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New Work: Neue Touchpoints zwischen Mitarbeiter & Führungskraft

Die Marketingspezialistin und Management-Consultant Anne M. Schüller zeigt im heutigen Beitrag ihrer „Touchpoint Montags-Themenserie“ auf, wie sich die Arbeitswelt von morgen – als New Work –  verändert, wie die Führung zukünftig aussieht und welche Schlüsselaufgaben hier angegangen und gemeistert werden müssen. Letzte Woche sprach Sie im Beitrag „Interne Touchpoints: 30 Punkte für eine gute Mitarbeiterführung“, wie mit einer Selbstbild–Fremdbild–Führungsstil-Analyse die Qualität der Mitarbeiterführung richtig eingeschätzt werden kann.

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(Bild: Rainer Sturm / pixelio.de).

New Work: Die neue Arbeitswelt von heute und morgen

Die Arbeitsbeziehungen haben sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Sie sind globaler, digitaler und auch weiblicher geworden – und all das auf hohem Niveau. Sie sind von einer neuen „Buntheit“ gekennzeichnet, kleinteiliger und vielschichtiger geworden, und auch stärker nach außen vernetzt. Immer mehr Menschen werden neben einer Festanstellung schon bald einen (Mini-)Zweitjob haben, in dem sie erwerbstätig sind. Oder sie werden zeitweilig selbstständig sein. Die lebenslange Anstellung existiert nur noch in den Geschichtsbüchern der Arbeitswissenschaft. Die Beschäftigten werden aus dem befriedeten Gelände der Firmengebäude in die freie Wildbahn entlassen.

Neben einer Kernbelegschaft in herkömmlichen Arbeitsverhältnissen gibt es zunehmend eine Zusammenarbeit ohne klassischen Arbeitsvertrag: in Projekten, mit Freelancern, mit Zeitarbeitsfirmen, mit Interimsmanagern. Es gibt mehr befristete Arbeitsverträge, höhere Teilzeitquoten, mehr outgesourcte Bereiche wie auch eine größere Zahl an mitarbeitenden Spezialisten, Zulieferern und Businesspartnern. Der stationäre Arbeitsplatz und das eigene Büro werden im Zuge dessen zurückgedrängt. Fernanwesenheit, eine mobile Arbeitskultur, flexible Arbeitszeitmodelle, virtuelle Teams und das Homeoffice haben Hochkonjunktur.

Führen geht in der New Work anders

In Zukunft wird vornehmlich für Denkleistung bezahlt. Gutes Wissen, das noch fehlt und kurzfristig verfügbar sein muss, wird über Externe zugekauft. Man umgibt sich mit den jeweils besten Leuten für einen bestimmten Job. So werden Unternehmen zu Drehkreuzen, zu Oasen für digitale Nomaden und von „Kollaborateur-Satelliten“ umkreist. Dabei steht Kollaboration, unabhängig von der Form des Arbeitsvertrags, für ein effizientes Miteinanderarbeiten. Der Kollaborateur im heutigen Sinne ist also ein auf konstruktive Weise Mitarbeitender.

Bei all dem werden Leadership-Personen in Zukunft vor ganz neue Herausforderungen gestellt: Die Oberen müssen lernen, die neuen Arbeitsmodelle zu meistern, also nicht anwesende und nicht angestellte Mitarbeitende zu führen und so schnell wie möglich produktiv zu machen. Ganz neue Touchpoints werden dabei entstehen. Alles wird zunehmend modular organisiert. Anfallende Arbeitsaufträge werden mehr und mehr über Projekte gesteuert. Hierzu werden vor allem Netzwerk-Organisatoren und projektleitende Moderatoren benötigt. Macht- und Kontrollverlust ist eine unausbleibliche Folge. Ganz andere Führungsstile rücken nach vorn: Möglichmacher, Katalysatoren und kundenfokussierte Leader werden von nun an gebraucht. Und für Führungskarrieren kommen ausschließlich Menschenspezialisten infrage.

Re-Start: Mit sieben Schlüsselaufgaben die Zukunft erreichen

Noch vor technologischen und produktbasierten Innovationen sind jetzt zuallererst Management-Innovationen dringendst vonnöten. Ein Umkrempeln der Unternehmenskultur ist Schritt Nummer eins. Vernetzung und Kollaboration sind die Keywords zum Ziel. Ein zaghaftes Auffrischen von Bestehendem reicht dabei nicht aus. Vieles muss einer schöpferischen Unruhe und manches einer schöpferischen Zerstörung (Joseph Schumpeter) preisgegeben werden, um Raum für Neues, Passenderes zu schaffen, und sich für den Wettbewerb der Zukunft zu rüsten. Weitermachen wie bisher ist jedenfalls keine Option. Ein Re-Start ist dran. Nur zu. Die Spielregeln werden nie mehr die alten sein.

Sieben Schlüsselaufgaben der sind dabei in Angriff zu nehmen:

  • Schwarmintelligenz integrieren
  • Kollaborative Strukturen implementieren
  • Gefühlte Hierarchien reduzieren
  • Regelwerke dezimieren
  • Silodenke demontieren
  • Sich digital transformieren
  • Den Kundenfokus forcieren

Wie diese Aufgaben der New Work im Einzelnen gestalten sind, darum wird es in den kommenden Beiträgen gehen.

Ihre Anne M. Schüller

 

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(c) Anne M. Schüller

Über Anne M. Schüller:

Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, Businesscoach und mehrfache Bestsellerautorin. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als Europas führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung. Sie zählt zu den gefragtesten Referenten im deutschsprachigen Raum. Sie hält Vorträge und Workshops zum Thema. Sie ist Gastdozentin an mehreren Hochschulen. Zu ihrem Kundenkreis zählt die Elite der Wirtschaft. Ab sofort bildet ihr Touchpoint Institut auch zertifizierte Touchpoint Manager aus. Informationen und Kontakt: www.touchpoint-management.de.

 

Die Bücher zum Thema:

Schüller, Buch, TouchpointsTouchpoints. Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute
Managementstrategien für unsere neue Businesswelt

(Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Gunter Dueck)

Gabal, 4. aktualisierte Auflage, 350 S., 29,90 Euro
ISBN: 978-3-86936-330-1

Ausgezeichnet als Mittelstandsbuch des Jahres und mit dem Deutschen Trainerbuchpreis 2012.

 

 

Mitarbeiterführung in unserer neuen Businesswelt
(© Gabal)

Ein weiteres Buch von Anne M. Schüller zum Thema:

Das Touchpoint-Unternehmen
Mitarbeiterführung in unserer neuen Businesswelt

Gabal, März 2014, 368 S., 29,90 Euro
ISBN: 978-3-86936-550-3

Oliver Foitzik

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