Technologie

Nanomaterial Silicen erstmals hergestellt – noch vielversprechender als Graphen

Graphen ist die zweidimensionale Form des elementaren Kohlenstoffes – eine nur ein atomdicke Schicht aus Kohlenstoffatomen. Für die Erforschung des Zukunftsmaterials der Elektrotechnik und Elektronik erhielt der Wissenschaftler Andre Geim 2010 den Physik-Nobelpreis. Unter Materialwissenschaftlern gilt Graphen als Wundermaterial: Es weist eine hohe Zugfestigkeit und eine hohe Leitfähigkeit für Strom und Wärme auf und hat bereits zu verschiedentlichen Innovationen geführt, beispielsweise Graphenoxidfolien (eine Supermembran, die nur Wasser passieren lässt und alle anderen Stoffe abspaltet) oder Nanoröhrchen.

Wie Kohlenstoff kann auch das chemisch verwandte Silizium eine nur ein atomdicke Folie aus Sechsringen bilden. Den Erwartungen von Forschern zufolge ist dieses Silicen für Hochleistungselektronik sogar noch geeigneter als Graphen. Einem Forscherteam der Technischen Universität Berlin und der Université Aix-Marseille ist es nun erstmals gelungen, den viel versprechenden Stoff im Labor herzustellen. Die Fachzeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ hat dem materialwissenschaftlichen Durchbruch einen detaillierten Artikel gewidmet. Darin heißt es, dass Silicen – so die Hoffnung der Wissenschaftler – mit der bestehenden Technik deutlich schneller in Mikrochips der Hochleistungselektronik integrieren ließe als Graphen. Für die Entwicklung graphenbasierter Schaltkreise werden selbst im günstigsten Fall zwei Jahrzehnte veranschlagt.

(mb / Quelle: Spektrum der Wissenschaft)

 

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