Energie & Umwelt

Newsflash für den 21.09.2010

1. Atomkraft – Russlands zweiter Schneller Brüter 2013 betriebsbereit.
2. Atomkraft – Uranbedarf verdreifacht sich innerhalb 15-20 Jahren.
3. Transafghanische Gaspipeline.
4. 265 MW Offshore-Windpark vor Schwedens Küste.
5. Ägypten – Erdölexploration an der Grenze zum Sudan.
6. Arktisches Forum in Moskau – Entwicklung, Umweltschutz und Bodenschätze im Polargebiet.
7. Golf von Mexiko – Ölquelle endgültig versiegelt.
8. Russland: Torfböden werden nach Großbränden wieder bewässert.

 

Atomkraft – Russlands zweiter Schneller Brüter 2013 betriebsbereit:
Russland wird im ersten Quartal 2013 einen zweiter Schneller Brüter im Atomkraftwerk Belojarsk am Ural mit Kernbrennstoff beladen. Der Schnelle Brüter der Atomholding Atomenergoprom vom Typ BN-800 wird mit einer Leistung von 800 Megawatt konstruiert. Die Betriebszeit des 1980 erbauten Schnellen Brüters vom Typ BN-600 lief im Frühjahr 2010 ab, wurde aber nach einer Prüfung verlängert. Ein Brutreaktor dient allgemein nicht nur der Energiegewinnung, sondern auch zur Herstellung von weiterem spaltbarem Material. Der Vorteil dieses Reaktors ist, dass natürliches Uran verwendet werden kann, da kein U-235 angereichert werden muss und gleichzeitig weiteres spaltbares Material erzeugt wird. Am Ende der Energieprozesskette fällt allerdings das hochtoxische Plutonium an, das zur Kernwaffenproduktion verwendet werden kann. Wasser ist in diesen Reaktoren als Kühlmittel nicht möglich, stattdessen wird flüssiges Natrium verwendet. Allerdings ist die Natrium-Kühlung sehr wartungsintensiv und gilt daher als unwirtschaftlich. Zudem sind enorme Sicherheitsvorkehrungen erforderlich, da Natrium bei Kontakt mit Wasser sehr heftig reagiert und durch Luftkontakt brennbar ist.

 

Atomkraft – Uranbedarf verdreifacht sich innerhalb 15-20 Jahren:
Der Bedarf an Uran auf dem Weltmarkt wird sich laut des Chefs des russischen Atomkonzerns Rosatom, Sergej Kirijenko, in den nächsten 15 bis 20 Jahren verdreifachen. Derzeit liegt bei der Uranförderung die Gewinnung unter dem Verbrauch. Der Mangel wird aus eingelagerten Reserven (z.B. amerikanischen und russischen Atomsprengköpfen) ausgeglichen. Diese Reserven werden allerdings in den nächsten Jahren ausgeschöpft sein. Eine Verteuerung des Rohstoffs Uran ist daher absehbar.

 

Transafghanische Gaspipeline:
Im Dezember 2010 soll bei einem vierseitigen Gipfel in Aschchabad eine definitive Entscheidung über den Bau der Transafghansichen Gaspipeline getroffen werden. Die Pipeline soll 1.600 km von Turkmenistan über Afghanistan und Pakistan nach Indien verlaufen und über eine Kapazität von 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Jahr verfügen. Gesamtkosten: 4 Mrd. USD. Das Pipeline-Projekt war bereits in den 1990ern vorangetrieben, aber durch den afghanischen Bürgerkrieg unterbrochen worden.

 

265 MW Offshore-Windpark vor Schwedens Küste:
Der schwedische Umweltgerichtshof hat den Offshore-Windpark Storgrundet 11 km vor der schwedischen Küste bei Söderhamn genehmigt. Das Projekt wurde von wpd entwickelt. Die 53 Turbinen sollen eine Gesamtleitung von bis zu 265 MW entwickeln.

 

Ägypten – Erdölexploration an der Grenze zum Sudan:
Ägypten hat erstmals Erdölerkundungen auf dem Plateau Gilf Kebir in dem entlegenen Gebiet der Libyschen Wüste nahe der südlichen Grenze zum Sudan genehmigt. Das ägyptische Unternehmen Ganoub El Wadi verpflichtet sich dabei, in der ersten Etappe acht Millionen US-Dollar in seismologische Erkundung und Probebohrungen zu investieren. Das US-Energieunternehmen Apache und die britische Dana Petroleum haben zudem einen Vertrag über die Erdölerkundung im Raum von Beni Suef abgeschlossen. Ein weiteres US-Unternehmen, Merlon Petroleum, erhielt die Genehmigung, in der Oase El-Fayoum nach Öl zu suchen. Ägypten fördert momentan rund 700.000 Barrel täglich.

 

Arktisches Forum in Moskau – Entwicklung, Umweltschutz und Bodenschätze im Polargebiet:
Am 22. und 23. September findet das von der Russischen Geographischen Gesellschaft organisierte internationale Forum „Dialograum Arktis“ in Moskau statt. Ziel ist es, das Wissen um die Probleme und die Zukunft der Arktis zu erweitern und eine stabile Entwicklung und den Umweltschutz in der Arktis fördern. Die Anliegerstaaten des Nordpolarmeeres hatten beschlossen, alle Streitfragen auf dem Verhandlungsweg zu lösen. Das Hauptthema dürfte daher die Erschließung der arktischen Bodenschätze sein, vor dem Hintergrund der nationalen Interessen und anhaltender Grenzstreitigkeiten der Anrainer, sowie auch ein internationaler Dialog über den Umweltschutz der Polargebiete. Schätzungen zur Folge lagern in der Region bis zu 25 Prozent aller noch nicht erkundeten Öl- und Gasreserven. Das Forum soll alle zwei Jahre stattfinden.

 

Golf von Mexiko – Ölquelle endgültig versiegelt:
BP hat die leckgeschlagene Ölquelle (Macondo 252) im Golf von Mexiko fünf Monate nach Beginn der schwersten Ölkatastrophe in der US-Geschichte endgültig mehr als 5.000 Meter unter dem Meeresboden mit Zement versiegelt. US-Sonderbeauftragte bestätigten, dass es nunmehr kein weiteres Risiko an dieser Stelle gebe. Durch die letztlich erfolgreiche Operation „Top Kill“ war seit fast zwei Monaten kein Öl mehr ausgetreten. Insgesamt sind 660.000 Tonnen Rohöl in den Golf geflossen.

 

Russland: Torfböden werden nach Großbränden wieder bewässert
Das russische Forschungsinstitut für Hydrotechnik und Melioration soll bis Ende 2010 ein Programm zur Bewässerung der trockengelegten Torfmoore konzipieren, die in diesem Sommer in dem größten Feuer der russischen Geschichte brannten. Das für drei Jahre angelegte Programm hat einen Gesamtwert von 500.000-626.000 Euro und soll eventuelle negative Auswirkungen der Bewässerung und Methoden zu ihrer Minimierung erörtern. Problematisch sind, neben zu erwartenden Mückenschwärmen, möglicherweise ein Unterwassersetzen von Anlagen, Dörfern, Datschen, Straßen und Brücken. Dem sollen entsprechende Abflusskanäle vorbeugen. Ende September wird ein Symposium für Wissenschaftler, Umweltexperten und Ingenieure hierzu stattfinden. Die russische Regierung hat insgesamt 7,5 Millionen Euro für die Bewässerung der Torfmoore zur Bekämpfung besonders gefährlicher Brandherde zur Verfügung gestellt.

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