Wirtschaft

„Mr. Euro“ Mario Draghi übernimmt EZB-Spitze – Kurzprofil

Der Franzose Jean-Claude Trichet hat die Führung der Europäischen Zentralbank EZB an seinen italienischen Nachfolger Mario Draghi (64) übergeben. Draghi, mit den Spitznamen „Mr. Euro“ und „Super-Mario“ übernimmt damit das Steuer in Mitten der Euro-Krise. Die drängendsten Fragen sind: Wird die EZB weiterhin Staatsanleihen der Krisenstaaten aufkaufen? Wie wird die Zinsstrategie der EZB vor den unterschiedlichen Problemen der hohen Inflation und eines schwachen Wirtschaftswachstums ausfallen? In dem EZB-Rat muss sich Draghi künftig mit den Vertretern der 17 Euro-Staaten auseinandersetzen.

Damit Italien nicht zu starken Einfluss in der EZB erhält, muss im Gegenzug Lorenzo Bini Smaghi bis Jahresende auf seinen Sitz im EZB-Direktorum verzichten. Der ehemalige Harvard-Professor Draghi gilt als Pragmatiker, vermeidet eher klare Aussagen zur Zinspolitik, sondern fokussiert sich stattdessen lieber auf die Wirtschaftspolitik und die Stabilität des Bankensystems. Draghi hat auch bereits in dem italienischen Finanzministerium gearbeitet, bei der Finanzaufsicht, der Weltbank sowie in der Privatwirtschaft (Goldman Sachs) und war auch Chef des Finanzstabilitätsrats (FSB). Seit 2005 ist er der Chef der italienischen Notenbank. Somit ist er mit allen geldpolitischen Seiten vertraut. Draghi wird den EZB-Chefsessel bis zum 31. Oktober 2019 übernehmen.

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