Regionales

NRW Ministerium für Arbeit geht gegen Amazon vor

Die Personalpolitik des Internetgroßhändlers Amazon steht derzeit in herber Kritik. Das Unternehmen benötigt für das anstehende saisonale Geschäft etwa 2000 Mitarbeiter in den Bereichen Wareneingang, Lagerung und Verpackung für seine NRW-Niederlassung in Werne. Die Arbeitsagentur im Kreis Unna vermittelte bisher rund 700 Arbeitslose für das Weinachtgeschäft an Amazon. In einer Informationsveranstaltung wird den unfreiwilligen Arbeitern jedoch gesagt, dass sie zuerst zwei Wochen lang Probearbeit leisten müssen, in der sie aber keine Vergütung von dem Internethändler erhalten. Stattdessen zahlt das Arbeitsamt weiter Arbeitslosengeld. Nach der Probearbeit wird dann entschieden, ob der jeweilige Arbeiter wirklich eingestellt wird oder nicht.

Die „skandalösen Praktiken“ des Internethändlers rufen nun das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales auf den Plan. Minister Guntram Schneider für Arbeit- und Soziales verurteilt die Arbeitspraktiken Amazons schwer: "Es gibt berechtigten Zweifel daran, ob diese Praxis legal ist. Deshalb prüft mein Ministerium zusammen mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit derzeit die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens. (…) Doch eins steht jetzt schon fest: Selbst wenn das Ganze rechtlich abgedeckt sein sollte, wäre dieses Verhalten nicht akzeptabel. Es ist einfach nicht hinzunehmen, dass sich ein Unternehmen über diese Art der staatlich subventionierten Probebeschäftigung Wettbewerbsvorteile verschafft."

Die Vermittelten werden außerdem nicht vor die Wahl gestellt. Wenn sie die Probearbeit ablehnen würden, währen Arbeitslosengeldkürzungen von bis zu 100% die Folge. "Sollte sich herausstellen, dass diese Praxis legal ist, dann muss auf die Geschäftspraxis der Bundesagentur für Arbeit eingewirkt werden“, so der Minister. Solch skandalösen Praktiken wie bei Amazon müssten ein für alle Mal ein Ende haben.

 

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