Wirtschaft

Opel Mutter GM will nun auch bei Peugeot Citroen einsteigen

Der US-amerikanische Autobauer General Motors strebt einen Einstieg bei dem französischen Rivalen PSA Peugeot Citroen an. Die Verhandlungen seien schon weit fortgeschritten, eine Einigung sei schon in wenigen Tagen möglich. Zunächst ist eine Beteiligung in Höhe von 5% vorgesehen. Bereits letzte Woche war bekannt geworden. Das GM und PSA eine umfassende Zusammenarbeit planen. Mit gemeinsamen Modell-Plattformen sollen die Herstellungskosten minimiert und somit die Verluste im Europageschäft reduziert werden. Im Kern würde dies vor allem eine Zusammenarbeit von Peugeot und der deutschen GM-Tochter Opel bei den traditionell margenschwachen Kleinwagen bedeuten.

PSA ist der von dem Nachfragerückgang in den südeuropäischen Schuldenstaaten am stärkste betroffene Autobauer. Der Gewinn hatte 2010 noch rund 1,1 Milliarden Euro betragen, nach einem Verlust von 1,2 Milliarden Euro in 2009. Im ersten Halbjahr 2011 wurde ein Überschuss von 405 Millionen Euro verzeichnet, der allerdings von den Verlusten im zweiten Halbjahr mehr als aufgezehrt wurde. Ursache waren in erster Linie der Preisverfall bei den Kleinwagen und der Nachfragerückgang in Südeuropa. Mit einem harten Sanierungsprogramm sollen nun in 2012 rund 800 Millionen Euro eingespart werden, unter anderem mit dem Abbau von 5.000 Stellen. GM hingegen strotzt vor Kraft und hat zwei Jahre nach dem Insolvenzverfahren seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahr auf 8 Milliarden Dollar verdoppelt– das beste Ergebnis der über 100-jährigen Firmengeschichte. Zudem konnte der Konzern aus Detroit aufgrund des Rückschlags des japanischen Primus Toyota mit 9,0 Millionen verkauften Fahrzeugen 2011 auch die Weltmarktführung vor dem deutschen Rivalen VW übernehmen. Die GM-Tochter Opel reiht statt dessen einen Verlust an den anderen: 2008 betrug der Verlust 1,16 Milliarden Euro, 2009 rund 427 Millionen Euro und 2010 erneut 1,28 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten 2011 kamen weitere 528 Millionen Euro an Verlusten hinzu. Das ursprüngliche Ziel, mit harten Sanierungen 2011 wieder zurück in die Gewinnzone zu gelangen, wurde auf 2012 verschoben. Dafür wurden bislang drei unterschiedliche Ansätze diskutiert: Teile der Chevrolet-Fertigung könnten von Südkorea zu Opel verschoben werden, um die Opel-Werke besser auszulasten. GM könnte Opel aber auch erlauben, außerhalb Europas Autos verkaufen zu dürfen, genauso, wie es die anderen Konzerntöchter bereits dürfen. Damit könnten die rückläufigen Verkaufszahlen in Südeuropa kompensiert werden. Ein weiterer Ansatz wären verschärfte Sparmaßnahmen an der Belegschaft. Laut den bisherigen Sanierungsplänen sollen 8.000 der 42.000 Arbeitsplätze gestrichen werden und die Belegschaft mit 265 Millionen Euro pro Jahr an den Sanierungskosten beteiligt werden – im Gegenzug wurden Werksschließungen und ein weiterer Personalabbau bis 2014 ausgeschlossen. Die Zusammenarbeit mit PSA und entsprechende Synergieeffekte eröffnen nun eine vierte Option.
(mb)

 

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