Neue Medien

Österreich startet eigenes Facebook – „Sankt Onlein“ als lokales soziales Netzwerk

 In Österreich ist eine lokale Alternative zu Facebook gestartet. Das soziale Netzwerk namens „Sankt Onlein“ sieht sich selbst dabei jedoch nicht als Ersatz für Facebook, Xing, LinkedIn & Co., sondern lediglich als regional beschränkten Ableger, sagte der Geschäftsführer George Kandutsch.

Dabei unterscheidet sich das Angebot nur wenig von den bisher bekannten Angeboten im social media-Bereich. Es wird eine handelsübliche Registrierung nötig um mitzumachen, man muss Name, Geburtsdatum, Geschlecht und Wohnort angeben, sowie ein Foto hochladen. Lediglich die inhaltliche Gestaltung im rhetorischen Bereich weicht von den großen Vorbildern ab. Der User wird mit Servus begrüßt, die Freundesliste nennt sich „Meine Leut“ mit einer geschlechterspezifischen Unterteilung in Madln und Buam und Beiträge kommentiert man nicht, sondern man gibt seinen „Senf“ dazu. Die Kontakte können zusätzlich in Kategorien ("Intimi", "Freunde & Familie" und "Kontakte") unterteilt werden, denen dann nur bestimmte Informationen und Beiträge zu teil werden. Mittlerweile hat der Facebook-Klon bereits ca. 11.000 Mitglieder.

Einer der größten Unterschiede zu Facebook ist der „Onleiner“. Das ist eine eigene Internetzeitung, die neben Nachrichten auch einen täglichen „Social Newspaper“ produziert. Das Besondere: auch User können im „Onleiner“ publizieren. Ab Mai ist auch ein digitaler Shopping-Marktplatz geplant. Sozusagen die klassische Verbindung sozialer, medialer und kommerzieller Aspekte.

Im Bereich des Datenschutzes will sich „Sankt Onlein“ aber deutlich von Facebook abheben. So sind alle Server in Österreich untergebracht, ein Abmelden von dem Dienst geschieht per einfach Knopfdruck, zudem steht die Möglichkeit einer dauerhaften Datenlöschung zu Verfügung. Anders als dies bspw. bei Facebook der Fall ist.

Bisher wurden knapp 2 Millionen Euro in das Projekt und die 22 Mitarbeiter investiert. Bis Ende des Jahres soll die 100.000 User-Grenze geknackt werden und langfristig werden 500.000 User angepeilt.

(sm)

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