Management

Oft unterschätzt: der „normale“ Mitarbeiter

Für viele Vorgesetzte sind Mitarbeiter in zwei Kategorien zu unterteilen: erstens in jene, die immer besonders viel leisten und in jene, die mal in ein Leistungstief abrutschen. Doch es gibt noch eine dritte Kategorie, welcher oft viel zu selten Beachtung geschenkt wird. Jene Mitarbeiter, die genau das tun, was man von ihnen erwartet – und somit ein Unternehmen überhaupt am Laufen erhalten.

Mit Wertschätzung zu mehr Leistung

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Vorgesetzte sollten auch dem „normalen“ Mitarbeiter zu erkennen geben. Ich sehe und wertschätze dich! (Bild: Jorma-Bork / pixelio.de).

Erfahren Sie von Hans-Peter Machwürth, Autor und Geschäftsführer eines international agierenden Trainings- und Beratungsunternehmens, wie Sie als Führungskraft den so genannten „normalen“ Mitarbeiter das richtige Maß an Wertschätzung zukommen lassen und ihn somit sogar zu noch mehr Leistung motivieren.

Von „grauen Mäusen“ und „fleißigen Bienen“

How to be unsichtbar vor lauter Teamgeist?“. Mit dieser Frage machte AGITANO-Kolumnist Ralf Schmitt auf die Bedeutung jener Mitarbeiter aufmerksam, denen man als Führungskraft oft leider viel zu wenig Wertschätzung zukommen lässt. Denn just jene „grauen Mäuse“ beziehungsweise „fleißigen Bienen“ schaffen die Grundlage für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Sie sind zwar nicht das Herz und Hirn, aber das Rückgrat jedes Unternehmens. Und sie leisten aufgrund ihrer Zahl und Zuverlässigkeit meist den größten Beitrag zur Wertschöpfung der Organisation. Also sollten Führungskräfte diesen Mitarbeitern die verdiente Beachtung schenken – auch wenn es darum geht, die Leistung ihres Bereichs zu steigern.

Zum Steigern der eigenen Leistungsfähigkeit sind die „fleißigen Bienen“ in der Regel nicht nur bereit, sondern vor allem fähig. Vorausgesetzt, sie finden folgende Bedingungen vor:

  • die Führungskraft nimmt die Leistungen der „normalen“ Mitarbeiter wahr
  • die Führungskraft weiß die Leistungen der „normalen“ Mitarbeiter zu schätzen
  • die Führungskraft sucht den Dialog mit ihnen
  • die Führungskraft stellt realistische Anforderungen und Erwartungen

Mitarbeiter stärken, statt überfordern

Anders ist es, wenn Führungskräfte die „normalen“ Mitarbeiter mit überzogenen Forderungen konfrontieren. Zum Beispiel: „Im kommenden Jahr muss Ihr Output um 50 Prozent steigen“. Eine solche Forderung wird als Affront erlebt. Nicht nur, weil diese als Ausdruck mangelnder Wertschätzung wahrgenommen werden, sondern auch weil Mitarbeiter wissen: Wer eine solche Vorgabe auch nur annäherungsweise erfüllen möchte, muss so viel Mehrarbeit leisten, dass er noch spät abends im Büro sitzt. Wer so mit seinen „Untergebenen“ umgeht, kann sich bald die Frage stellen, wie er Arbeitnehmer vom Leistungstief befreien kann.

Das heißt: Die „fleißigen Bienen“ erleben einen so überzogenen Anspruch auch als mangelnde Rücksichtnahme auf ihre persönlichen Interessen. Also beginnen sie (innerlich) zu rebellieren und zu opponieren.

Ziele gemeinsam formulieren

Anders reagieren diese Mitarbeiter jedoch, wenn sich eine Führungskraft mit ihnen zusammensetzt und zum Beispiel sagt: „Herr (oder Frau) Maier, Sie haben bisher von 100 Angeboten im Schnitt 27 in Aufträge umgewandelt. Eine gute Quote. Erachten Sie es unter gewissen Umständen als möglich, im Schnitt 30 von 100 Angeboten in Aufträge umzuwandeln?“ Dann antwortet jede „fleißige Biene“: „unter gewissen Voraussetzungen ja“.

Hans-Peter Machwürth, PRBerater, Leadership
(Foto: © Hans Peter Machwürth)

Über Hans-Peter Machwürth:

Hans-Peter Machwürth ist Geschäftsführer der international agierenden Trainings- und Beratungsunternehmens Machwürth Team International (MTI Consultancy), Visselhövede. Mehr Informationen im Internet unter: www.mticonsultancy.com.

Christoph Schroeder

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