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Motivation: Wie intrinsisch und gemischt gesteuerte Menschen ticken

Es gibt solche, die sich nur extrinsisch motivieren lassen – vor allem die sogenannten Alphas. Es gibt aber auch diejenigen, die intrinsisch motiviert sind – und oft übersprudeln vor lauter Kreativität und Tatendrang. Intrinsisch Motivierte muss man oft zügeln. Aber die Ideen, die Ihre intrinsische Motivation hervorbringt, sind unschlagbar. Sie reißen andere mit und sind damit selbst große Motivierer.

Im letzten Teil ihrer Serie über das Motivieren zeigt Anne M. Schüller, was intrinsisch Gesteuerte ausmacht.

 

Pauschalaussagen bringen einen nicht weiter

„Alles Motivieren ist Demotivieren.“ Dieser oft zitierte Satz zählt zu den Todsünden im Management, selbst wenn er von Reinhard Sprenger stammt, von dem wir auch viel Schlaues kennen. Oft genug kommen Führungskräfte aus Seminaren zurück und plappern unreflektiert diesen Unsinn nach. „Es reicht ja schon, wenn wir unsere Leute nicht demotivieren“, papageien sie auch.

Doch mit solchen Pauschalaussagen kommt man nicht weit. Denn die Menschen sind alle verschieden. So, wie jedes Gesicht einzigartig ist, so ist auch das Gehirn bei jedem Individuum anders gebaut. Deswegen denkt, fühlt, handelt und entscheidet jeder Mensch auf seine einzigartige Weise. Und eben oft ganz anders als Sie.

Die Menschen sind alle verschieden

Wie wird man nun zu dem, der man ist? Manches hat mit Erziehung zu tun, anderes mit der Kultur, die einen sozialisiert. Doch auch in der eigenen Verantwortung liegt so manches, was uns als Persönlichkeit ausmacht. „Use it or lose it“, so funktioniert unser Gehirn. Was immer wieder gedacht und gemacht wird, bewirkt zerebrale „Trampelpfade“, die vorzugsweise begangen werden. So verfestigt sich Verhalten.

Schließlich, und das scheint der Hauptgrund zu sein, gibt es eine genetische Disposition. So sehen manche in jedem ‚Neu‘ eine Verheißung. Andere sehen darin nicht Chance, sondern Gefahr. Derartige Grundeinstellungen werden im Wesentlichen durch Neurochemie dirigiert. Sie ist die übermächtige Mitgift einer jahrmillionenlangen Vergangenheit.

Auch geschlechterspezifische Aspekte sind zu betrachten. So verstärkt das „weibliche“ Östrogen die Sozialmodule Fürsorge und Bindung. Das „männliche“ Testosteron hingegen ist mehr auf Eroberung aus. Allein dieser Hinweis sagt schon viel über das, was in den Teppichetagen passiert, und auch über die fehlende Weiblichkeit dort.

Über intrinsisch gesteuerte Motivation

intrinsisch, Am Telefon leichter durchgestellt
Intrinsisch motivierte reißen andere mit. (Bild: Ryan Maguire / gratisography.com)

Intrinsisch gesteuerte Menschen brauchen keinen funkelnden Zuspruch von außen, denn sie tragen ein Maximum an Motivation wie ein loderndes Feuer genetisch in sich. Schon als Kinder sind sie fast nicht zu halten vor lauter Bewegungsdrang. Neugierde und Abenteuerlust, Optimismus und Unbekümmertheit sind ihre Markenzeichen. Sie sind experimentierfreudig, lösungsorientiert, unkompliziert, flexibel, tolerant, kreativ.

Intrinsisch Motivierte sind Frohnaturen mit quasi eingebauter Glücksfähigkeit. Ihr Hirn arbeitet schnell. Sie suchen nach Abwechslung und nehmen das Leben leicht. Ihre Disposition sorgt für Pioniergeist, Innovationen und Spaß, aber auch für unkalkulierbare Risikobereitschaft und Chaos. Sie sind ungeduldig, flatterhaft, rastlos und unzuverlässig. Für ruhigere Zeitgenossen können sie deshalb recht anstrengend sein.

Intrinsisch gesteuerte lodern vor Begeisterung

Intrinsisch gesteuerte sind Visionäre, Bekehrer, Heiler, aber auch Menschenfänger. Sie tragen den Funken der Begeisterung bis ans Ende der Welt. Mit ihrem Überschwang gelingt es ihnen, selbst müde Krieger wieder hochzureißen. Sie werden von einem Hormoncocktail befeuert, der unter anderem eine fette Dosis Dopamin  enthält.

Dopamin-Euphorie sorgt für Vitalität, für einen hochgradigen Energielevel und für den Chancenblick. Sie macht uns unternehmungslustig, leistungsfähig, wagemutig und siegesgewiss. Kommt eine motivierende Befeuerung von außen hinzu, dann wachsen solche Charaktere über sich selbst hinaus. Allerdings werden in diesem Zustand hirninnere Kontrollzentren zurückgefahren, weshalb eine Überdosierung gefährlich sein kann. Eine Notbremsung ist dann lebensnotwendig, um einen vor sich selbst zu retten.

Alles in allem sind Dopamingesteuerte wie wilde Pferde, manchmal geradezu besessen von einer Idee – und anderen schnell um Meilen voraus. Leider übersieht so einer, dass bei weitem nicht jeder derart begnadet ausgestattet ist wie er selbst. Schlimmer noch: Er merkt nicht einmal, dass viele nicht den Hauch einer Chance haben, bei seinem Tempo mitzuhalten. Und er übersieht, dass sich andere bei der Hatz, die für ihn ein Leichtes ist, bis zum Burnout zerreiben – oder entmutigt das Handtuch werfen.

Über die gemischt gesteuerte Motivation

Neben den extrinsisch und intrinsisch Gesteuerten gibt es eine dritte Spezies. Eigenmotivation, Antrieb und Willenskraft sind bei ihnen eher gering. Sie neigen zu Pessimismus, Selbstmitleid, Phlegma und mangelnder Resilienz. Manche verlöschen bis an den Rand der Depression.

Um auf volle Drehzahl zu kommen, benötigen sie Zuspruch von außen. Zuwendung und Akzeptanz sind zwar für jeden von uns elementar, für diesen Typ aber ein biologisches Grundbedürfnis. Im Grunde wollen diese Menschen stolz sein können auf das, was sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu leisten in der Lage sind. Und das ist oft ganz schön viel. Vor allem sind sie zuverlässig, fürsorglich, beharrlich und penibel genau.

Wertvolle Mitarbeiter im Leistungsmittelfeld

Doch ihr Selbstbewusstsein leidet, und sie sind von Zweifeln geplagt. Deshalb können sie nicht immer zeigen, was in ihnen steckt. Sie neigen zur Vorsicht und sind zögerlich, wenn es um Entscheidungen geht. Routinen und ein vertrautes Umfeld geben ihnen Sicherheit. Sie mögen Schritt-für-Schritt-Aufgaben – und leisere Varianten der Anerkennung. Bei aufgesetzten Lobattacken werden sie misstrauisch. Begeisterungsstürme machen sie skeptisch. Und öffentlicher Beifall ist ihnen peinlich.

Manche Führungskräfte würdigen nur herausragende Verdienste und vergessen dabei die vielen kleinen Performancesteigerungen solcher Mitarbeiter im Leistungsmittelfeld und darunter. Vor allem, wem der Glaube an sich fehlt, braucht wohldosiertes, begründetes, regelmäßiges Lob.

Es ist das gut dosierte Lob-Elixier, das gerade stille, zurückhaltende und weniger talentierte Menschen beseelt, endlich Mut zu fassen und vollen Einsatz zu bringen. Für den Chef, der ihre Leistungen würdigt, ohne gleich überschwänglich zu werden, werden sie kleine Heldentaten vollbringen. Und für das Wohl der Kunden wachsen sie über sich selbst hinaus.

Ihre
Anne M. Schüller

Anne M. Schüller; Belange der Kunden
Europas führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung (Bild: © Anne M. Schüller)

Über Anne M. Schüller

Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als Europas führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung. Sie zählt zu den gefragtesten Referenten im deutschsprachigen Raum. Sie hält Vorträge und Workshops zum Thema. Sie ist Gastdozentin an mehreren Hochschulen. Zu ihrem Kundenkreis zählt die Elite der Wirtschaft. Ihr Touchpoint Institut bildet zertifizierte Touchpoint Manager aus und vergibt Touchpoint-Lizenzen. Mehr Informationen über Anne M. Schüller beziehungsweise Kontakt im Internet unter: www.touchpoint-management.de und www.anneschueller.de.

Personalwesen: Ausbildung zum zertifizierten internen Touchpoint Manager vom 21. bis 23. 8. 2015 in München

Die Arbeitswelt hat sich unbestreitbar verändert. Sie ist kollaborativer und auch vernetzter geworden. Das Gestalten einer dementsprechenden Unternehmenskultur spielt eine immer wichtigere Rolle. Zu diesem Zweck wurde ein neues Berufsbild geschaffen: der interne Touchpoint Manager. Er sorgt sich um die körperliche, geistige und seelische Fitness der Mitarbeitenden, damit deren Performance auf Höchststand bleibt. In Zeiten von Talente-Knappheit und Social Media-Gerede kann dies über die Zukunft eines Arbeitgebers maßgeblich mitentscheiden.

Die Ausbildung zum zertifizierten internen Touchpoint Manager richtet sich vor allem an ambitionierte Beschäftigte aus den Bereichen Mitarbeiterführung und HR, die im Kontext unserer neuen Arbeitswelt und mithilfe dieser Zusatzqualifikation die Unternehmenskultur ihrer Arbeitgeber zukunftsfähig machen wollen. Sie findet vom 21. bis 23 August 2015 in München statt. Ausbildungsleiterin ist Anne M. Schüller: Zu weiteren Informationen und zur Anmeldung: http://www.touchpoint-management.de/ausbildung-zum-collaborator-touchpoint-manager.html.

Anne M. Schüller, Touchpoint, Unternehmen, Management, Organisation, Personal
Anne M. Schüller über Mitarbeiterführung in unserer neuen Businesswelt (Bild: © Gabal)

Das Buch zum Thema

Das Touchpoint-Unternehmen. Mitarbeiterführung in unserer neuen Businesswelt

Gabal, März 2014, 368 S., 29,90 Euro

ISBN: 978-3-86936-550-3

Managementbuch des Jahres 2014

Auch als Hörbuch erhältlich

Katja Heumader

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