Wirtschaft

Moody’s stuft Italiens Kreditwürdigkeit weiter herab

Die Ratingagentur S&P hatte Italien bereits im September von „A+“ auf „A“ herabgestuft, unter anderem auch mit der Begründung, der Politikstil Berlusconis und seiner Koalition sei unberechenbar. Nun hat der Rating-Konkurrent Moody’s nachgezogen und die Bonität des Landes von „Aa2“ auf „A2“ herabgesenkt. Der Ausblick bleibe zudem negativ. Moody’s begründet dies, in der derzeitigen Schuldenkrise habe sich für hoch verschuldete Euroländer wie Italien die Refinanzierungsrisiken verschärft, das Vertrauen der Märkte sei erschüttert und die strukturellen Herausforderungen für die italienische Wirtschaft seien enorm.

Aus Rom hieß es, die Entscheidung sei erwartet worden. Die Etatziele würden eingehalten und ab 2013 ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden (2011: -3,8%, 2012: -1,4%). Die drittgrößte Volkswirtschaft Europas weist einen Schuldenstand von 1,9 Billionen Euro aus (120% des BIP), allerdings ist Italien vergleichsweise weniger stark von den internationalen Finanzmärkten abhängig, da – ähnlich wie einzig noch in Japan – der Großteil der Schulden auf Gläubiger im Inland entfällt. Bei der dritten großen Ratingagentur, Fitch, rangiert Italiens Bonität bei „AA-“. Damit weist Italien zusammen mit Japan das schlechteste Ranking der G7-Staaten auf.

Mit Blick auf die restliche Euro-Zone warnte Moody’s, der Druck auf die Bonitätsbewertung der einzelnen Länder habe seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Mit Ausnahme der finanzkräftigsten Schuldner (AAA-Staaten) würden voraussichtlich alle Länder einen anhaltenden negativen Druck auf ihre Ratings verspüren. Wenn sich die Ratings verschlechtern, erhöhen sich die Risikozinsen und damit der Schuldendienst, was eine Sanierung der Finanzen zusätzlich erschwert.

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