Wirtschaft

Olympus fälschte seit Jahren die Bilanz – Aktie bricht um zwei Drittel ein

Der japanische Hersteller von Kameras und Medizintechnik Olympus gibt zu, seit Jahren seine Bilanzen verfälscht zu haben. So sollten die seit den 1990er-Jahren angehäufte Investment-Verluste mit Hilfe von Übernahmen verschleiert werden. Durch den Bilanzskandal kam auch ans Licht, dass allein beim Kauf des britischen Medizintechnik-Spezialisten Gyrus einem einzigen Finanzberater vor allem über den Rückkauf eines Aktienanteils insgesamt skandalöse 687 Millionen Dollar zuflossen – rund ein Drittel des Gyrus-Übernahmepreises von 1,92 Milliarden Dollar. Olympus hatte zunächst noch versucht, das Skandalgeschäft mit dem Berater plausibel zu erklären, ist damit aber nachvollziehbar gescheitert. Der Mann ist inzwischen nicht mehr auffindbar und wird sogar – da die Beraterfirma einen Sitz in den USA hatte – mittlerweile vom FBI gesucht.

Die Aktie stürzte nach dem Geständnis sofort um 29% ab. Auch bei weiteren Zukäufen seien Verluste versteckt worden. Seit Beginn der Bilanzaffäre hat sie bereits mehr als zwei Drittel ihres Werts eingebüßt. Olympus drohen nun Klagen wegen Bilanzbetrugs bis hin zu einem Ausschluss von der Tokioter Börse. Das Unternehmen entschuldigte sich bei seinen Anlegern.

Auslöser des jetzigen Höhepunktes des Bilanzskandals ist die Fehde zwischen dem geschassten britischen Firmenchef Woodford und dem Firmenpatriarchen und Aufsichtsratsvorsitzenden Kikukawa. Woodford hatte ihn zum Rücktritt aufgefordert, stattdessen wurde allerdings der Briten vor die Tür gesetzt: „Sie haben mir gesagt, ich soll mir einen Bus zum Flughafen nehmen.“ Allerdings musste auch Kikukawa aufgrund des Anlegerdrucks kurz darauf seinen Sessel räumen.

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