Wirtschaft

Niedrigere Zuwanderungsschwellen gegen Fachkräftemangel verabschiedet

Die Bundesregierung hat am Mittwoch (07.12.2011) den Gesetzentwurf für die so genannte Blue Card (Blaue Karte EU) verabschiedet. Damit soll eine einfachere Zuwanderung von Experten aus nicht EU-Staaten nach Deutschland ermöglicht werden, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen. Der Bundestag muss dem Gesetz allerdings noch zustimmen.

Spezialisten aus Ländern außerhalb der EU, die einen Hochschulabschluss und einen Arbeitsvertrag mit einem Bruttojahresgehalt von mindestens 48.000 Euro besitzen, erhalten sofort ein unbefristetes Aufenthaltsrecht – bislang lag die Schwelle bei 66.000 Euro. Bei einem Bruttojahresgehalt zwischen 44.000 und 48.000 Euro ist die Blue Card zunächst auf zwei Jahre befristet. Danach kann ein Daueraufenthaltsrecht erworben werden. In ausgewiesenen Mangelbereichen, wie in den Sparten Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) liegt die Einkommensschwelle sogar nur bei 33.000 Euro. Laut dem Gesetzentwurf verlieren die ausländischen Fachkräfte allerdings ihr Daueraufenthaltsrecht wieder, wenn sie in den ersten drei Jahren Sozialleistungen beziehen. (Siehe TV-Bericht des ZDF.)

Der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände hat sich bereits zufrieden geäußert. Dies sei ein wichtiger und längst überfälliger Schritt, um Deutschland für Hochqualifizierte aus aller Welt attraktiver zu machen. Die zuständigen Behörden wurden zugleich aufgefordert, nun „eine echte Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte“ zu praktizieren. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Neuregelungen ebenfalls begrüßt. Allerdings sei die Vergabe einer zunächst nur befristeten Aufenthaltsgenehmigung ein „falschen Weg, um ein deutliches Willkommenssignal zu senden“.
 

 

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