Regionales

Nordrhein-Westfalen: Umweltministerium stellt Filme über Klimawandel in NRW vor

Der Klimawandel hinterlässt auch in NRW bereits deutliche Spuren und wird sich weiter auf die Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen auswirken. „Der Klimawandel ist kein abstraktes Gebilde. Er trifft jeden. Deshalb sind der Klimaschutz und die Anpassung an die Klimafolgen große Herausforderungen“, sagte NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel. Diese Folgen sind nicht nur für die Menschen und die Umwelt verheerend, sondern auch ökonomisch gravierend. Remmel: „Wir können uns auch in NRW nicht von den sich abzeichnenden Wetterextremen abkoppeln.“ Die Zahl der wetterbedingten Schadensereignisse hat sich nach Aussagen der Münchener Rückversicherung in den letzten 40 Jahren in Deutschland bereits mehr als verdreifacht.

Über den Klimawandel und seine Folgen für NRW sowie gelungene Anpassungsprojekte wird das Ministerium zwei Film-Beiträge veröffentlichen. Der erste Klima-Clip zeigt, wie sich der Klimawandel auf verschiedene, besonders relevante Wirtschafts-, Umwelt- und Lebensbereiche auswirken wird – darunter die Landwirtschaft, die biologische Vielfalt oder die Städte und Ballungsräume. Erläutert wird außerdem, welche Maßnahmen die Landesregierung ergreift, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen. Unter anderem hat das Land Nordrhein-Westfalen einen „Klimawald“ angelegt, in dem es Baumarten aus wärmeren Erdregionen für einen möglichen Einsatz in NRW testet. Ebenfalls im Film: Details zum Projekt „Klimawandelgerechte Stadt Köln“, bei dem das Land in Kooperation mit der Stadt Köln und dem Deutschen Wetterdienst Konzepte zur Anpassung an Hitzewellen und Starkregen entwickelt.

Der zweite Film widmet sich der „Aktion Klimaplus“ und beschäftigt sich mit zwei vom Land geförderten NRW-Klimakommunen Bocholt und Saerbeck. Hier wird eindrucksvoll gezeigt, wie sich Kommunen mit innovativen Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekten den Herausforderungen des Klimawandels stellen. Zu sehen unter anderem: Ein ehemaliges Munitionsdepot in Saerbeck, das die Gemeinde zu einem Bioenergiepark umfunktioniert sowie der Ausbau von Schnellradwegen nach niederländischem Vorbild in Bocholt. Der zweite Film wird am Sonntag, 27. Mai 2012, veröffentlicht.

„Die beiden Filme illustrieren, dass Nordrhein-Westfalen bereits heute die richtigen Schritte geht – sowohl beim Klimaschutz als auch bei der Begrenzung der negativen Folgen des Klimawandels“, sagte Klimaschutzminister Remmel zur Veröffentlichung der Klima-Clips. „Zudem geben die Filme einen guten Einblick, wie sich das Klima in Nordrhein-Westfalen verändert hat und verändern wird – und sind daher nicht nur für interessierte Erwachsene, sondern auch für den Einsatz an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen gut geeignet.“

Nach einer Studie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat der Klimawandel in NRW bereits deutliche Zeichen hinterlassen. Der Fachbericht Nummer 27 des LANUV mit dem Titel „Klima und Klimawandel in Nordrhein-Westfalen“ kommt unter anderem zu folgenden Feststellungen:

Vegetationszeit
Seit 1951 hat sich landesweit der Beginn der Vegetationszeit nach vorne verlagert – zwischen 1951 und 2009 um etwa 16 Tage.

Jahresverläufe
Für NRW ist festzustellen, dass sich der Beginn von Frühjahr, Sommer und Herbst im Vergleich zur Klima-Normalperiode im Jahresverlauf inzwischen deutlich nach vorne verschiebt. Während sich die Länge von Frühling und Sommer kaum ändert, nimmt die Länge des Herbstes um ca. 17 Tage besonders stark zu, die Länge des Winters um ca. 21 Tage ab.

Niederschläge
Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter.

Zunahme von Starkregentagen
Zunahme der Tendenz von Starkregentagen mit mehr als 20 Millimeter Niederschlag pro Tag, im Winterhalbjahr ist dies ausgeprägt signifikant. In den 2000er Jahren sind vermehrt lokale Starkregenereignisse aufgetreten, die in Siedlungsbereichen häufig zu Schäden geführt haben.

Bodenerosionen
Bodenerosionen durch Wasser verursachen in Nordrhein-Westfalen immer wieder Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen, an baulichen Anlagen und Verkehrseinrichtungen. Starkregen ist hauptverantwortlich für diese Erosionen. Von 1937 bis 2007 konnte für zehn Messstationen im Ruhrgebiet eine signifikante Zunahme der sommerlichen Regen-Erosivität von vier Prozent pro Dekade registriert werden. Zwischen 1973 und 2007 betrug die Regen-Erosivität sogar dramatische 20 Prozent pro Dekade.

Gewässertemperatur
Seit 1978 hat die mittlere Wassertemperatur des Rheins (Station Kleve-Bimmen) um etwa 1,2 Grad zugenommen. 1998 wurden zum ersten Mal seit Beginn der Messungen maximale Wassertemperaturen von mehr als 25 Grad registriert, obwohl die Abwärmeeinleitungen in den Rhein das genehmigte Maß nicht überschritten haben.

Beide Filme können in Kürze zusammen mit einer Broschüre als Info-Paket zum Klimawandel bestellt werden. Der erste Film „Klimawandel in NRW“ steht ab sofort auf der Internetseite des Klimaschutzministeriums (www.umwelt.nrw.de) sowie auf dem Videokanal „EA-TV“ der EnergieAgentur.NRW zur Verfügung. Der zweite Film über die Klimakommunen folgt am kommenden Sonntag, 27. Mai 2012.

Zudem startet das Ministerium am Montag eine neue Twitter-Serie (#KlimawandelNRW) zum Klimawandel und dessen Folgen für NRW: 20 Fakten, Zahlen, Trends und Projektionen. Den Twitter-Kanal des Ministers finden Sie hier: https://twitter.com/minister_remmel

Weitere Informationen:
www.umwelt.nrw.de
www.youtube.com/user/EnergieAgenturNRW

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.