Gesundheit

Nocebo-Effekt: Wenn Glaube krank macht

… aus der wöchentlichen Themenserie „Erfolg beginnt im Kopf“ der Erfolgs- und NLP-Trainerin Sonja Volk: Nachdem Sie im letzten Beitrag erfahren haben, „Warum abnehmen im Kopf beginnt …“, geht es heute um den Nocebo-Effekt und wie wir verhindern, dass negative Glaubensätze uns krank machen.

Vom Placebo-Effekt haben sicherlich schon viele von Ihnen gehört. Aber wie steht es um den Nocebo-Effekt? Nocebo stammt vom lateinischen Wort „Nocere“ = „schaden“ ab, sodass Nocebo wörtlich übersetzt „ich werde schaden“ heißt. Er stellt somit den Gegenpol zum Placebo-Effekt („ich werde gefallen“) dar.

Der Glaube versetzt Berge

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„Der Glaube versetzt Berge“ heißt es so schön. Der Nocebo-Effekt sorgt leider für die gegenteilige Wirkung. (Bild: berggeist007 / pixelio.de)

Im Gegensatz zur positiven Wirkung beim Placebo-Effekt erfolgt beim Nocebo-Effekt eine negative Reaktion. Sowohl der Placebo- als auch der Nocebo-Effekt beruhen auf einer Erwartungshaltung, was die Wirksamkeit eines Präparates betrifft. Schon in diversen Schriften heißt es zu Recht „Der Glaube versetzt Berge“. Gemeint ist damit, dass er unsere Erwartungshaltung unsere Wahrnehmung und unser Empfinden massivst beeinflusst.

Unsere Erwartungshaltung ist oft unbewusst und beruht meistens auf Konditionierungen. So kann bei einem Patienten die Befürchtung aufgebaut werden, dass bestimmte äußere Einwirkungen „krank machen“. Diese Personen erkranken dann auch tatsächlich beziehungsweise  es können die entsprechenden Symptome bei ihnen beobachtet und auch gemessen werden. Ein den meisten geläufigeres Erklärungsmodell heißt „selbsterfüllende Prophezeiung“ (engl.: self-fulfilling prophecy). Zu den Auslösern oder Verstärkern gehören unter anderem (Fehl-)Diagnosen von Ärzten oder ausführliche Erläuterungen zu möglichen Nebenwirkungen (zum Beispiel wissenschaftliche Studien). Wenn man beispielsweise diverse Aussagen des Patienten mit dem Myostatiktest auf Stress testet, fällt das Testergebnis sehr oft negativ, also stressend aus.

Jedes Wort zählt!

Jeder von uns wird schon einmal erlebt haben, wie Worte wirken können. Man kann Liebeserklärungen machen oder jemandem anderen mit Worten richtig verletzen. In beiden Fällen handelt es sich „nur“ um Worte. Wenn man sich dieser Tatsache bewusst wird, dass jedes Wort zählt, wird einem klar, warum Sprachbewusttsein nicht nur in alltäglichen Gesprächen, sondern besonders im therapeutischen Kontext allesentscheidend ist.

Hypnose als Beispiel wirkt aufgrund der positiven Suggestionen besonders angenehm und förderlich auf unser Unterbewusstsein, während etwa Beipackzettel, ausgiebige „Risikoaufklärungen“ et cetera oft zu für den Patienten heftigsten Reaktionen führt.

Während der Placebo-Effekt bewirkt, dass ein Scheinmedikament häufig stärkere und bessere Wirkung zeigt als das eigentliche Präparat, so ist es beim Nocebo-Effekt umgekehrt.

Die Angst, was alles passieren könnte, weil im Beipackzettel ja ausreichend Beispiele genannt sind, führt häufig dazu, dass sich unsere Biochemie unseren inneren – oft unbewussten – Überzeugungen anpasst und uns somatisch, also körperlich genau das spiegelt, was wir denken beziehungsweise wovon wir unbewusst überzeugt sind.

Wie sich vor dem Nocebo-Effekt schützen?

Folgende Strategien können Sie einsetzen:

1. Meiden Sie die Gesellschaft von Menschen, die ständig nur über Krankheiten und Gebrechen reden.
2. Unterbrechen Sie bewusst Katastrophenfantasien über Krankheiten, wenden Sie sich positiven Dingen zu.
3. Suchen Sie, wenn Sie sich schon mit Krankheiten befassen, nach Lösungswegen, falls Sie erkranken sollten.
4. Lesen Sie Biographien und Berichte von Menschen, welche die Krankheit überwunden haben.
5. Richten Sie Ihre Gedanken auf Gesundheitsvorsorge und werden Sie aktiv.
6. Suchen Sie nach Beweisen, weshalb es Sie nicht treffen wird, statt sich mit einer möglichen Erkrankung zu befassen.

Eine positiv-gestimmt Woche wünscht Ihnen ihre Gesundheits- und Mentalcoach

Sonja Volk

Über Sonja Volk:

Wingwave-Lehrtrainerin Sonja Volk
(Foto: © Sonja Volk)

Sonja Volk ist Expertin für Emotionspsychologie und auf die Auflösung von mentalen, emotionalen und körperlichen Blockaden spezialisiert. Sie ist zertifizierte wingwave®-Coach & -Lehrtrainerin,  Mentalcoach, NLP-Lehrtrainerin, Gesundheitspädagogin für Stressmanagement i.A., zertifizierte Work-Health-Balance Coach, Businesscoach, Leistungssportlerin, Rednerin (GSA) und zudem Inhaberin ihres eigenen Trainings- und Coachingunternehmens „ErVOLKreich“ in Düsseldorf. Sie begleitet, motiviert, und inspiriert Unternehmen und Privatpersonen auf ihrem individuellen Weg zum Erfolg.

Mehr über Sonja Volk erfahren Sie in unserem AGITANO-Expertenprofil.

Christoph Schroeder

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