Energie & Umwelt

Nur Erneuerbare sichern Stromversorgung im Katastrophenfall

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) hat den Bericht „Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und lang andauernden Ausfalls der Stromversorgung“ veröffentlicht. Darin wird eine Reform des Katastrophenschutzes im Hinblick auf mögliche großflächige und länger anhaltende Stromausfälle gefordert. Im Fokus stehen dabei wichtige Infrastruktureinrichtungen und öffentliche Gebäude, wie Krankenhäuser oder auch Banken. Mit Diesel betriebene Notstromaggregate würden nicht ausreichen, da auch die Treibstoffversorgung bei einem Stromausfall schnell zusammenbrechen würde. Die dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien spiele laut der TAB hierbei eine Schlüsselrolle. Mit so genannten „Inselnetzen“, also von anderen Stromnetzen unabhängige Verteilungsnetze, könnten regional und lokal die Stromversorgung aufrechterhalten und somit wichtige Infrastruktureinrichtungen abgesichert werden. Daher müsse der Ausbau von dezentral verfügbaren Erneuerbaren Energien gezielt und vorrangig für gefährdete Infrastruktureinrichtungen angegangen werden. Je schneller wir uns von fossilen und atomaren Importen unabhängig machen, so heißt es von Seiten der TAB, desto besser sind wir gegen die Gefahren eines lang andauernden und großflächigen Stromausfalls gewappnet.

 

Die Ursachen solcher Stromausfälle können vielfältig sein: Die Vize-Chefin der US-Agentur für atmosphärische und ozeanische Studien (NOAA) hat beispielsweise kürzlich vor den Folgen einer starken Sonneneruption für die irdische Infrastruktur und Wirtschaft gewarnt. Die Sonnenstürme aus geladenen Teilchen können dabei die satellitengestützte Navigation und Fernmeldeverbindung sowie die Energie- und Stromnetz-Infrastruktur empfindlich schädigen. Ein ähnlicher starker Sonnensturm wie 1859 könnte uns demnach im Mai 2013 treffen, die Schäden könnten sich dabei dann weltweit auf über 1-2 Billionen Dollar summieren. Die NOAA hat in diesem Zusammenhang eine enge internationale Kooperation gefordert, um die Folgen starker Magnetstürme besser in den Griff zu bekommen. „Ohne einen abgestimmten internationalen Aktionsplan würde der nächste extrem schwere Sonnensturm zu einer globalen Katastrophe führen.“
 

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