Wirtschaft

Moody’s keilt gegen Spanien – Ausblick auf Beobachtung gesenkt

Die Ratingagentur Moody’s hat am Freitagmorgen den Ausblick für Spanien auf „Beobachtung“ herabgestuft. Damit sei eine Absenkung der Kreditwürdigkeit möglich. Spanien hat derzeit mit Aa2 das dritthöchste Rating inne. In der Reaktion rutschte die Gemeinschaftswährung Euro im frühen Handel auf die Marke von 1,4283 Dollar (Mittwoch: 1,4446 Dollar). Zur Begründung heißt es seitens Moody’s, dass der Finanzierungsdruck auf Spanien nach dem neuen Rettungspaket für Griechenland wachsen dürfte. Hinzu kämen die schwache Wirtschaftsentwicklung in Spanien und die finanziellen Probleme in vielen Regionalverwaltungen des Landes. Derzeit muss Spanien mit seinem Rating für zehnjährige Anleihen einen Zinssatz von 6% bezahlen. Bei einer Herabstufung würde sich der Zinssatz weiter erhöhen. Zum Vergleich: Deutschland zahlt mit dem Toprating auf zehnjährige Anleihen derzeit 3,04% Zinsen.

Spanien hat mit 60,1% Staatsschulden (Stand 2010) eigentlich eine sehr moderate Verschuldung. In Deutschland ist der Schuldenstand mit 83,2% deutlich höher. Allerdings hat Spanien stark unter der Finanz- und Wirtschaftskrise gelitten – der Bankensektor ist angeschlagen, hinzu kam das gleichzeitige Platzen der iberischen Immobilienblase. In der Folge stieg das Haushaltsdefizit für den Retter der letzten Instanz, den Staat, auf 9,2% in 2010. Die Arbeitslosigkeit ist mit rund 20% zudem eine der höchsten in Europa. Allerdings steckt hier im Umkehrschluss auch ein beachtliches Potential.
 

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