Panorama

Natürlich LERNEN!

Was können die Erkenntnisse der Neurowissenschaften, der Entwicklungspsychologie, der Wahrnehmungspsychologie, der Emotionsforschung oder gar der Motivationsforschung für die Pädagogik, für die Zukunft der Bildung beitragen? Warum arbeiten Neurowissenschaftler mit Erziehungswissenschaftlern zusammen? Ganz einfach deshalb, weil BEIDE sich mit Lernenden beschäftigen. Mit lernenden Kindern, mit lernenden Jugendlichen, mit lernenden Erwachsenen oder gar mit lernenden Organisationen.

 

NeuroSystemisches Lernen (NSL) – Ergebnis einer erfolgreichen interdisziplinären Zusammenarbeit.

 

Doch was versteht man eigentlich unter Lernen? Lernen meint im Allgemeinen das Speichern von individuell und selektiv erworbenen Informationen aus der Umwelt im Gedächtnis und zeigt sich in einem mehr oder weniger lange anhaltenden, veränderten Verhalten abhängig von früheren Erfahrungen.

Würde allein diese sehr einfache definitorische Grundlegung des Lernens Einzug in deutsche Schulen und Kindergärten, in Nachhilfestudios, in Musikschulen oder Sprachschulen halten, so wären viele Lernsituationen anders als man sie so kennt.

 

Kinder sind die wahren Lernexperten

 

Entgegen den Annahmen von Piaget weiß man heute (Elsbeth Stern 2007), dass Kinder und Erwachsene in vielen Fällen nach den gleichen Prinzipien lernen. Die Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen hinsichtlich der Möglichkeit, über Welt nachzudenken, Schlüsse zu ziehen und zu neuen Einsichten zu gelangen, können, nicht durch unterschiedliche geistige Grundfähigkeiten, sondern nur durch Unterschiede im bereichsspezifischen Wissen erklärt werden. Kinder können demnach als universelle Novizen betrachtet werden, da ihnen in nahezu allen Gebieten das erforderliche Wissen fehlt. Die größten Wissensdefizite weisen Kinder in den Bereichen Kenntnisse über den Umgang mit geistigen Werkzeugen wie Sprache, Mathematik und Mitteln zur bildlichen Veranschaulichung auf.
Entscheidend für Pädagogen, speziell für Pädagogen, die mit kleinen Kindern arbeiten, ist es Wege und Möglichkeiten zu suchen diese Anlagen zu aktivieren. Denn ein in einem praktischen Kontext aktiviertes Denkschema kann leicht auf einen abstrakten Kontext übertragen werden.

 

Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir!

 

Der Lernprozess erfolgt grundlegend nach Prinzipien der Mustersuche, d.h. auf Grund von Ähnlichkeiten und Vertrautheit mit schon vorhandenen Denkstrukturen wird Neues an schon Bekanntes angepasst/ gelernt. Diese „Anpassung“, diese Verbindung wird durch Emotionen hergestellt. Berücksichtigt man diese grundsätzliche natürliche Art und Weise des Menschen zu lernen (Lernen in Mustern und Strukturen), so sollten Lehrer  – um nur ein Beispiel zu nennen – stets darauf bedacht sein, nicht nur die angewandten Strategien bei der Problemlösung kritisch zu beobachten und auf ihre „Richtigkeit“ hin zu überprüfen, sondern sollten darüber hinaus einen Schwerpunkt auf die gemeinsame Entwicklung von Problemlösungsstrategien setzen. Gibt man eine Lösungsstrategie vor und erklärt diese denjenigen, die sie anwenden sollen, so erfolgt im besten Fall aller Fälle eine Lösung dieses einen Problems. Von Transferleistungsfähigkeit oder Problemlösungskompetenz – alles das fordern wir schließlich von unseren Kindern und Jugendlichen – ist man da aber noch weit entfernt.

 

Emotionen als Türöffner für Lernerfolg

 

Der Einfluss von Emotionen auf den Lernprozess und die Gedächtnisbildung ist dank neuerer Technologien in der psychologischen und neurowissenschaftlichen Forschung sehr gut untersucht. Amerikanische Forscher (Kovalik & Olsen) kamen bereits Ende der 90er zu dem Ergebnis, dass Emotionen gleichsam als „Türöffner“ für Lernprozesse und Leistungen fungieren. Das Limbische System filtert jede ankommende Information und ermöglicht die Herstellung möglichst zahlreicher kognitiver Verbindungen. Um den Lernvorgang positiv zu beeinflussen, müssen emotionale Prozesse (spätestens) kurz nach dem Lernvorgang einsetzen. Folgen dieses Prozesses sind vor allem erhöhte Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Aufnahmebereitschaft. D.h. Emotionen teilen uns mit, wie bedeutsam oder unbedeutsam eine Sache ist. Durch diese quasi emotionale Beziehung zur Sache wird wahres Verständnis erst ermöglicht. Nicht nur das Verständnis, auch die Konsolidierung, die Gedächtnisbildung wird durch eben diesen Prozess beeinflusst. Nicht erhöhte Aufmerksamkeit, häufiges Wiederholen oder vertieftes Nachdenken sind – wie man lange angenommen hat – für das Behalten einer Information ausschlaggebend ist, sondern die emotionalen Reaktionen.

 

Wer hat abgespeichert – Amygdala oder Hippocampus?

 

Abgesehen von den durch Angst und negativen Stress hervorgerufenen Blockierungsmechanismen, wie „kalte Hände, niedriger Blutdruck, momentane Sprachlosigkeit, Lähmungserscheinungen, vollkommener Gedächtnisausfall usw. können Angst und negativer Stress selbst in geringer Konzentration erfolgreiches, effizientes Lernen hemmen oder verhindern. Die Amygdala spielt hierbei eine entscheidende Rolle. So konnte jüngst in einigen Versuchen festgestellt werden, dass Informationen, die unter dem Einfluss negativer Emotionen (wie z.B. Angst) gelernt wurden, lediglich im Mandelkern abgespeichert werden, wohingegen bei Lernen unter positiven Emotionen (wie z.B. Freude, Wohlfühlen) die Abspeicherung im Hippocampus erfolgt und somit langzeitig ist. Nur in angstfreier Umgebung kann erfolgreiches Lernen stattfinden. Negativer Stress vermindert die ordnenden Funktionen des Gehirns und die Fähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses bleibende Erinnerungen zu formen.

 

Ich schaukle nur mein Gehirn wach

 

Für Wahrnehmen, Denken, Erkennen, Lehren und Lernen ist nun nicht nur Wachheit Voraussetzung, sondern vor allem Aufmerksamkeit erwünscht. Vielerorts hört man Pädagogen klagen: „Ach, die Kinder können sich einfach nicht mehr konzentrieren. Ich hab so viele Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen, das wird immer schlimmer“. Es stellt sich jedoch die Frage was es mit der angeblichen Zunahme von Kindern mit „Aufmerksamkeitsstörungen“ zu tun hat, wenn ein Kind von 8 Jahren, nachdem es über eineinhalb Stunden von einer Lehrkraft zum bloßen Zuhören gezwungen wird, unruhig wird und versucht sich zu bewegen. Dies ist eine absolut natürliche Reaktion – viel eher sollte man sich Gedanken über diejenigen machen, die diese Reaktion nicht aufzeigen. Wäre besagter Schüler ein Kind einer Lernpsychologin gewesen, so hätte er vermutlich dem Lehrer geantwortet: „Aber das ist wichtig – schließlich muss mein Gehirn wach bleiben.“

 

Der Mensch an sich ist lernsüchtig

 

Der Trieb nach Erkenntnis kann gleichsam als menschlicher Motor für Lernen und Entwicklung betrachtet werden. Es gibt schließlich nichts, was das Gehirn lieber tut als LERNEN. Beschäftigt man sich beispielsweise mit einem schwierigen Problem und investiert viel geistige Energie darin es zu lösen. Gelingt dies schließlich, so gibt es diesen wunderbaren kurzen, ja viel zu kurzen Augenblick des „Ahas“, der uns für Sekunden in einen beneidenswerten Glückszustand (Dank sei der Dopaminausschüttung) versetzt. Hierbei werden Botenstoffe im Gehirn ausgeschüttet, die das körpereigene Belohnungszentrum anregen – ähnlich wie beim Genuss von Schokolade, Kokain oder Sex. Dieser dem homo sapiens eigene Trieb wird von Hirnforschern auch als „Kapiertrieb“ bezeichnet. So empfinden wir Lust dabei Einzelheiten zu einem Ganzen zu fügen und neue Verknüpfungen zu erkennen. Es spielt dabei – für das Gehirn – keine Rolle, ob es sich um die Pointe eines Witzes handelt oder um die Erkenntnis eines mathematischen Theorems. Der Mensch an sich ist lernsüchtig.

 

Der Kapiertrieb darf nicht sterben

 

Das Modell des NeuroSystemisches Lernen will vor allem eines bewirken: Der Kapiertrieb darf nicht sterben. So ist es heute vor allen Dingen Aufgabe und Pflicht der Wissenschaftler, Politiker und Praktiker Bildungsinstitutionen, Lernsituationen und Lernmaterialien zu entwickeln, die es JEDEM Lernenden ermöglichen seinen Kapiertrieb frei ausleben zu können.

 

NSL in Kindergärten: KINDERKOSMOS

 

KINDERKOSMOS – Der perfekte Ort für „die wahren Lernexperten“ oder die Qualitätsinitiative in frühkindlicher Bildung. Der Pilot entstand 2005 an der Deutschen Humboldt Schule in Guayaquil/Ecuador. Neue kindliche Lebenswelten führen zu neuen Lern- & Entwicklungsaufgaben und fordern neue Ansätze und Methoden. Wissenschaftler und Praktiker aus Deutschland und Ecuador haben Kinderkosmos entwickelt und umgesetzt.

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der Hirnforschung, Entwicklungspsychologie, Emotions- und Sprachforschung im Bereich frühkindlicher Bildung fordern und ermöglichen die fundierte Entwicklung und Umsetzung von neuen Ansätzen und Methoden frühkindlicher Pädagogik und Didaktik. Ziel ist u.a. auch die individuelle Entwicklungsförderung & -dokumentation in Kindergruppen zu ermöglichen. Individuelle Förderung und Forderung  durch optimiertes Lern-& Entwicklungsarrangement nach dem Konzept der NeuroSystemischen Didaktik. 

 

NSL in Lernstudios: C-COLLEGE

 

Aktivität ist der Schlüssel! Nur wer aktiv und motiviert ist, so der Ansatz des Augsburger C-COLLEGE, kann Neues lernen und dann erfolgreich in der Prüfung anwenden. Statt sich alleine durch den Lernstoff mit Hilfe eines Nachhilfelehrers zu schlagen, lernt man im C-COLLEGE in kleinen Teams mit kompetenten Trainern. Lernfördernd eingesetzt werden moderne Technologien, wie interactive Whiteboards und Laptops und eine coole Atmosphäre. Basierend auf international bewährten Lernmethoden und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Hirnforschung wurden spezielle Kurse und Materialien entwickelt, die auf das individuelle Lernverhalten des Schülers abgestimmt sind und so endlich den Erfolg in den Prüfungen bringen.

 

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Kurzprofil: Frau Dr. Michaela Meier

 

Projekt Bildung Institut GmbH & Co. KG
Institut für angewandte Bildungswissenschaften

 

Vita: Lehrerin und Musikpädagogin. Promotion: Neuropädagogik, Studium der Neurowissenschaften, 2jähriges Postdoc-Reformprojekt (Ecuador) – arbeitet seit 11 Jahren  für Kindergärten, Schulen, Universitäten, Ministerien und Verlage.

 

Dr. Michaela Meier entwickelte für C-COLLEGE das pädagogische Gesamtkonzept. Sie berät Eltern und Schüler und leitet die Aus- und Weiterbildung der Lernberater und Trainer.

 

Ihre Schwerpunkte sind: Lehr- und Lernforschung, Early Education Research, Change Management in Bildungsinstitutionen, Lehr- und Lernmaterialentwicklung, Aufbau von Bildungsinstitutionen.

 

Lebensmotto: "Shoot for the moon. Even if you miss it you will land among the stars." (Les Brown)

 

 

Was können die Erkenntnisse der Neurowissenschaften, der Entwicklungspsychologie, der Wahrnehmungspsychologie, der Emotionsforschung oder gar der Motivationsforschung für die Pädagogik, für die Zukunft der Bildung beitragen? Warum arbeiten Neurowissenschaftler mit Erziehungswissenschaftlern zusammen? Ganz einfach deshalb, weil BEIDE sich mit Lernenden beschäftigen. Mit lernenden Kindern, mit lernenden Jugendlichen, mit lernenden Erwachsenen oder gar mit lernenden Organisationen.

 

NeuroSystemisches Lernen (NSL) – Ergebnis einer erfolgreichen interdisziplinären Zusammenarbeit.

 

Doch was versteht man eigentlich unter Lernen? Lernen meint im Allgemeinen das Speichern von individuell und selektiv erworbenen Informationen aus der Umwelt im Gedächtnis und zeigt sich in einem mehr oder weniger lange anhaltenden, veränderten Verhalten abhängig von früheren Erfahrungen.

Würde allein diese sehr einfache definitorische Grundlegung des Lernens Einzug in deutsche Schulen und Kindergärten, in Nachhilfestudios, in Musikschulen oder Sprachschulen halten, so wären viele Lernsituationen anders als man sie so kennt.

 

Kinder sind die wahren Lernexperten

 

Entgegen den Annahmen von Piaget weiß man heute (Elsbeth Stern 2007), dass Kinder und Erwachsene in vielen Fällen nach den gleichen Prinzipien lernen. Die Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen hinsichtlich der Möglichkeit, über Welt nachzudenken, Schlüsse zu ziehen und zu neuen Einsichten zu gelangen, können, nicht durch unterschiedliche geistige Grundfähigkeiten, sondern nur durch Unterschiede im bereichsspezifischen Wissen erklärt werden. Kinder können demnach als universelle Novizen betrachtet werden, da ihnen in nahezu allen Gebieten das erforderliche Wissen fehlt. Die größten Wissensdefizite weisen Kinder in den Bereichen Kenntnisse über den Umgang mit geistigen Werkzeugen wie Sprache, Mathematik und Mitteln zur bildlichen Veranschaulichung auf.
Entscheidend für Pädagogen, speziell für Pädagogen, die mit kleinen Kindern arbeiten, ist es Wege und Möglichkeiten zu suchen diese Anlagen zu aktivieren. Denn ein in einem praktischen Kontext aktiviertes Denkschema kann leicht auf einen abstrakten Kontext übertragen werden.

 

Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir!

 

Der Lernprozess erfolgt grundlegend nach Prinzipien der Mustersuche, d.h. auf Grund von Ähnlichkeiten und Vertrautheit mit schon vorhandenen Denkstrukturen wird Neues an schon Bekanntes angepasst/ gelernt. Diese „Anpassung“, diese Verbindung wird durch Emotionen hergestellt. Berücksichtigt man diese grundsätzliche natürliche Art und Weise des Menschen zu lernen (Lernen in Mustern und Strukturen), so sollten Lehrer  – um nur ein Beispiel zu nennen – stets darauf bedacht sein, nicht nur die angewandten Strategien bei der Problemlösung kritisch zu beobachten und auf ihre „Richtigkeit“ hin zu überprüfen, sondern sollten darüber hinaus einen Schwerpunkt auf die gemeinsame Entwicklung von Problemlösungsstrategien setzen. Gibt man eine Lösungsstrategie vor und erklärt diese denjenigen, die sie anwenden sollen, so erfolgt im besten Fall aller Fälle eine Lösung dieses einen Problems. Von Transferleistungsfähigkeit oder Problemlösungskompetenz – alles das fordern wir schließlich von unseren Kindern und Jugendlichen – ist man da aber noch weit entfernt.

 

Emotionen als Türöffner für Lernerfolg

 

Der Einfluss von Emotionen auf den Lernprozess und die Gedächtnisbildung ist dank neuerer Technologien in der psychologischen und neurowissenschaftlichen Forschung sehr gut untersucht. Amerikanische Forscher (Kovalik & Olsen) kamen bereits Ende der 90er zu dem Ergebnis, dass Emotionen gleichsam als „Türöffner“ für Lernprozesse und Leistungen fungieren. Das Limbische System filtert jede ankommende Information und ermöglicht die Herstellung möglichst zahlreicher kognitiver Verbindungen. Um den Lernvorgang positiv zu beeinflussen, müssen emotionale Prozesse (spätestens) kurz nach dem Lernvorgang einsetzen. Folgen dieses Prozesses sind vor allem erhöhte Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Aufnahmebereitschaft. D.h. Emotionen teilen uns mit, wie bedeutsam oder unbedeutsam eine Sache ist. Durch diese quasi emotionale Beziehung zur Sache wird wahres Verständnis erst ermöglicht. Nicht nur das Verständnis, auch die Konsolidierung, die Gedächtnisbildung wird durch eben diesen Prozess beeinflusst. Nicht erhöhte Aufmerksamkeit, häufiges Wiederholen oder vertieftes Nachdenken sind – wie man lange angenommen hat – für das Behalten einer Information ausschlaggebend ist, sondern die emotionalen Reaktionen.

 

Wer hat abgespeichert – Amygdala oder Hippocampus?

 

Abgesehen von den durch Angst und negativen Stress hervorgerufenen Blockierungsmechanismen, wie „kalte Hände, niedriger Blutdruck, momentane Sprachlosigkeit, Lähmungserscheinungen, vollkommener Gedächtnisausfall usw. können Angst und negativer Stress selbst in geringer Konzentration erfolgreiches, effizientes Lernen hemmen oder verhindern. Die Amygdala spielt hierbei eine entscheidende Rolle. So konnte jüngst in einigen Versuchen festgestellt werden, dass Informationen, die unter dem Einfluss negativer Emotionen (wie z.B. Angst) gelernt wurden, lediglich im Mandelkern abgespeichert werden, wohingegen bei Lernen unter positiven Emotionen (wie z.B. Freude, Wohlfühlen) die Abspeicherung im Hippocampus erfolgt und somit langzeitig ist. Nur in angstfreier Umgebung kann erfolgreiches Lernen stattfinden. Negativer Stress vermindert die ordnenden Funktionen des Gehirns und die Fähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses bleibende Erinnerungen zu formen.

 

Ich schaukle nur mein Gehirn wach

 

Für Wahrnehmen, Denken, Erkennen, Lehren und Lernen ist nun nicht nur Wachheit Voraussetzung, sondern vor allem Aufmerksamkeit erwünscht. Vielerorts hört man Pädagogen klagen: „Ach, die Kinder können sich einfach nicht mehr konzentrieren. Ich hab so viele Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen, das wird immer schlimmer“. Es stellt sich jedoch die Frage was es mit der angeblichen Zunahme von Kindern mit „Aufmerksamkeitsstörungen“ zu tun hat, wenn ein Kind von 8 Jahren, nachdem es über eineinhalb Stunden von einer Lehrkraft zum bloßen Zuhören gezwungen wird, unruhig wird und versucht sich zu bewegen. Dies ist eine absolut natürliche Reaktion – viel eher sollte man sich Gedanken über diejenigen machen, die diese Reaktion nicht aufzeigen. Wäre besagter Schüler ein Kind einer Lernpsychologin gewesen, so hätte er vermutlich dem Lehrer geantwortet: „Aber das ist wichtig – schließlich muss mein Gehirn wach bleiben.“

 

Der Mensch an sich ist lernsüchtig

 

Der Trieb nach Erkenntnis kann gleichsam als menschlicher Motor für Lernen und Entwicklung betrachtet werden. Es gibt schließlich nichts, was das Gehirn lieber tut als LERNEN. Beschäftigt man sich beispielsweise mit einem schwierigen Problem und investiert viel geistige Energie darin es zu lösen. Gelingt dies schließlich, so gibt es diesen wunderbaren kurzen, ja viel zu kurzen Augenblick des „Ahas“, der uns für Sekunden in einen beneidenswerten Glückszustand (Dank sei der Dopaminausschüttung) versetzt. Hierbei werden Botenstoffe im Gehirn ausgeschüttet, die das körpereigene Belohnungszentrum anregen – ähnlich wie beim Genuss von Schokolade, Kokain oder Sex. Dieser dem homo sapiens eigene Trieb wird von Hirnforschern auch als „Kapiertrieb“ bezeichnet. So empfinden wir Lust dabei Einzelheiten zu einem Ganzen zu fügen und neue Verknüpfungen zu erkennen. Es spielt dabei – für das Gehirn – keine Rolle, ob es sich um die Pointe eines Witzes handelt oder um die Erkenntnis eines mathematischen Theorems. Der Mensch an sich ist lernsüchtig.

 

Der Kapiertrieb darf nicht sterben

 

Das Modell des NeuroSystemisches Lernen will vor allem eines bewirken: Der Kapiertrieb darf nicht sterben. So ist es heute vor allen Dingen Aufgabe und Pflicht der Wissenschaftler, Politiker und Praktiker Bildungsinstitutionen, Lernsituationen und Lernmaterialien zu entwickeln, die es JEDEM Lernenden ermöglichen seinen Kapiertrieb frei ausleben zu können.

 

NSL in Kindergärten: KINDERKOSMOS

 

KINDERKOSMOS – Der perfekte Ort für „die wahren Lernexperten“ oder die Qualitätsinitiative in frühkindlicher Bildung. Der Pilot entstand 2005 an der Deutschen Humboldt Schule in Guayaquil/Ecuador. Neue kindliche Lebenswelten führen zu neuen Lern- & Entwicklungsaufgaben und fordern neue Ansätze und Methoden. Wissenschaftler und Praktiker aus Deutschland und Ecuador haben Kinderkosmos entwickelt und umgesetzt.

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der Hirnforschung, Entwicklungspsychologie, Emotions- und Sprachforschung im Bereich frühkindlicher Bildung fordern und ermöglichen die fundierte Entwicklung und Umsetzung von neuen Ansätzen und Methoden frühkindlicher Pädagogik und Didaktik. Ziel ist u.a. auch die individuelle Entwicklungsförderung & -dokumentation in Kindergruppen zu ermöglichen. Individuelle Förderung und Forderung  durch optimiertes Lern-& Entwicklungsarrangement nach dem Konzept der NeuroSystemischen Didaktik. 

 

NSL in Lernstudios: C-COLLEGE

 

Aktivität ist der Schlüssel! Nur wer aktiv und motiviert ist, so der Ansatz des Augsburger C-COLLEGE, kann Neues lernen und dann erfolgreich in der Prüfung anwenden. Statt sich alleine durch den Lernstoff mit Hilfe eines Nachhilfelehrers zu schlagen, lernt man im C-COLLEGE in kleinen Teams mit kompetenten Trainern. Lernfördernd eingesetzt werden moderne Technologien, wie interactive Whiteboards und Laptops und eine coole Atmosphäre. Basierend auf international bewährten Lernmethoden und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Hirnforschung wurden spezielle Kurse und Materialien entwickelt, die auf das individuelle Lernverhalten des Schülers abgestimmt sind und so endlich den Erfolg in den Prüfungen bringen.

 

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Kurzprofil: Frau Dr. Michaela Meier

 

Projekt Bildung Institut GmbH & Co. KG
Institut für angewandte Bildungswissenschaften

 

Vita: Lehrerin und Musikpädagogin. Promotion: Neuropädagogik, Studium der Neurowissenschaften, 2jähriges Postdoc-Reformprojekt (Ecuador) – arbeitet seit 11 Jahren  für Kindergärten, Schulen, Universitäten, Ministerien und Verlage.

 

Dr. Michaela Meier entwickelte für C-COLLEGE das pädagogische Gesamtkonzept. Sie berät Eltern und Schüler und leitet die Aus- und Weiterbildung der Lernberater und Trainer.

 

Ihre Schwerpunkte sind: Lehr- und Lernforschung, Early Education Research, Change Management in Bildungsinstitutionen, Lehr- und Lernmaterialentwicklung, Aufbau von Bildungsinstitutionen.

 

Lebensmotto: "Shoot for the moon. Even if you miss it you will land among the stars." (Les Brown)

 

 

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