Energie & Umwelt

Netzausbau: Übertragungsnetzbetreiber übergeben Netzentwicklungsplan

Die Bundesnetzagentur in Bonn hat den Entwurf des ersten nationalen Netzentwicklungsplans Strom an die Bundesregierung überreicht.

"Der Netzentwicklungsplan ist ein zentraler Schritt zur Umsetzung der Energiewende. Ohne Umbau der Stromnetze laufen die Fortschritte bei der Nutzung erneuerbarer Energien ins Leere", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur in einer ersten Stellungnahme.

Der Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom enthält alle Maßnahmen, die aus Sicht der ÜNB innerhalb der nächsten zehn Jahre für ein sicheres Übertragungsnetz erforderlich sind. Der Entwurf des Netzentwicklungsplans wurde auf Basis des von der Bundesnetzagentur Ende 2011 genehmigten sog. Szenariorahmens erstellt. Der Szenariorahmen prognostiziert die voraussichtliche Erzeugungs- und Verbrauchssituation in zehn Jahren.

"Schwerpunkt der im Entwurf des Netzentwicklungsplans ausgewiesenen Netzverstärkungen und Neubaumaßnahmen sind leistungsstarke Nord-Süd-Leitungen, um die verbrauchsstarken und vom Ausstieg aus der Kernenergie besonders betroffenen Regionen in Südwestdeutschland mit dem durch den Zubau an Windenergie geprägten Norddeutschland zu verbinden", so die vier ÜNB. "Dabei spielt neben der Optimierung und Verstärkung des Bestandsnetzes u.a. auch der Einsatz innovativer Technologien wie der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) eine wichtige Rolle. Unter Beachtung dieser Prämissen ist mit einem beträchtlichen Ausbau des Übertragungstragungsnetzes in bestehenden sowie in neuen Trassen zu rechnen."

Mit der öffentlichen Vorstellung dieses Entwurfs durch die ÜNB startet eine Konsultation, in der die Öffentlichkeit Stellung nehmen kann. Anschließend ist es Aufgabe der Bundesnetzagentur, den überarbeiteten Netzentwicklungsplan zu prüfen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Überprüfung des energiewirtschaftlichen Netzausbaubedarfs sowie der damit einhergehenden Umweltauswirkungen. Der von der Bundesnetzagentur geprüfte Entwurf des Netzentwicklungsplans wird anschließend noch einmal zur öffentlichen Konsultation gestellt.

"Wir wollen den Umstieg auf die erneuerbaren Energien beschleunigen und möglichst die ganze Gesellschaft in diesen Prozess einbeziehen", betonte Homann. "In jedem Verfahrensschritt können sich die betroffenen Behörden, Verbände und Bürger beteiligen."

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) kommentiert:

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, hat zusammen mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Bundesumweltminister Peter Altmaier mit dem Präsidenten der Bundesnetzagentur BNetzA, Jochen Homann, und den Geschäftsführern der vier Übertragungsnetzbetreiber aktuelle Fragen des Netzausbaus diskutiert. Während des Treffens haben die Übertragungsnetzbetreiber den Entwurf für den ersten nationalen Netzentwicklungsplan übergeben.

Bundesminister Rösler: "Der Netzausbau ist eine zentrale Herausforderung beim Umbau der Energieversorgung. Im letzten Sommer haben wir die Weichen gestellt und mit dem Netzentwicklungsplan erstmals eine koordinierte Planung der Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland eingeführt. Ich begrüße sehr, dass die Übertragungsnetzbetreiber der Bundesnetzagentur ihren ersten Entwurf eines Netzentwicklungsplans noch vor Ablauf der gesetzlichen Frist vorgelegt haben. Denn wenn es um den Umbau der Energieversorgung in Deutschland geht, dürfen wir keine Zeit verlieren. Jetzt können Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung dazu einbringen. Denn ohne die Akzeptanz der Bevölkerung können wir dieses Gemeinschaftsprojekt nicht stemmen."

In den kommenden sechs Wochen hat die Öffentlichkeit Gelegenheit, Stellungnahmen zum Netzentwicklungsplan abzugeben. Im Anschluss daran wird die BNetzA den Netzentwicklungsplan prüfen und erneut die Öffentlichkeit konsultieren. Auf dieser Grundlage wird die BNetzA dann einen Entwurf für einen Bundesbedarfsplan erarbeiten und diesen der Bundesregierung vorlegen. Der Bundesbedarfsplan, der vom Bundestag als Gesetz verabschiedet wird, ist Voraussetzung für die Durchführung der verkürzten Planungs- und Genehmigungsverfahren nach dem Netzausbaubeschleunigungsgesetz.

Bundesminister Rösler: "Ich erwarte, dass die Übertragungsnetzbetreiber und die Bundesnetzagentur den laufenden Prüfungs- und Konsultationsprozess weiter beschleunigen, damit der Bundesbedarfsplan zügig beschlossen werden kann. Ich konnte mich heute vergewissern, dass die Bundesnetzagentur mit kompetentem Personal in den Startlöchern steht, zukünftig die Bundesfachplanung und die Planfeststellungsverfahren für die geplanten Stromautobahnen zu übernehmen. Dies sollten auch die Länder anerkennen und der Übertragung der Planfeststellung auf die Bundesnetzagentur ihre Zustimmung nicht verweigern."

Den Netzentwicklungsplan Strom finden Sie hier zum Download.

 

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