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„Nutzen Sie Social-Media für die Vermarktung Ihrer Online-Kurse“

Marit Alke berät ihre Kunden in der Erstellung von Online-Produkten. Ihr Spezialgebiet sind Online-Kurse: Denn über Online-Kurse lassen sich relevante Inhalte mit Mehrwert direkt der Zielgruppe präsentieren. Wie man für Online-Kurse und ihre Verbreitung die sozialen Medien einsetzt und was man dabei beachten sollte, verrät Marit Alke in ihrem Vortrag „Social Media als Basis für erfolgreiche Online-Produkte“ (20. Juni 2015, 10-11 Uhr) auf dem Social Media Sommer-Camp 2015 – einen Vorgeschmack gibt sie im AGITANO-Interview mit Oliver Foitzik.

Das gesamte Programm mit allen Vorträgen und Experten finden Sie unter smcamp15.html/programm.

 

Online-Kurse für die Produktvermarktung nutzen – Interview mit Marit Alke

Hallo Frau Alke, Sie sind Expertin für die erfolgreiche Gestaltung und Vermarktung von Online-Produkten. Was kann man sich darunter vorstellen?

Ich zeige erfahrenen Coaches, Beratern und anderen „Wissens-Dienstleistern“, wie sie ihr Wissen in wirkungsvolle Online-Kurse verpacken – und damit deutlich mehr Menschen erreichen können. Dahinter steckt für die Allermeisten eine tiefgreifende Transformation ihres Geschäftsmodells, das anderes Marketing, eine unternehmerische Grundhaltung und natürlich auch den Mut zu neuen Tools und Techniken erfordert. Diesen Prozess der Veränderung begleite ich: Vom Dienstleister, der seine Zeit gegen Honorar verkauft bis hin zum Online-Unternehmer, der in der Lage ist, seine Leistungen zu skalieren.

Über welche Online-Produkte sprechen wir hier? Können Sie uns ein Online-Produkt konkret vorstellen?

Mittlerweile bin ich etwas weg von diesem allgemeinen Begriff „Coachingprodukt“ oder „Online-Produkt“. Ich meine damit Online-Kurse im weitesten Sinne, vom sehr kleinen Tutorial für eine Software bis hin zu einem Ein-Jahres-Programm mit Live-Elementen. Vom zeitlich begrenzten Selbstlernkurs bis zum „Mitgliederbereich“ mit monatlichen Aktivitäten. Vom frei skalierbaren Programm mit 100 und mehr Teilnehmern bis hin zum Einzelprogramm mit einem recht großen Anteil Einzelcoaching.

Also die ganze Bandbreite, wie man als Anbieter Entwicklungsprozesse von Kunden in einer (teil-)standardisierten Form begleiten kann. Auf meiner Webseite habe ich einige „gute Beispiele“ gesammelt, hauptsächlich von Online-Coachingprogrammen (längere, betreute Gruppenprogramme).

Sie empfehlen, die eigene Community für die Entwicklung von Produktideen und Testläufen aktiv einzubinden. Wie kann so etwas aussehen?

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Beim Social Media Sommer-Camp zeigt Marit Alke, wie man Online-Kurse erfolgreich vermarktet. (Bild: Galymzhan Abdugalimov / unsplash.com)

Ja, das ist meine Philosophie und der wichtigste Tipp, den ich geben kann: Beim Entwickeln von Online-Produkten haben zu viele den Anspruch, gleich mit etwas Perfektem auf den Markt zu kommen. Wahrscheinlich weil die Grundidee ja ist, jahrelang damit Geld zu verdienen. Das geht mit diesem Anspruch in den meisten Fällen schief – aus zwei Gründen:

  • Der Anbieter erschafft einen standardisierten Prozess (nichts anderes ist sind Online-Kurse) einzig aus seiner Warte als erfahrener Experte. So ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er an den Bedürfnissen seiner Zielgruppe vorbei produziert.
  • Ist der Anspruch zu groß, werden Online-Kurse zu einem „Megaprojekt“ und die Hürde damit viel zu hoch. Ich möchte nicht wissen, wie viele „perfekte“ Online-Kurse unfertig auf der Festplatte versauern.

Um ein Produkt zu entwickeln, das nah an den Bedürfnissen der Teilnehmer ist und auch wirklich auf den Markt kommt, hilft das Einbeziehen der Interessenten, z.B. durch offenes Fragen in den Newsletter oder in den Social Media („Welche Themen brennen euch aktuell besonders unter den Nägeln?“).

Auch ist sehr aufmerksames Zuhören in Gesprächen mit Interessenten unglaublich wertvoll. Mit welchen Anliegen kommen die (Einzel-)Kunden? Wie begründen sie den Bedarf? Wo genau denken sie, dass sie Hilfe brauchen?
Hier hilft allein der Mindset-Shift, sich einzugestehen, dass man eben nicht sofort weiß, was der Kunde braucht, sondern weiter nachfragt.

Wenn dann eine Idee für einen Online-Kurs steht, wird der grob umrissen, die Kommunikationskanäle werden benannt (Gibt es Videos und Facebookgruppe? Oder Webinare plus Chat?), ein Beta-Tester-Preis festgelegt und ein Termin für den Start bestimmt. Mit so einem groben Gerüst sollte man in der Lage sein, Teilnehmer zu gewinnen. Wenn das nicht gelingt, trifft das Thema nicht genug den Nerv. (Oder die Community ist einfach noch zu klein bzw. nicht relevant genug für das Thema. Dann müssen hier erst die Voraussetzungen geschaffen werden).

Sobald dann eine kleine Gruppe an Beta-Testern da ist, können die Inhalte der Online-Kurse (oft reichen ja Impulse und Arbeitsaufgaben) Modul für Modul erstellt werden – immer im direkten Austausch mit der Teilnehmergruppe. Dass das funktioniert, erlebe ich immer wieder – und mehr und mehr habe ich auch Beispiele von meinen Teilnehmern, die es (zunächst gegen innere Widerstände) so gemacht haben und jetzt erfolgreich ihren Online-Kurs am Markt haben.

Ein großes Thema bei Online-Kursen ist immer wieder die Frage: „Kostenfrei, oder nicht?“. Was empfehlen Sie und warum?

„Kostenfrei“ ist unerlässlich, um wirkungsvoll Online-Marketing für eigene Produkte zu machen. Es muss sogar „kostenfrei und sehr attraktiv“ sein. Wirklich, es führt absolut kein Weg daran vorbei. Gerade für meine Hauptzielgruppe, Coaches und Berater, die für Selbstzahler arbeiten – aber auch für Trainer, die mit Unternehmen arbeiten: Besser kann man gar nicht verkaufen als über kostenlose Vorab-Angebote. Diese sollten absolut „an sich“ mehrwertig sein und gerne weiterempfohlen werden.

Das Verkaufen darf man dann natürlich auch nicht vergessen! Jeder Anbieter muss da seine Grenze finden zwischen Free und Paid. Jeder, der anderen bei der Umsetzung hilft, kann problemlos sein Wissen verschenken. Etwas schwieriger wird es für diejenigen, bei denen der Mehrwert des Produktes „nur“ das reine, aufbereitete Wissen ist – was aber ja selten der Fall ist (z.B. aber bei Büchern).

Online-Kurse werden maßgeblich über die virtuellen Kanäle verkauft. Wie kann ich meine Social Media Kanäle hier bestmöglich nutzen?

Das funktioniert nur in Kombination mit dem oben genannten „Kostenfrei“: Wenn ich etwas wertvolles zu verschenken habe, sollte ich Social Media nutzen, um es in die Welt zu bringen. Dafür habe ich ein Netzwerk aus Multiplikatoren, die ich explizit um Weiterempfehlung bitten kann. Darüber hinaus muss der Inhalt einfach so gut sein, dass er von selbst geteilt wird.

Zusätzlich sind die Social Media natürlich wunderbar zum Beziehungsaufbau und zur -festigung geeignet – etwas das sich auszahlt, sobald ich etwas habe, das geteilt werden soll. Und da ja zum Verkauf eines Produkts kostenlose Mehrwerte vorweggeschaltet werden, unterstützen mich die Social Media indirekt dabei, mein Produkt zu verkaufen.
Ein Grundrauschen rund um mich als Experten baue ich zusätzlich auf, in dem ich hilfreich und aufmerksam reagiere auf das, was andere fragen, posten, kommentieren – so vertrauen mir die Leute. Auch das senkt die Kaufhürde bzw. erleichtert die Entscheidung.

Und was sollte ich in den Sozialen Medien möglichst vermeiden?

Kostenpflichtige Angebote direkt posten, Eigenwerbung (auch für kostenlose Angebote) in Gruppen posten, in denen das nicht erwünscht ist, passiv zuschauen wenn andere etwas brauchen, Inhalte anderer ignorieren – kurz: Social Media darf keinesfalls als Werbungs-Einbahnstraße genutzt werden.

Social Media Sommer-Camp 2015
Das Social Media Sommer-Camp findet von 20. bis 24. Juli 2015 statt. (Bild: © Social Media Sommer-Camp 2015 / Sabine Piarry)

Was können die Teilnehmer des Social Media Sommer Camps 2015, am Montag, den 20. Juli, von 10:00 bis 11:00 Uhr, von Ihrem Vortrag „Social Media als Basis für erfolgreiche Online-Produkte“ erwarten?

In dem Webinar gehe ich vertiefend und systematischer auf das ein, was ich hier ausgeführt habe. Wie der Prozess vom losen Interessenten zum Kurs-Kauf verläuft und wie man auf diesem Weg Social Media effektiv nutzt. Danach steht bei den Zuschauern eine Art Fahrplan im Kopf, was man heute schon tun kann, um morgen seinen Onlinekurs erfolgreich zu vermarkten.

Frau Alke, vielen Dank für das interessante Gespräch und ich wünsche Ihnen eine tolle Veranstaltung.

Danke und gerne!

Das Interview führte Oliver Foitzik, Herausgeber AGITANO.

 

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Die Expertin für Online-Kurse und Online-Produkte Marit Alke. (Bild © Marit Alke)

Über Marit Alke

Marit Alke ist Expertin für Online-Kurse und Coachingprogramme. Sie zeigt Coaches, Trainern und Beratern, wie sie mit digitalen Produkten und Online-Marketing über das 1-zu-1-Business hinauswachsen. Dank ihrer Erfahrung als Blended-Learning-Beraterin in großen Unternehmen weiß sie, worauf es bei der Erstellung von Online-Kursen ankommt. Ihr Wissen hat sie in dem Fachbuch „Praxistransfer inklusive“ (managerSeminare Verlag 2008) und in der konzeptionellen Unterstützung des CD-Trainingskonzepts „Die ersten 100 Tage als Führungkraft (managerSeminare 2014) gebündelt.

 

Katja Heumader

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