Technologie

Neues Verfahren für umweltfreundliches Bio-Plastik aus Holzresten erfunden

Forscher am Fraunhofer Institut für Chemische Technologie in Pfinztal haben einen bio-basierten Kunststoff aus Holzresten entwickelt, der wie ein herkömmlicher thermoplastischer Kunststoff verarbeitet werden kann, aber dabei gleichzeitig die Umwelt schont. Bisherige Biokunststoffe, die auf den Ausgangsstoff Erdöl verzichteten, basierten meist auf Mais oder Zucker und konkurrierten damit mit den Nutzflächen zur Lebensmittelproduktion, was insbesondere für ärmere Länder verhängnisvolle Konsequenzen haben kann. Die neue Technologie basiert nun weder auf Erdöl, noch konkurriert sie mit Anbauflächen für Nahrungsmittel.

Die Lösung kam den beiden Forschern Jürgen Pfitzer und Helmut Nägele dabei eher zufällig: In einem anderen Projekt hatten Forscher-Kollegen ein umweltschonendes Verfahren entwickelt, um Lignin auf „unchemischem“ Weg aus der Zellulose von Pflanzen- und Holzresten zu lösen. Dieser faserige Stoff verleiht Bäumen erst ihre Widerstandsfähigkeit und Stabilität gegenüber mechanischen Belastungen. Lignin fällt in industriellen Prozessen weltweit zu Millionen Tonnen an, wurde jedoch bislang ungenutzt als Abfallstoff verbrannt. Mit dem neuen Verfahren bietet sich jedoch jetzt die Möglichkeit, den Stoff als Grundlage für den bio-basierten Kunststoff zu verwenden.
(mb)

 

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