Wirtschaft

Newsflash: Wirtschaft Inland

1. IG Metall Tarifverhandlungen – mehr Geld für Leiharbeiter gefordert. /

2. Basel III: Deutsche Banken benötigen 50. Mrd. Euro. /

3. VW-Patriarch Piëch regelt sein Erbe. /

4. Siemens baut 2.000 IT-Stellen in Deutschland ab. /

 

IG Metall Tarifverhandlungen – mehr Geld für Leiharbeiter gefordert:
Bei den aktuellen Tarifgesprächen für die Stahlbranche will die IG Metall nicht nur sechs Prozent mehr Lohn für die 85.000 Beschäftigten, sondern auch, dass Leiharbeiter besser bezahlt werden sollen. Dies hätte Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen von Millionen Menschen. Leiharbeiter sollen demnach allgemein den gleichen Lohn wie Stammarbeiter bekommen. In Nachbarländern wie den Niederlanden und Frankreich ist dieses Equal-Pay-Prinzip (gleiches Geld für gleiche Arbeit) bereits erfolgreich umgesetzt. Da die schwarz-gelbe Koalition eine gesetzliche Regelung ablehnt, versuchen die Gewerkschaften, dies nun den Arbeitgebern per Tarifvertrag abzuringen. Leiharbeit sollte ursprünglich ein Mittel sein, um Betrieben in Zeiten extremer Auslastung kurzfristig Personal zu verschaffen. Inzwischen werden aber vielfach Stammarbeiter auf Dauer durch schlechter bezahlte Leiharbeiter ersetzt, was ein nicht beabsichtigtes und für die Binnenkonjunktur kontraproduktives Lohndumping zur Folge hat (Skandalbeispiel Schlecker).

 

Deutsche Banken benötigen 50. Mrd. Euro:
Die Bundesbank hat nun erstmals eine konkrete Zahl genannt, wie hoch der Finanzbedarf der deutschen Finanzinstitute ist, um die neuen Eigenkapitalregeln von Basel III einzuhalten. Demnach benötigen die zehn größten deutschen Banken innerhalb der nächsten neun Jahre 50 Mrd. Euro an frischem Kapital. Untersucht wurden lediglich Kreditinstitute mit einem Kernkapital von mehr als 3 Mrd. Euro. Den größten Teil des Bedarfs können die Banken dabei durch einbehaltene Gewinne und eine Kapitalaufnahme von außen decken. Für rund 10 Mrd. Euro müssen jedoch neue Geldquellen erschlossen werden. Die Basel III Regeln werden von 2013 an stufenweise bis Ende 2018 eingeführt. Die neuen Eigenkapitalregeln sollen durch einen größeren Liquiditätspuffer besser für künftige Krisen und Turbulenzen rüsten, waren von Kritikern aber letztendlich als zu niedrig eingestuft worden. So war auch der deutsche Bankenverband vor dem Bekanntwerden der neuen Eigenkapitalregeln von Basel III zunächst noch von einem Finanzbedarf von 100 Mrd. Euro ausgegangen. Basel III sieht bis 2013 eine Eigenkapitalquote von 3,5 Prozent vor, Ende 2018 muss sie dann sieben Prozent betragen.

 

VW-Patriarch Piëch regelt sein Erbe:
Ferdinand Piëch hat sein Erbe geregelt, um Nachlassstreitigkeiten zu vermeiden. Dies hat auch große Bedeutung für den Volkswagen-Porsche Konzern. Piëch (73) hat seine milliardenschweren Porsche-Anteile auf zwei in Österreich ansässige Stiftungen übertragen, um zu verhindern, dass seine Erben Teile des Firmenvermögens verkaufen können. Piëch hierzu: "Mir liegt die gesicherte Zukunft unserer Unternehmen am Herzen. (…) Deswegen und im Sinne der Nachhaltigkeit habe ich mich – ähnlich wie Bosch es getan hat – für die Stiftung entschieden." Die fünf Milliarden Euro schwere Robert Bosch Stiftung GmbH kontrolliert 92 Prozent der Anteile an dem Unternehmen. Das jetzige Stiftungsmodell schützt die bisherige Strategie des Autokonzerns: Nur wenn Vorstand und Beirat der Stiftung, sowie mindestens neun der zwölf Kinder zustimmen, darf der Nachlass angetastet werden. Kurzfristig denkende Investoren hätten sonst VW etwa von teuren, aber wichtigen Expansionsschritten abhalten können. Piëch weiß die Mehrheit seiner Erben hinter sich, nur einige wenige opponieren. Er hat zwölf Kinder mit vier Frauen.

 

Siemens baut 2.000 IT-Stellen in Deutschland ab:
Siemens wird zum 1. Oktober in Deutschland 2.000 Stellen in der IT-Sparte Siemens IT Solutions and Services (SIS) streichen. Weltweit werden 4.200 Stellen gestrichen. Da der Umsatz der Sparte in den vergangenen Jahren um gut ein Viertel zurückgegangen ist, wird SIS nun als eigenständige Gesellschaft ausgegliedert. Die Arbeitnehmervertreter hatten kürzlich einen Interessensausgleich mit dem Arbeitgeber vereinbart, der Altersteilzeit, Aufhebungsverträge und Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine interne Transfergesellschaft umfasst. SIS hat allein im dritten Quartal rund 81 Millionen Euro verloren.

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