Wirtschaft

Personalien der KW 17

1. Oracle überlässt seine Finanzen wieder der Catz
2. Mischkonzern Haniel wirbt Chefsprecher von Roland Berger ab
3. Führungswechsel beim Deutschlandgeschäft von Pioneer Investments
4. Vattenfall schickt Aufsichtsratschef in die Wüste und wählt Interims-Chef
5. Deutschlands größter Gebäudedienstleister entlässt Chef und Finanzvorstand
6. Führungswechsel beim Lkw-Zulieferer SAF-Holland
7. Ex-Siemensvorstand wegen Bestechung stark belastet
8. Reichster Mann der Welt mit Milliarden-Kartellstrafe

 

Oracle überlässt seine Finanzen wieder der Catz
Safra Catz, Präsidentin bei dem US-Softwareriesen Oracle, war bereits von 2005 an für knapp drei Jahre Finanzvorstand bei dem SAP-Rivalen. Aber auch in der Zeit danach unterstand ihr der nachfolgende Finanzvorstand Jeffrey Epstein. Nach dessen Rücktritt kehrt sie nun auf ihren damaligen Posten zurück.

 

Mischkonzern Haniel wirbt Chefsprecher von Roland Berger ab
Torsten Oltmanns (46), wechselt zum 1. Juni zu dem Mischkonzern Haniel (Metro, Celesio). Bislang hat er die Kommunikation und das Marketing der Unternehmensberatung Roland Berger geleitet, bei der er sogar zum Partner gewählt worden war. Haniel befindet sich im Familienbesitz von mehr als 650 Mitgliedern der Familie Haniel. Für eine direktere Betreuung der Konzerneigentümer wird nun eine Zentralabteilung eingerichtet, die von Oltmanns Vorgängerin, Jutta Stolle, geleitet werden soll.

 

Führungswechsel beim Deutschlandgeschäft von Pioneer Investments
Das Deutschlandgeschäft von Pioneer Investments, der Anlagetochter der italienischen Bank Unicredit, bekommt eine neue Führung. Neue Leiterin wird die im Januar von BNP Paribas zu Pioneer gewechselte Evi Vogl. Zuvor waren bereits zwei Leiter von Pioneer, Wolfgang Kirschner und Reiner Beutler, zur Anlagesparte der Privatbank Hauck & Aufhäuser gewechselt, ein dritter, Hans-Joachim von Werthern, wird im Herbst folgen. Neben der Entvölkerung der Geschäftsführung („Aderlass“) wird befürchtet, dass die ehemaligen Pioneerleiter Kunden und deren Gelder mit zu Hauck & Aufhäuser mitnehmen könnten. Evi Vogl soll das mit einer neuen, Mitte Mai vorzulegenden Strategie verhindern.

 

Vattenfall schickt Aufsichtsratschef in die Wüste und wählt Interims-Chef
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hatte den Aufsichtsratsvorsitzenden Lars Westerberg bereits im März vor die Tür gesetzt, weil dieser mit dem früheren Konzernchef Josefsson vor dessen Rücktritt regelwidrig eine Zahlung von zwölf Millionen Kronen (1,3 Mio. Euro) vereinbart hatte. Josefsson musste die bereits ausgezahlte erste Hälfte des Betrages zurückzahlen. Nun wurde das Aufsichtsratsmitglied Björn Savén für eine Dauer von zwei Monaten zum neuen Interims-Vorsitzenden des Gremiums gewählt.

 

Deutschlands größter Gebäudedienstleister entlässt Chef und Finanzvorstand
Deutschlands größter Gebäudedienstleister Dussmann (Umsatz: 1,44 Milliarden Euro) entlässt den Konzernchef Thomas Greiner und den Finanzvorstand Christiane Japp (beide 56). Greiners Stellvertreter Dirk Brouwers (45) rückt an die Konzernspitze nach. Ein neuer Finanzchef steht noch nicht fest. Seit Anfang des Jahres führt die gebürtige US-amerikanerin Catherine von Fürstenberg-Dussmann (59) den neuinstallierten Stiftungsrat der Holdinggesellschaft.

 

Führungswechsel beim Lkw-Zulieferer SAF-Holland
Rudi Ludwig, der Chef des bayerischen Lkw-Zulieferers SAF-Holland, geht auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Der bisherige Vizechef Detlef Borghardt (48) wird dann ab Juli den Vorstandsvorsitz übernehmen. 2007 war die Saur Achsenfabrik (SAF) mit dem US-Zulieferer Holland fusioniert. 2009 kam es zu einem Gewinneinbruch und das Ergebnis rutschte in die roten Zahlen. 2010 wurde wieder ein operativer Gewinn erzielt.

 

Ex-Siemensvorstand wegen Bestechung stark belastet
Die Siemens-Korruptionsaffäre hat den Münchener Technologiekonzern bislang für Strafen und die interne Aufklärung rund 2,5 Milliarden Euro gekostet. Bis Mitte des letzten Jahrzehnts waren nach derzeitigen Schätzungen rund 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle geflossen. Derzeit muss sich Ex-Siemens-Vorstand Ganswindt, damals verantwortlich für die Telekommunikationssparte, vor Gericht verantworten – und gerät zunehmend unter Druck: Der frühere Siemens-Direktor Reinhard Siekaczek, der als ein Hauptorganisator der schwarzen Kassen in der Telekommunikationssparte gilt, hat vor dem Landgericht München ausgesagt, er habe Ganswindt Anfang 2004 über die Korruptionsvorgänge detailliert informiert. „Ich habe mit ihm über Schmiergeldzahlungen geredet, zum Beispiel zehn Millionen nach Nigeria, zehn Millionen in die GUS-Staaten, zehn bis 15 Millionen nach Griechenland und andere Staaten. (…) Ich habe gesagt, dass ich das Geld nicht mehr auftreiben kann, und außerdem verstoßen wir gegen alle möglichen Gesetze.“ Mit den meisten zu dem Zeitpunkt verantwortlichen Vorständen hat sich Siemens bereits auf Schadensersatzzahlungen geeinigt, von Ganswindt fordert das Unternehmen noch immer fünf Millionen Euro. Siekaczek selbst war 2008 zu zwei Jahren auf Bewährung und einer Zahlung von 108.000 Euro verurteilt worden.

 

Reichster Mann der Welt mit Milliarden-Kartellstrafe
Der Mexikaner Carlos Slim (71) ist mit geschätzten 74 Milliarden Dollar der reichste bekannte Mann der Welt (einige wie der König von Saudi Arabien lassen sich jedoch nicht schätzen). Nun hat die mexikanische Kartellbehörde gegen eines seiner Tochterunternehmen eine Strafe in Höhe von einer Milliarde Dollar erhoben. Die Firma Telcel habe sich „relativ monopolistischer Praktiken“ bedient und Wettbewerben bei der Vermittlung zu Telcel-Kunden zu hohe Gebühren abverlangt. Es sind nicht die ersten Vorwürfe wegen monopolistischer Praktiken gegen einige seiner Firmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.