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Multimediale Präsentationen: informieren, bewegen, emotionalisieren

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Die Bühne für den großen Auftritt. Im Geschäftsalltag müssen multimediale Präsentationen informieren, begeistern und emotionalisieren (Bild: © Rainer Sturm / pixelio.de)

Multimediale Präsentationen gehören heute zum normalen Geschäftsalltag und werden tagtäglich in unterschiedlicher Form eingesetzt, sei es bei der Unternehmenspräsentation, im Marketing, im Vertrieb & Verkauf oder auch in anderen Situationen. Daher haben wir uns mit Matthias Garten, der führende Experte für multimediale Präsentationen im deutschsprachigen Raum, ausgetauscht. Er spricht aus dem Nähkästchen und gibt zahlreiche Tipps zum Thema multimediale Präsentationen.

Hinweis der Redaktion: Matthis Garten können Sie auch auf den 9. GSA Convention 2014, die vom 11. bis 13. September in Bonn statt findet, erleben.

Und Sie können mit der GSA Convention 2014 drei tolle Preise gewinnen, noch bis zum Mittwoch, 10. September 2014, 12:00 Uhr: http://www.agitano.com/mit-der-gsa-convention-2014-gewinnen/79108.

 

Interview mit Matthias Garten, smavicon, zu multimediale Präsentationen

Schönen guten Tag Herr Garten, Sie sind Experte für multimediale Präsentationen. Warum haben Sie Ihren Schwerpunkt gerade auf dieses Thema gelegt?

Alle Zuschauer beschweren sich über schlechte Präsentationen. Wir kennen die Umfragen, nach denen nur 3 von 100 Präsentationen wirklich Spitze sind. Der größte Teil sei einschläfernd, langweilig oder nur zufriedenstellend. Ich bin angetreten, damit sich dies ändert. Mein Ziel ist, dass wir mehrheitlich interessante Präsentationen sehen, vor allem multimediale Präsentationen, und Menschen wieder motiviert sind, bei einem Vortrag dabei zu sein.

Im Gegensatz zu vielen anderen, sehe ich PowerPoint, Keynote & Co. sehr wohl als nützliches Hilfsmittel. Die Kombination von Bild und Tonspur (Referent) ist gerade für visuelle Typen spannend und einprägsam. Außerdem gibt es unzählige Varianten, Multimedia und den klassischen Vortrag zu kombinieren. Hieraus ergeben sich spannende Formate und ein echter Mehrwert beim Zuschauer. Und es muss auch einfach passen. Ich bin daher auch kein Dogmatiker, der sagt, es muss immer PowerPoint sein. In meinen Beratungen oder Präsentationscoachings kann es durchaus sein, dass ich empfehle auf Multimedia zu verzichten, wenn es dem Vortragsziel dienlicher ist.

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Matthias Garten gibt Tipps rund um multimediale Präsentationen (Bild: © Matthias Garten)

Sie unterstützen und beraten Unternehmen im Bereich multimediale Präsentationen. Was genau bieten Sie hier an?

Wir bieten bei multimedialen Präsentationen zwei Hauptleistungen an, einerseits den Präsentationservice mit inhaltlich-dramaturgischer Unterstützung, der Erstellung und der Veredelung von multimedialen Präsentationen und andererseits den Trainingsbereich mit Vorträgen, Seminaren und Coachings zu Auftreten, Dramaturgie, Konzeption, PowerPoint, Prezi, innovativen Präsentationstools und klassischen Präsentationstechniken. Unternehmen und Referenten kommen zu uns und lassen sich bei ihren Präsentationen, sei es Unternehmens-, Verkaufs-, Marketing-, Schulungs- oder auch Keynotepräsentationen, unterstützen. Angefangen von der Konzeption, Dramaturgie, Verkaufspsychologie, Wahrnehmungspsychologie bis hin zur grafischen und multimedialen Ausgestaltung. So kommen Marketingabteilungen auf uns zu und lassen sich von uns Ihre Präsentationen für Konferenzen veredeln oder ein Geschäftsführer, der eine neue Strategie, ein neues Produkt oder ähnliches vorstellen will.

Da ich selbst Speaker bin, kenne ich die Herausforderungen bei einer multimedialen Präsentation und kann gezielt im Rahmen der Präsentationsoptimierung Tipps zum Auftreten, Inszenierung und vieles mehr geben. So sind schon viele spannende Präsentationen entstanden. Mit der von uns entwickelten Presentation-Booster Methode konnten wir deutlich einen Unterschied bei Präsentationen zeigen. Gerade wer mehr Wirkung, mehr Umsatz oder mehr Begeisterung entfachen will, kann von der Methode profitieren.

Sie sind in diesem Bereich seit vielen Jahren aktiv und haben sicherlich schon viel gesehen. Wo liegen die größten Defizite bei multimedialen Präsentationen?

Ich habe smavicon Best Business Presentations 1993, also vor 21 Jahren, gegründet und wir haben seitdem über 10.000 Präsentationen unterstützt. Da hat man wirklich schon eine Menge gesehen. Die größten Defizite liegen darin, dass die Verwendung von Folien multifunktional sein soll, das heißt sie sollen sich für Live-Präsentationen, aber auch als Handout eignen. Wir wissen bei Live-Präsentation sollten wenige Folien mit wenig Information eingesetzt werden. Beim Handout soll der Zuschauer eine selbsterklärende Präsentation, die nicht von einem Sprecher begleitet ist, verstehen.

Aus diesem Umstand ergeben sich zahlreiche Probleme, zum Beispiel zu viel oder zu wenig Text auf der Folie, Missverständnisse bei Bildern, Diagrammen, Tabellen etc. Stellen Sie sich vor, auf einer Bühne steht ein Referent und weiß nicht, was er zu der Folie sagen soll, außer dass, was auf der Folie steht. Das ist langweilig und einschläfernd.

Ein weiterer Punkt ist die mangelnde Zuschauerorientierung. Viele Referenten sagen, das gefällt mir, aber gefällt es auch den Zuschauern? Wenige fragen sich, welche Wirkung erziele ich, wenn ich dieses und jenes sage, zeige oder tue. Und das gilt sogar nicht nur für Folien, sondern auch für Outfit, Auftreten, Sprache (Rhetorik), Mimik, Gestik und vieles mehr.

Insgesamt ist das natürlich davon abhängig, wer im Zuschauerraum sitzt. Deswegen habe ich auch ein Buch geschrieben, was sich damit intensiv auseinander setzt (Buchtitel: „Präsentationen erfolgreich gestalten und halten“).

Stichwort: Multimediale Präsentationen. Was gehört aus Ihrer Sicht dazu, damit diese begeistern und nicht langweilen?

Begeisternde, multimediale Präsentationen nehmen Menschen mit. Mein Credo lautet auch „Präsentieren ist wie Busfahren“ Als Referent bist Du der Busfahrer. Du bringst Menschen von A nach B. Du informierst bei einer Stadtrundfahrt oder bringst in Deinem Partybus Spaß und Unterhaltung. Kurzum multimediale Präsentationen müssen informieren, bewegen und emotionalisieren.

Die Mittel dazu können und sollten multimedial sein, zum Beispiel mit einer tollen Animation, die etwa das Innere eines Ohrs erklärt, oder eine Folie mit einem Bild, was Menschen zum Lachen bringt oder die Darstellung mittels einer Zooming-Präsentation, bei der es keine Folien mehr gibt, sondern sich viele Inhalte durch heranzoomen zeigen, ähnlich wie bei Google Earth.

Zahlen und Diagramme können zum einen inhaltlich interessant, und auch visuell interessant aufbereitet werden. Damit wird eine Argumentation schlüssig bewiesen und so kann etwa ein Businessplan, eine Strategie oder Finanzplan glaubhaft untermauert werden.

Multimediale Präsentationen, die begeistern sollen, hängen von der Zielgruppe ab. Jemand der im Controlling arbeitet, ist von etwas anderem begeistert, als derjenige, der im Vertrieb oder im Training unterwegs ist. Daher sollte jeder Referent sich auf seine Zielgruppe einstellen und auch so seine multimediale Präsentation gestalten – nicht zu viel und nicht zu wenig.

Meist werden multimediale Präsentationen in PowerPoint erstellt und präsentiert. Gibt es hier auch andere Möglichkeiten?

Ja, als Alternative bieten sich eine Reihe von Tools an. Am Markt gibt es circa 20 Tools, die in Frage kommen. Herausragend sind z.B. Keynote auf dem Mac, Zooming-Presentations mit Prezi oder Instant-Presentations. Instant-Presentations erlauben es, sich sehr stark auf den Inhalt zu konzentrieren, weil die visuelle Umsetzung quasi innerhalb weniger Minuten erfolgt. Das ist wie eine Instand-Brühe oder ein Instant–Kaffee. Logischerweise sind Instant-Presentations nur begrenzt einsetzbar, aber wenn man wenig Zeit hat, ist das eine tolle Alternative schöne, multimediale Präsentationen. Weitere Möglichkeiten sehe ich im Bereich animierte Geschichten. Hier bieten sich Tools an, mit denen man SimpleShows oder Comic-Erzählungen selbst innerhalb kurzer Zeit realisieren kann, ohne Fach-Know-how haben zu müssen.

Arbeiten Sie mit Ihren Kunden auch am Vortragsstil und nicht nur an den multimedialen Präsentationen selbst?

Auf jeden Fall, wenn der Kunde das wünscht. In meinen Präsentationscoachings mit Vortragenden trainieren wir auch den Vortragsstil. Aufgrund meiner Ausbildung zum Professional Speaker GSA (SHB) kann ich viel dazu einbringen. Darüber hinaus nutze ich das SCIL-Modell von Andreas Bornhäußer, mit der die Wirkung eines Referenten gemessen werden kann. Gerne arbeite ich auch mit Kollegen zusammen, zum Beispiel habe ich eine Präsentationskonferenz und ein Presentation-Bootcamp ins Leben gerufen. Beim diesjährigen Bootcamp können sich Referenten live coachen lassen, mit dabei unter anderem Michael Rossié, Nils Bäumer, Martina Hunger, Bettina Stark, Gert Schilling und weitere Experten.

Unternehmen und die Mitarbeiter erstellen meist ihre Präsentationen selbst. Welche Tipps können Sie hier unseren Lesern mitgeben, auf was unbedingt zu achten ist, damit die multimedialen Präsentationen richtig wirken?

Hier könnte ich jetzt einfach meine Bücher empfehlen, in denen sehr viele Tipps und Tricks für multimediale Präsentationen enthalten sind. Spaß beiseite, hier ein paar wichtige Tipps für multimediale Präsentationen, auf die man achten sollte:

1. Was ist Ihr Ziel? Was wollen Sie erreichen? Beschäftigen Sie sich damit kritisch. Fixieren Sie ein Ziel, z.B. ich möchte, dass die Mitarbeiter die Vision des Unternehmens verinnerlichen oder ich möchte, dass der Kunde am Ende der Verkaufspräsentation klare Kaufsignale zeigt.

2. Wer ist Ihre Zielgruppe? Wie tickt der Zuschauer? Welche Erwartungen hat er? Welche Einstellungen hat er? Auf welchem fachlichen Niveau bewegt er sich? Bei wichtigen Präsentationen geht man soweit, dass man quasi eine Vita eines Musterzuschauers schreibt, um zu verstehen, wie er denkt, fühlt und handelt.

3. Haben Sie eine Dramaturgie? Wie sieht die aus? Ist es interessant, spannend, abwechslungsreich? Motiviert es die Zuschauer?

4. Wie bauen Sie Ihre Visualisierung auf? Innovativ, traditionell, abwechslungsreich, emotional, sachlich, … kurzum welche Tonalität soll die Visualisierung haben? Daraus resultieren Präsentationswerkzeug (PowerPoint, Zooming, …), Design, Layout, Format, Schriftarten, u.v.m. Welche Texte, Bilder, Tabellen, Diagramme, … .sind für das Publikum wirklich interessant? Lassen sich diese vereinfachen, kürzen und prägnanter darstellen?

5. Machen Sie sich Gedanken, wie effizient und effektiv Sie präsentieren! Wir leben in einer Gesellschaft, bei der Zeit ein knappes Gut ist und häufig wichtiger als Geld ist. Bringen Sie daher Ihre Botschaften, Aussagen, Beweise auf den Punkt.

Wenn Sie darauf achten, gewinnen multimediale Präsentationen deutlich an Wert und wirken professioneller.

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht dabei, dass Unternehmen sich bei multimedialen Präsentationen extern beraten und unterstützen lassen?

Präsentationen generell, und vor allem multimediale Präsentationen, erfordern heute viel mehr Feinschliff als noch vor fünf Jahren. Das Niveau ist deutlich gestiegen. Mit einer hausbackenen Präsentation wird keiner mehr hinterm Ofen vorgelockt. Menschen haben zudem wenig Zeit, das heißt wer präsentiert, sollte Dinge auf den Punkt bringen, nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell. Das gilt nicht nur für aktuelle Themen etwa auf einer Konferenz, sondern auch für Verkaufs-, Schulungs- und Marketingpräsentationen.

Aber gerade diese Reduktion fällt vielen Menschen schwer, daher macht eine externe Beratung oder Unterstützung viel Sinn. Als Externer hat man einen anderen Blickwinkel und kann dem Unternehmen oder Referenten helfen, noch erfolgreicher zu werden, zum Beispiel sich vom Mitbewerber besser abheben oder das eigene Image verbessern.

Ein weiterer Punkt sind aktuelle Trends. Wir bei smavicon beschäftigen uns tagtäglich damit. Wir wissen, was gerade State-of-the-art ist oder wohin die Reise beim multimedialen Präsentieren geht. Zu uns kommen daher auch viele Unternehmen und Referenten und wollen wissen, was gibt es Neues, was sollte ich an meiner Präsentation ändern, u.v.m.

Der Blick von außen eröffnet neue Perspektiven und schafft einen Mehrwert für das Unternehmen. Sei es, dass man mehr verkaufen will oder Trainingspräsentationen wirkungsvoller werden lassen möchte. Das geht sogar soweit, dass sich die gesamte Präsentationskultur im Unternehmen ändert und damit das Image nach außen positiv prägt.

Es freut uns, dass wir das schon von Kunden positiv zurückgespielt bekommen haben. Zum Thema „Multimediale Präsentationen“ sind wir ein geeigneter Ansprechpartner.

Vielen Dank Herr Garten für das interessante Gespräch rund um das Thema multimediale Präsentationen. Wir freuen uns bereits heute auf Ihren Vortrag im Rahmen der GSA-Conventen. Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Herzlichen Dank, Herr Foitzik.

Das Interview führte Oliver Foitzik, Herausgeber des Wirtschafts- und Mittelstandsmagazins AGITANO und vom HCC-Magazin zum betrieblichen Gesundheitsmanagement.

 

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Der Experte für multimediale Präsentationen (Bild: © Matthias Garten)

Matthias Garten – der führende Experte für multimediale Präsentationen im deutschsprachigen Raum

Matthias Garten, Diplom-Wirtschaftsinformatiker, ist der führende Experte für multimediales Präsentieren im deutschsprachigen Raum, mehrfacher Buchautor und TOP100 Speaker und Top100 Trainer. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentationsagentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 10.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

Weitere Informationen zu seiner Person finden Sie unter http://smavicon.de.

 

Hinweis der Redaktion:

Vom 11. bis 13. September findet die 9. GSA Convention 2014 mit dem Motto „Speaking 3.0“ in Bonn statt, der Dreh- und Angelpunkt der deutschsprachigen und internationalen Rednerszene. Feierlicher Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung werden die erstmalige Verleihung des „German Speakers Global Awards“ an eine herausragende internationale Persönlichkeit sowie die Vergabe des Deutschen Rednerpreises und die Ehrung für die „GSA Hall of Fame“ sein.

 

Oliver Foitzik

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