holzring und der Aufschrift i am bad ass in Grossaufnahme Leute die Mobbing betreiben geben sich allerdings selten derart offensichtlich zu erkennen

In einem Punkt scheint die Gleichberechtigung in der Arbeitswelt angekommen zu sein. Für Männer und Frauen ist das Risiko, Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz zu werden, gleichermaßen hoch. Das zeigen Ergebnisse aktueller Studien der Universitäten Aarhus und Kopenhagen aus denen die europäische Nachrichtenagentur Pressetext zitiert.* Im Folgenden zeigen wir auf, wie unterschiedlich Männer und Frauen mit diesem Problem umgehen und wie sie sich erfolgreich zur Wehr setzen können.

Mobbing: Männer wollen sich „durchbeißen“, Frauen greifen zu Antidepressiva

Für die eingangs erwähnte Studie befragten die Universitäten Aarhus und Kopenhagen über 3.000 Arbeitnehmer öffentlicher und privatwirtschaftlicher Organisationen. Sieben Prozent gaben an, dass sie im Laufe ihres Beruflslebens mindestens einmal Mobbing ausgesetzt waren beziehungsweise, dass sie es immer noch sind. 43 der Betroffenen waren Männer. Das zeigt, dass das Problem beide Geschlechter gleichermaßen betrifft. Der Unterschied liegt darin, wie sie versuchen, dem Phänomen Heer zu werden.

So neigen, den Untersuchungsergebnissen zufolge, die Frauen dazu, zu Antidepressiva zu greifen oder sich in lange Krankenstände zu flüchten. Männer dagegen versuchen, sich durchzubeißen: „Männer, die gemobbt werden, gehen […] zur Arbeit, obwohl sie [..] krank sind“, kommentiert Tine Mundbjerg Eriksen, Wirtschaftsprofessorin in Aarhus, die Studienergebnisse. Dieses Verhalten ist allerdings alles andere als löblich. Denn, wie die Studie zeigt, scheiden männliche Mobbingopfern jedoch doppelt so häufig aus dem Arbeitsmarkt wie ihre weiblichen Leidensgenossinnen.

So setzen Sie sich gegen Mobbing am Arbeitsplatz zur Wehr

Beim Thema Mobbing am Arbeitsplatz steht jeder in der Pflicht. Schon aus juristischen Gründen. So hat der Arbeitgeber  gegenüber seinen Angestellten gemäß Paragraph 241 Bürgerliches Gesetzbuch (§ 241 BGB) eine Fürsorgepflicht. Erfahren Sie hierzu mehr in unserem Beitrag Ihr Recht am Arbeitsplatz: Mobbing. Dieser zeigt aber auch, wie schwer es Arbeitnehmer haben, eine Klage wegen Mobbing am Arbeitsplatz erfolgreich durchzusetzen. Bevor Sie also den Gang zum Arbeitsgericht wagen, sollten Sie wie folgt vorgehen:

Schritt 1: Dokumentieren

Mobbing ist erst Mobbing, wenn die Schikanen am Arbeitsplatz systematisch und wiederholt erfolgen. Führen Sie ein Mobbingtagebuch. Was ist geschehen? Wann ist es passiert? Wer war beteiligt? Wie oft kam es zur Schikane?

Schritt 2: Das Gespräch suchen

Meistens mobben Kollegen, weil sie selbst unsicher sind. Nutzen Sie das und gehen Sie proaktiv auf den Mitarbeiter zu. Machen Sie ihm klar, was er wann wie oft getan hat (s. Schritt Nr. 1). Das zeigt dem Täter, dass Sie sein Verhalten nicht weiter tolerieren werden und dass er zur Not mit weiteren Konsequenzen Ihrerseits rechnen muss (s. Schritt 3 und 4).

Schritt 3: Mit dem Thema in die Offensive gehen

Sollte nach dem persönlichen Gespräch (s. Schritt 2) sich keine Verbesserung einstellen, setzen Sie das Thema auf die Agenda. In vielen Unternehmen finden in regelmäßigen Abständen, meist wöchentlich, Meetings statt. Berichten Sie dort wertneutral von Ihren Beobachtungen und fragen Sie in die Runde, welche Lösungsansätze die Kollegen haben. Vielleicht mobbt Sie der Kollege lediglich, weil die Aufgabenverteilung im Team suboptimal ist.

Schritt 4: An den Vorgesetzten wenden

Sollten weder das persönliche Gespräch noch die Thematisierung in offener Runde zu Verbesserungen geführt haben, bleibt nur noch, sich an den Vorgesetzten zu wenden. Legen Sie diesem Ihre Dokumentation vor und machen Sie ihn auf seine Fürsorgepflicht aufmerksam (s. o.). Gute Führungskräfte haben Erfahrung mit diesem Thema. Oft kennen Sie den Kollegen länger oder wissen über diesen Dinge, in die Kollegen zurecht keinen Einblick gewinnen dürfen.

Schritt 5: Vors Arbeitsgericht ziehen und die Arbeitsstelle wechseln

Traurig, aber wahr. Manchmal kommt es zum Äußersten. Wenn die Schritte 1 bis 4 keine Wirkung erzielt haben, bleibt oft nur der Gang zum Arbeitsgericht. Wenn sie die bisherigen Tipps beherzigt haben, stehen die Chancen, den Prozess zu gewinnen, gar nicht so schlecht. Doch egal, wie dieser ausgeht, sollten Sie sich um eine neue Arbeitsstelle bemühen. Schließlich handelt es sich hierbei um den letzten Akt eines meit über Monate andauernden Trauerspiels, dass Nerven gekostet hat. Wollen Sie in diesem Umfeld weiterhin arbeiten?

„Mobbing treibt Männer aus dem Arbeitsmarkt“, gefunden auf www.pressetext.de, zuletzt abgerufen am 19.12.2016 unter folgendem Kurzlink (Copy & Paste): bit.do/cWDTD

Christoph Schroeder

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