Energie & Umwelt

Neuer Erdölfund in Bayerisch Schwaben bei Augsburg

Die BASF-Tochter Wintershall hat drei erdölfündige Bohrungen im bayerischen Alpenvorland südlich von Augsburg gemeldet. Die Test-Bohrungen „Aitingen Süd 2“, „Schwabmünchen 7“ und „Aitingen Nord-Ost 1“ seien erfolgreich gewesen. In die Testbohrungen seit November 2011 wurden zusammen 7,5 Millionen Euro investiert. Ab Mai soll das Öl gefördert und dann in die Raffinerie nach Lingen transportiert werden. Das Fördergebiet wird bereits seit 1979 ausgebeutet. 2011 wurden hier insgesamt 30.000 Tonnen Rohöl gefördert. Mit den neuen Funden erhöht sich die Anzahl der Förderstätten im Alpenvorland auf zehn, die Förderung sei damit hier für die kommenden zwei Jahrzehnte gesichert. Genaue Angaben über die möglichen neuen Fördermengen wurden allerdings zunächst nicht genannt.

Insgesamt 3% des deutschen Ölverbrauchs wird durch die heimische Förderung gedeckt: Neben den 30.000 Tonnen aus bayerisch Schwaben stammen 30.000 Tonnen pro Jahr aus den 70 aktiven Bohrungen im pfälzischen Landau (Oberrheingraben), 140.000 Tonnen werden in Westniedersachsen gefördert. Die mit Abstand größte deutsche Förderquelle ist Mittelplate im Wattenmeer mit rund 2 Millionen Tonnen Rohöl im Jahr.

Wintershall plant nun weitere Explorationen im Alpenvorland. Dabei soll eine innovative Technologie eingesetzt werden, die wesentlich schneller und zugleich kosteneffizienter ist, als die bisher angewandten seismischen Methoden: Von einem Hubschrauber aus sollen spezielle Messantennen an den Kufen für Erdölfelder charakteristische elektromagnetische Felder eines bestimmten Frequenzbereichs aufspüren. Die Exploationsflüge in bayerisch Schwaben werden vom 29. Februar bis 5. März durchgeführt. Außerhalb von Ortschaften wird der Helikopter in einer Höhe von 25-50 Metern mit einer Geschwindigkeit von 25 bis 35 km/h Nord-Süd-Bahnen im Abstand von 100 Metern fliegen. Innerhalb von Ortschaften erhöht sich die Flughöhe auf rund 300 Meter. Erkundet wird zunächst eine Fläche von 93 Quadratkilometern bei Großaitingen, Kleinaitingen, Graben und Wehringen.
(mb)

 

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