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„Münchner UnternehmerKreis IT“ im Fokus

Fachinterview aus dem Live.TV-Studio auf der Communication World 2011 in München … mit Lutz Steffen, Initiator und Leiter des "Münchner UnternehmerKreis IT" (MUK-IT).

 

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Herr Steffen, wie fing alles mit dem Münchner Unternehmerkreis an? Sie gibt es schon seit gut einem Jahrzehnt.

Es ging los mit dem Internet-Hype und dem darauf folgenden Börsencrash. Hier wurde ich von einigen Unternehmern gefragt, ob ich nicht ihre Interessen an der neuen Börse vertreten könnte. Ich war der Meinung, das macht zur Zeit keinen Sinn. Es hat sich dann auch bestätigt, es ging bergab. Die Unternehmer haben nicht locker gelassen, speziell Herr Dr. Mertens von der SoftM war maßgebend und hat mich gefragt, ob ich nicht die Interessen von IT-Unternehmen bündeln könnte. Ich habe dann nach einigen anderen Teilnehmern geschaut, z.B. Herrn Hüngsberg von der Hüngsberg AG, Jochen Moll von der IBM und zwölf weitere IT Unternehmer. Wir haben im Jahre 2001 bei der IBM ein Kick-off organisiert. Dort habe ich den Teilnehmern einige Fragen gestellt, ob es für sie von Interesse wäre, eine Plattform zu haben, auf der sie Informationen und Erfahrungen austauschen könnten.

Wenn man zurückblickend schaut, haben Sie heute ein Netzwerk von über 300 Unternehmen, wenn nicht sogar deutlich mehr.

Wir reden so von 600 bis 800 IT-Unternehmen, die aktiv dabei sind. Dann haben wir nochmal einen Verteiler von 800 eher passiven Unternehmen.

Was ist die Vision hinter dem Münchner Unternehmerkreis?

Es ging mir darum, etwas zurückzugeben, für das, was ich in meinem Leben erreichen durfte, speziell an junge IT Unternehmen. Deshalb war meine Vision, junge und etablierte IT-Unternehmer sowie Hochschulvertreter und Experten an einen runden Tisch zu bringen. So sah auch der erste „Roundtable“ aus. Es war ein riesiger, großer, runder Tisch, um den zehn Protagonisten saßen, um diese herum in Zwiebelschalenform nochmal gut hundert. So ging das Ganze los.

Was ist das Ziel des MUK IT? Sie erwähnten bereits auf der einen Seite die Austauschinformationsplattform. Gibt es noch andere Ziele dahinter?

Ja, wir sind eine Plattform für Informations- und Erfahrungsaustausch, aber haben uns in den letzten Jahren sehr stark für Kooperationen geöffnet. Wir haben hier Arbeitsgruppen initiiert, derzeit neun Aktive.

Wer sind die Teilnehmer im MUK IT?

In den ersten Jahren waren wir ausschließlich unter uns IT-Anbietern. Wir haben dann angefangen, auch IT-Anwender mit einzuladen. Spezielle Veranstaltungen mit CIOs stehen dafür. Geplant ist, dass wir zukünftig diesen Bereich der Anwender ausbauen wollen, um hier Anbieter und Anwender zusammen zu bringen.

 

Die Arbeitsgruppen sind eines Ihrer Fokus-Projekte in den letzten Jahren gewesen, bei denen es stark in Richtung Kooperation geht. Was verbirgt sich dahinter?

Wir haben vor fünf Jahren angefangen, gemeinsam mit der Stadt München und der IHK für München und Oberbayern im bayerischen IT-Cluster einen Kooperationstag ins Leben zu rufen. Er fand dieses Jahr zum fünften Mal statt. Als Ergebnis dieser Kooperationstage, auf denen 100 bis 120 Unternehmer ihre Themen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, bilden sich Arbeitsgruppen heraus, die nach den Kooperationstagen weiter geführt werden. Derzeit haben wir in etwa zehn Stück. Das geht los von eGovernment bis zu Vertriebsthemen. Hier treffen sich regelmäßig Unternehmer – in einem Rhythmus von zwei Wochen bis zwei Monaten. Wir sehen ganz interessante Kooperationen. Bei uns haben sogar schon Mitglieder geheiratet. Wir haben auch gesehen, dass Unternehmen sich zusammen geschlossen haben, wirtschaftlich verflochten haben in eine Vertriebs-AG. Das ist eines unserer Ergebnisse. Daneben haben wir etwa 30 Initiatoren und Fördermitglieder, die es einfach braucht, um mit Sach- und Geldmittelzufluss dafür zu sorgen, dass das Ganze am Leben bleibt.

Sie haben einige Ihrer Aufgaben genannt, u.a. den Kooperationstag. Sie machen auch darüber hinaus sehr viel. Sie sind hier auf der CommunicationWorld mit einem Gemeinschaftsstand vertreten. Was machen Sie darüber hinaus?

Es sind drei Kategorien: 1. Information, 2. Erfahrungsaustausch und 3. Kooperationen.

Zum Thema Informationen für die Teilnehmer … hier bieten wir den Teilnehmern folgende Möglichkeiten an: Sie bekommen einen Unternehmerbrief. Wir haben einen IT-Blog zu den Themen. Wir haben reale Veranstaltungen. Wir treffen uns alle zwei Monate zu den Themen, die die Teilnehmer sich selber gewünscht haben. Wir befragen Sie einmal im Jahr, in Form einer Online-Befragung. Auf diesen Ergebnissen produzieren wir einmal die Ergebnisse für unsere Roundtables und die Themen. Wir geben diese Informationen in Form von Studien auch weiter an die Presse mit dem Titel "Was sagen IT-Unternehmen zu den wesentlichen Trends?"

Zum Thema Erfahrungsaustausch haben wir die Arbeitsgruppen. Wir haben die Kooperationstage und nach den Veranstaltungen Diskussionen mit den Teilnehmern. So werden Erfahrungen nachhaltig ausgetauscht.

Im Bereich Kooperation sehe ich folgende Aspekte: Wir haben einmal einen Kooperationstag, der 1x pro Jahr stattfindet. Wir haben einen Marktplatz auf unseren Veranstaltungen, auf dem die Teilnehmer die Gelegenheit haben, ihre Profile zu posten. Das Ganze haben wir dann im Internet. Wir haben es online zur Verfügung gestellt, so dass die Teilnehmer sich selber nach unterschiedlichen Kriterien suchen und finden können. Ergänzend dazu machen wir einiges an Pressearbeit. Wir haben ein Internet-Fernsehen, wobei die Teilnehmer Gelegenheit haben, sich zu präsentieren. Wir haben Interviewrunden, gemeinsam mit dem Mittelstandsforum AGITANO. Das sind im Wesentlichen die Aufgaben, die wir im Münchner UnternehmerKreis für die Teilnehmer bewältigen dürfen.

 

Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass Herr Steffen mit dem MUK IT auch recht aktiv auf AGITANO unterwegs ist! Sie schreiben viel. Zugleich werden zahlreiche Berichte von seinen Mitgliedern in Form von Interviews veröffentlicht. Hier nochmals vielen herzlichen Dank für die Aktivität!

Wenn ich mich für den Münchner UnternehmerKreis IT interessiere, kann ich einfach bei Ihnen vorbeikommen und mitmahcen? Gibt es Aufnahmekriterien? Muss ich Geld mitbringen? Wie funktioniert das?

Wir haben zwei einfache Regeln. In der derzeitigen Phase sind Sie ein IT-Unternehmen, ein Mitglied der Geschäftsleitung und zahlen einen kleinen Obolus von € 75 und melden sich an.

Es muss allerdings gewährleistet sein, dass Sie Mitglied der Geschäftsleitung sind und wir diese Informationen überprüfen können. Das ist einer unserer Alleinstellungsmerkmale. Wir haben dafür gesorgt, dass es ein exklusiver Kreis ist, der auf gleicher Augenhöhe miteinander kommuniziert. Nicht, weil wir überheblich sind, sondern weil es einfach angenehm ist, wenn ich auf der anderen Seite auch ein Mitglied der Geschäftsleitung habe und nicht einen Vertriebsmitarbeiter, der erst seinen Chef fragen muss, ob er mit mir kooperieren darf.

Klingt spannend, Herr Steffen. Was wünschen Sie sich für die nächsten Jahre mit dem MUK-IT? Noch mehr Mitglieder? 

Die Aufgaben, die ich Ihnen aufgezählt habe, werden von den Teilnehmern sehr honoriert. Das zeigt die Anzahl der neuen Teilnehmer, die hinzu kommen. Wir wachsen über Referenzen, bei jeder Veranstaltung um die 10 Prozent. Daraus resultiert auch im Laufe der 10 Jahre die Anzahl der IT-Unternehmen, die so zwischen 600 und 800 schwimmt.

Ich wünsche Ihnen viel, viel Erfolg weiterhin.

Danke, Herr Foitzik. Gute Zeit!

 

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