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Nicola Fritze mit einem Tipp zum Jahresende: Geräte abschalten, Gedanken anschalten

… aus der zweiwöchentlichen Themenserie “Anders denken” von Nicola Fritze. Nach dem letzten Beitrag „Stress abbauen: Daddeln in der Arbeit? Aber ja!“ folgt nun der Beitrag „Geräte abschalten, Gedanken anschalten – ein Tipp zum Jahresende„.

Das Jahr 2012 ist fast vorbei. Doch für besinnliche Stunden ist kaum Zeit. Eher im Gegenteil: der Dezember ist ein hektischer Monat. Wir hetzen durch die Gegend, wollen vor dem Weihnachtsurlaub noch mal eben die Welt retten. Lange Stunden im Büro, dazu ja auch noch all die Geschenke, Weihnachtsfeiern jede Woche, der Haushalt soll dazu bis zum Fest tip top sein. Und, klar, das Jahr 2013 steht schon an! Der Kalender im Januar ist schon voll und auch die nächsten Monate kündigen viel an.

Wenn man derart atemlos im Stress ist, ja, mit dem Kopf eigentlich schon im nächsten Jahr, sieht man die Weihnachts- und Urlaubstage schnell nur noch als weitere Hürde im Alltagsgalopp. Einige meiner Gespräche in den letzten Tagen klangen in etwa so: „Ein paar Tage Zwangspause mit Familie, dann geht es weiter! Muss es auch! Wie soll ich sonst den Januar schaffen!? Vielleicht komme ich sogar an den Feiertagen ein bisschen zum Arbeiten.“

Es lohnt sich, über diese Haltung ein paar Momente lang kritisch nachzudenken. Sollten die Tage zwischen Weihnachten und Sylvester nicht eher eine Zeit der Besinnung, ein Ruheraum für Familie und Freunde sein? Bietet die Zeit zwischen Weihnachten und Jahresende nicht die beste Möglichkeit, ungestört und ernsthaft darüber nachzudenken, wie das vergangene Jahr gewesen ist? Was schön war, was weiter gehen soll – was nicht gut war, was sich ändern sollte. Was soll das nächste Jahr eigentlich bringen? Was sind die Ziele, Wünsche und konkreten Pläne? Und dazu wäre es vielleicht gar nicht falsch, sich einfach mal ein paar Tage zu erholen. Zu schlafen, mit dem Partner und/oder Kindern zu kuscheln, zu lesen, Freunde zu sehen, Winterspaziergänge zu machen.

Probieren Sie doch mal folgendes: nutzen Sie die Weihnachts- und Urlaubstage, um sich bewusst einen Ruheraum zu schaffen. So können Sie Ihrem dauerbewegten Kopf, der vermutlich noch in den Schleifen des Alltags hängt, dabei helfen, in einen anderen Zustand zu kommen.

Wie? Ganz einfach. Ihr Kopf macht natürlich erst einmal, was er will – aber Ihr Handy und Ihr Computer machen genau das, was SieIhnen sagen. Sprich: machen Sie die Geräte aus. Für mehrere Tage am Stück. Checken Sie keine Emails. Hören Sie nicht die Mailbox ab. Gehen Sie nicht ins Intranet Ihres Unternehmens. Surfen Sie nicht im Netz. Und zwar gar nicht. Lassen Sie auch den Fernseher aus. Verschreiben Sie sich eine Kommunikations-, Berieselungs- und Informationssperre.

Warum? Weil Sie so zu sich kommen. Weil Sie Ihrem Kopf so Gelegenheit geben, Abstand vom Alltag zu nehmen. Weil Sie den Gedanken, die sonst keinen Raum haben, auf diese Weise Platz schaffen.

Bei den meisten meiner Gesprächspartner, die diese Ruhe-Taktik ausprobiert haben, passierte folgendes: erst waren sie erschöpfter als sonst und schliefen viel. Nach zwei bis drei Tagen begann dann eine richtige Erholung einzusetzen. Und die Gedanken begannen zu sprießen. Häufig mit erstaunlichem Ergebnis. Meine Gesprächspartner konnten nicht nur von tiefgehenden Gedanken zu ihrem Jahr berichten, sondern auch von intensiveren Stunden als sonst mit Familien und Freunden. Einfach, weil sie ihre Aufmerksamkeit nicht – wie sonst im Alltag – gestreut haben zwischen verschiedenen Aufgaben. Es war ihnen durch die Ruhetaktik möglich, einfach nur im Hier und Jetzt zu sein.

Darunter leidet übrigens auch die Arbeit nicht. Im Gegenteil. Sie werden sehen, dass Sie mit frischen Ideen und guten Gedanken zurück ins Büro kommen werden, wenn Sie an den Feier- und Urlaubstagen mal im buchstäblichen Sinne abschalten. Ihre körperliche Erholung wird es Ihnen zudem ermöglichen, effizienter zu arbeiten als noch in den Tagen vor Weihnachten. Insofern haben Sie nichts zu verlieren!

Nutzen Sie das Jahresende also zur Besinnung. Geben Sie den Feiertagen die Bedeutung zurück, die sie haben können. Das tut Ihnen gut. Und denen, die mit Ihnen feiern und urlauben, übrigens auch.

In diesem Sinne: Geräte aus! Frohes Fest und ein gutes neues Jahr!

Ihre Nicola Fritze

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Übrigens:

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ZurAutorin:

Nicola Fritze
Quelle: Nicola Fritze

Nicola Fritze ist Deutschlands Motivationsfrau. Mit ihrem Motto “Anders denken – anders handeln” begeistert die Trainerin und Rednerin jährlich tausende von Menschen. Ihre zwei Podcasts “Das Abenteuer Motivation” und “Der Fritze-Blitz” zählen zu den erfolgreichsten Podcasts zum Thema Motivation und Persönlichkeitsbildung. Ihre Hörsendungen erreichen mehr als 30000 Hörerinnen und Hörer.

Anfang 2011 erschien ihr neues Buch “Raus aus der Grübelfalle Wie Sie Ihre Denkgewohnheiten ändern und Ihre Persönlichkeit gezielt weiter entwickeln”. Hierin zeigt Nicola Fritze augenzwinkernd auf, wie wir mit Hilfe des Konzepts der inneren Stimmen handeln, statt immer nur zu grübeln. Mehr über die Motivationsfrau erfahren Sie unter www.nicolafritze.de.

Marc Brümmer

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