Gesundheit

Osteopathie: Die heilenden Hände von München

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Das manutherapeuticum ZAPFF ist eine Praxis für Osteopathie. Das sechsköpfige Team um Geschäftsführer Andreas Zapff hat sich auf die Behandlung von Schmerzpatienten, Kinder und Stressmanagement spezialisiert. Osteopathie gilt als eine ganzheitliche ‚Alternative Medizin‘, die sich mit der Schulmedizin sehr gut ergänzt. Im Interview mit AGITANO geht er auf die grundlegenden Prinzipien der Osteopathie ein, wie diese in seinem Team umgesetzt werden und wie optimale osteopathische Behandlungsergebnisse ermöglicht werden.

Eine Struktur ist nur dann im Gleichgewicht, wenn sie sich frei bewegen kann

Herr Zapff, die Osteopathie geht davon aus, dass sich Körperstruktur und deren Funktion bedingen. Was genau ist darunter zu verstehen?

Der Urvater der Osteopathie, Andrew Taylor Still, sagte einmal: Leben ist Bewegung. Das bedeutet für uns, dass eine Struktur nur dann optimal im Gleichgewicht ist, wenn sie sich auch frei bewegen kann, denn nur dann ist eine optimale Versorgung der jeweiligen Struktur zu erwarten. Ebenso ist eine freie Beweglichkeit und Funktion im Körper nur dann zu finden, wenn die Struktur in ihrer Qualität dies ihm auch erlaubt.

Zur Anamnese führen Sie ein ausführliches Patientengespräch und tasten den Körper ab. Sind Röntgen oder Laboruntersuchungen unnötig?

Auf keinen Fall! Sie sind sogar sehr wichtig für uns. Die Osteopathie versteht sich als optimale Ergänzung zur Schulmedizin. Schließlich wollen wir das bestmögliche Ergebnis für den Patienten erzielen. Die Fähigkeiten der Osteopathie beruhen darauf, über das Tasten mit den Händen die Bereiche im Körper zu finden, die Störungen aufweisen. Sie werden aber auch feststellen, dass bei uns in der Praxis dazu beim ersten Termin eine ausführliche und fundierte Anamnese gehört. Denn wir sind natürlich daran interessiert, welche Vorbelastungen der Körper des Patienten in Hinblick auf alte Verletzungen, Operationen und so weiter hat. Wichtig ist auch, wie sich die aktuelle Lebenssituation in Bezug auf Arbeit, Freizeit und Stress des Patienten verhält. Dadurch können wir unsere Therapie optimal auf den jeweiligen Patienten ausrichten.

Durch Palpation, also das Abtasten, beurteilen Sie Größe, Konsistenz, Beweglichkeit und Empfindlichkeit von Organen. Sie spüren aber auch Gewebeverspannungen oder Flussblockaden in Blutkreislauf und Lymphsystem auf und lösen Sie mit manuellen Bewegungen. Sind sämtliche Erkrankungen rein mechanisch zu kurieren?

Das wäre wirklich schön, aber so einfach ist das Zusammenspiel des menschlichen Körpers leider nicht. Wir haben viele Systeme im Körper, wie zum Beispiel das Hormonsystem und das Immunsystem, die einen großen Einfluss auf den Stoffwechsel und damit auch auf die Heilung des Gewebes haben. Natürlich können wir mit der Osteopathie in diesen Bereichen durch unsere Techniken eine indirekte Wirkung erzielen. Die Komplexität des Körpers erfordert aber oft, dass man den Fokus stets auf all seine verschiedenen Ebenen hat und da unterstützt, wo er gerade Hilfe braucht. Den Rest erledigen seine Selbstregulierungskräfte.

Bei der Osteopathie gibt es keine Eingriffe in den Körper. Sie operieren nicht und Sie verabreichen auch keine Medikamente. Gibt es auch Situationen, in denen Sie damit an Ihre Grenzen stoßen?

Ja, natürlich gibt es diese Grenzen. Wenn die Strukturen des Körpers sich durch vorangegangene Erkrankungen, Traumata oder Operationen so verändert haben, dass wir Beschwerden zwar lindern, aber nicht komplett lösen können. Deshalb freuen wir uns ja immer, wenn wir dem Patienten trotzdem weiterhelfen können, auch indem wir mit anderen therapeutischen Disziplinen und Ärzten der verschiedenen Fachbereiche im regen Austausch stehen. Nur so lässt sich unter den individuell gegebenen Rahmenbedingungen des Patienten das optimale Ergebnis erzielen.

Osteopathie soll die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen. Mitunter sind die aber zu geschwächt, um diese Aufgabe zu übernehmen. Wie können Sie dann mit manueller Therapie helfen?

Auch da kann ich auf Andrew Taylor Still verweisen, der die sogenannte „aterial rule“ festgelegt hat. Ein Gewebe, ein Organ, eine Struktur kann nur heilen, wenn sie optimal mit Nährstoffen versorgt ist und ebenso einen optimalen Abtransport von Flüssigkeiten und Abfallstoffen hat. Wir machen sozusagen den Weg frei, damit der Körper an den betroffenen Stellen selbst heilen kann. Zudem hat man über die craniosacrale Komponente der Osteopathie auch einen Einfluss auf das vegetative Nervensystem, welches Aktivität und Regeneration steuert. Auch hier können wir unterstützend tätig sein. Wichtig ist, den Patienten da „abzuholen“, wo er sich gerade befindet und ihn schrittweise wieder in sein physiologisches Optimum zu bringen. Nur so kann eine Behandlung auch erfolgreich sein.

Einer Ihrer Behandlungsschwerpunkte ist die neurophysiologische Schmerztherapie. Nehmen Sie durch manuelle Griffe Einfluss auf das Nervensystem oder können Sie die Schmerzursachen beseitigen?

Wir Therapeuten haben unterschiedliche Ansätze, um in das Schmerzsystem einzugreifen. Dazu muss man genau verstehen wie Schmerz entsteht, wo der Körper die Zentren und Filterstationen der Schmerzweiterleitung sowie
-regulation hat. Die Forschung hat in diesem Bereich in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse gebracht und wir nutzen diese in unserem Arbeitsbereich, um dem Patienten weiterzuhelfen. Ein Ansatz ist natürlich, die Schmerzursache zu finden und – sofern möglich ­– zu regulieren. Und ja, auch im Bereich Schmerzverarbeitung und -regulation können wir aktiv eingreifen.

Stressmanagement und Burnout-Prophylaxe haben viel mit Psychologie zu tun. Ist auch die Psyche manuell zu beeinflussen?

Darüber allein könnten wir ein ganzes Interview führen. Für mich ist es unbestritten – und nebenbei auch wissenschaftlich belegt – dass Körper und Psyche untrennbar miteinander verbunden sind. Das bedeutet kurz gesagt, dass, wenn wir es schaffen, den Körper im Gleichgewicht zu halten, dies auch einen deutlichen Einfluss auf die psychische Situation des Patienten hat. Trotzdem möchte ich auch hier erwähnen, dass je nach Fall und Situation die Patienten unbedingt in Zusammenarbeit mit Ärzten und Psychologen behandelt werden sollten.

Sie arbeiten in einem hochqualifizierten Osteopathenteam mit verschiedenen Schwerpunkten. Ergänzen Sie sich bei der Behandlung oder liegt Ihr Erfolgsrezept in der Spezialisierung?

Der Austausch untereinander im Team ist uns sehr wichtig. Jeder Therapeut hat eine leicht unterschiedliche Vorgehensweise, was ich sehr gut und wichtig finde. Grundsätzlich ist jeder Patient bei all unseren Therapeuten sehr gut aufgehoben. Überwiegend bleibt ein Patient auch bei einem Therapeuten. Es kommt aber schon vor, dass Patienten nach vorheriger Rücksprache mit ihnen bewusst einmal von einem Kollegen behandelt werden. Durch die etwas andere Herangehensweise an die Problematik wird in dieser Synergie der Effizienzgrad der Behandlung – gerade auch in komplizierteren Fällen – sogar noch gesteigert! Unser Ziel ist es immer, dem Patienten mit der bestmöglichen Therapie weiterzuhelfen – und dies als Team.

Wenn Osteopathie nachhaltig wirksam sein soll, muss der Patient seine Lebensgewohnheiten verändern. Sind Ihre Klienten dazu bereit?

Wir sind zumindest bereit, dem Patienten alle möglichen Wege aufzuzeigen. Gehen muss dieser sie dann letztendlich aber selbst. Wir stehen beratend zur Seite und begleiten ihn sehr gerne auf seinen eingeschlagenen Weg. Aber auch hier ist wieder Teamwork gefordert – und zwar vom Patienten und seinem Therapeuten.

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Bestmögliche Ergebnisse der Osteopathie in München ermöglicht das Team um Andreas Zapff (Bild: © manutherapeuticum)

Herr Zapff, wir danken für Ihre interessanten Antworten.

Das Interview mit Andreas Zapff führte Oliver Foitzik.

Über Andreas Zapff

Andreas Zapff (49) machte seine Ausbildung zum Physiotherapeuten in Bad Lauterberg und absolvierte ein berufsbegleitendes Osteopathiestudium bei der IAO. Seine umfangreichen Erfahrungen sammelte er in verschiedenen Münchner Praxen.
2017 übernahm er die Praxis in München-Gern und ist seitdem geschäftsführender Gesellschafter bei manutherapeuticum ZAPFF.

Oliver Foitzik

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