Regionales

NRW will Vorreiterrolle beim Ausbau der Erneuerbaren Energien erreichen

Umweltminister Johannes Remmel sieht Nordrhein-Westfalen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien auf einem guten Weg. „Wir haben die Aufholjagd gestartet, nachdem die Vorgängerregierung fünf Jahre lang einen Kampf gegen die Windenergie und andere regenerativen Energien geführt hat. Das hat NRW als Energieland zurück geworfen, auch mit gravierenden finanziellen Nachteilen“, sagte Remmel. „Wir haben aber die politischen Fehlentwicklungen der Vergangenheit jetzt korrigiert und die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt, damit das Land von der beschleunigten Energiewende, einem ambitionierten Klimaschutz und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien profitieren kann. Die Aufholjagd hat begonnen“, betonte der Minister.

Remmel: „Klimaschutz ist Fortschrittsmotor für Wirtschaft und Umwelt. Wir wollen wirksamen Klimaschutz sicherstellen und zugleich die heimische Wirtschaft stärken. Der richtige Weg ist, beides zusammen­zuführen.“ Die Erneuerbaren Energien würden bei dieser Kombination eine Vorreiterrolle übernehmen“, sagte Minister Remmel anlässlich des morgigen (28. April) bundesweiten Tags der Erneuerbaren Energien.

Neben den ökologischen Effekten hob Minister Remmel die ökono­mische Dimension der Erneuerbaren Energien für das Industrieland Nummer Eins hervor: „Klimaschutz und Energiewende sind längst zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für NRW geworden. Sie sind ein Wachstumsmotor für die heimischen Unternehmen und viele innovative Unternehmen setzen inzwischen auf diese Wachstumsmärkte."

In Nordrhein-Westfalen sind inzwischen 26.500 Menschen in der rege­nerativen Energiewirtschaft beschäftigt – Tendenz steigend. Die 3.500 Unternehmen der Branche erwirtschafteten zuletzt einen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro. Das jährliche Wirtschaftswachstum der Branche liegt seit mehreren Jahren über 5 Prozent und somit erheblich über der jährlichen Steigerung des deutschen Brutto-Inlandsprodukt (BIP).

Nordrhein-Westfalen kann eine gute Bilanz seiner eingeleiteten Maß­nahmen für die beschleunigte Energiewende und den Ausbau der Erneuerbaren Energien ziehen:

Mit dem Windenergie-Erlass 2011 hat die Landesregierung die Grundlage für das Ziel geschaffen, den Anteil der Windenergie in NRW von heute rund 4 Prozent an der Stromerzeugung auf mindestens 15 Prozent in 2020 zu erhöhen. Mit dem Leitfaden „Windenergie im Wald“ folgte vor kurzem ein weiterer Baustein für den Ausbau der Windenergie.
Im Juli 2011 legte das NRW-Umweltministerium eine Potenzialstudie zur Kraft-Wärme-Kopplung vor. Das Ergebnis: Grundsätzlich können rund 35 Prozent der CO2-Emissionen und 35 Prozent der Rohstoffe eingespart werden, wenn Strom und Wärme gleichzeitig produziert werden. Die Landesregierung will deshalb ein Impuls-Programm Kraft-Wärme-Kopplung mit 250 Millionen für mehrere Jahre verabschieden.
Die installierte Leistung von Photovoltaik-Anlagen stieg 2010 landesweit um über 150 Prozent auf rund 2.000 Megawatt. Die Pro­duktion von Strom auf Biomassebasis stieg im gleichen Zeitraum auf 8,6 Milliarden kWh, die Wärmemenge auf 4,8 Milliarden Kilowatt­stunden.
2011 wurde die 20.000ste Holzpelletheizung des Landes in einem Siegerländer Kindergarten in Betrieb genommen.
Die EnergieAgentur.NRW hat im Auftrag der Landesregierung ein Projekt zur Errichtung von 100 Klimaschutzsiedlungen gestartet, 40 Siedlungen befinden sich bereits in der konkreten Vorbereitungs­phase.


Aufbruchstimmung reicht bis in die Kommunen

„Wir haben mit vielen Entscheidungen günstige Voraussetzungen für die Erneuerbaren Energien geschaffen“, so Minister Remmel. „Fast wichtiger als die nackten Zahlen ist die große Aufbruchstimmung in unserem Land, bei Kommunen, bei Firmen, in den Hochschulen und bei Bürgerinnen und Bürgern." Diese Beispiele zeigen, dass vor Ort bereits viel passiert: In Duisburg wird der Bau eines Laufwasserkraftwerks unweit der Ruhrmündung geplant und in Oberhausen die Nutzung der Emscher als Energiequelle für die Wärmeversorgung geprüft. Auch die wachsende Zahl von Bürger-Energieanlagen zeigt, dass die Energie­versorgung künftig kein exklusives Geschäftsmodell für wenige Unternehmen mehr ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Bereits in 2010 wurden mehr als 120.000 Anlagen in NRW nach dem EEG vergütet. In der Rangliste der Bundesländer liegt NRW damit bereits an dritter Stelle.

Studie zur Geothermie erschließt neue Potenziale

NRW will weiterhin die Potenziale der regenerativen Energien erschlie­ßen. Die „Potenzialstudie Geothermie NRW“ für das oberflächennahe Erdwärmepotenzial dokumentiert mit einer digitalen geothermischen Karte landesweit alle relevanten Untergrunddaten sowie die geother­mischen Ergiebigkeiten für Erdwärmebohrungen bis 100 Metern Tiefe. Ergänzend hierzu bietet der Geologische Dienst NRW einen kosten­losen Standortcheck für jedes Grundstück in NRW über das Internet an. Zudem gibt es Hilfe von der EnergieAgentur.NRW, zum Beispiel mit dem Wärmepumpenmarktplatz NRW.

EnergieAgentur.NRW steht beratend zur Seite

Auch bei der Solarenergienutzung stellt das Land Instrumente für die Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Zum Beispiel informiert beim Solar Check ein Handwerksmeister vor Ort über die Solartauglichkeit des Eigenheims. 2011 wurde der Solarcheck rund 2.200 Mal genutzt. Wer sich im Netz ausrechnen will, welche Erträge seine Solarstrom­anlage bringt, sei der Photovoltaikrechner der EnergieAgentur.NRW empfohlen. „Mit der EnergieAgentur.NRW haben wir ein vielfach und auch international ausgezeichnetes Instrument, das rund um den Einsatz der Erneuerbaren berät und weiterbildet. Wenn es mit den Er­neuerbaren und dem Klimaschutz bei uns aufwärts geht, dann hat die von meinem Haus geführte EnergieAgentur.NRW einen großen Anteil daran", so Minister Remmel.

Der Tag der Erneuerbaren Energien wurde erstmals 1996 aus Anlass des zehnten Jahrestags der Tschernobyl-Katastrophe im sächsischen Oederan begangen. Die Initiative soll Bürgerinnen und Bürger besser mit umweltfreundlicher Energieerzeugung vertraut machen. Einen gleichen Ansatz verfolgt auch die Landesregierung, in dem zum Beispiel im Windenergieerlass die besondere Bedeutung von „Bürgerwindparks“ herausgestellt wird. Die hiermit einhergehenden Mitsprache- und Profit­möglichkeiten sind geeignet, anfängliche Skepsis gegenüber der ört­lichen Windenergienutzung abzubauen und die Akzeptanz der Wind­energienutzung allgemein zu erhöhen. In diesem Jahr beteiligt sich in NRW insbesondere der Landschaftsverband Westfalen-Lippe an diesem Tage, in dem er viele seiner Anlagen für eine Besichtigung öffnet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.