Wirtschaft

Personalien: KW 13

Siemens-Strategiechef übernimmt neue Konzernsparte für Riesenstädte
Roland Busch (46), der bisherige Siemens-Strategiechef, wird die neu geschaffene Konzernsparte „Infrastructure & Cities“ für Megacities übernehmen. Die neue Sparte des selbst ernannten „grünen Infrastrukturpioniers“ soll alles bündeln, was Siemens an rasant wachsende Megastädte verkaufen kann.

 

Lufthansa verliert überraschend Spitzensanierer
Der Spitzensanierer Thierry Antinori (49) sollte ursprünglich Anfang April den Vorstandsvorsitz bei der schwächelnden Lufthansa-Tochter Austrian Airlines übernehmen. Nur wenige Tage vor seinem Amtsantritt verlässt Antinori jedoch das Unternehmen. Als Grund nannte er berufliche Zukunftspläne außerhalb des Konzerns – Einzelheiten wurden noch nicht bekannt. Die bisherige Doppelspitze bestehend aus Bierwirth und Peter Malanik wird daher die AUA-Geschäfte vorerst weiterführen, bis die Nachfolge geregelt ist. Die AuA hatte 2010 noch rote Zahlen geschrieben. Für das laufende Jahr wird jedoch die Rückkehr in die Gewinnzone erwartet.

 

Oberster Wirtschaftsweiser verlässt EnBW-Aufsichtsrat
Wolfgang Franz, der Vorsitzende des Sachverständigenrates der Bundesregierung (Rat der Wirtschaftsweisen) und Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim, legt sein Amt im Aufsichtsrat des Baden-Württembergischen Energieversorgers EnBW nieder. Dies ist auch eine Konsequenz aus seinem weiteren Aufsichtsratposten bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist jedoch bei einer EnBW-Tochter mandatiert, daher hätte sich der Ökonom ohnehin für eines der Mandate entscheiden müssen. Seine Entscheidung sei aber auch dem Wahlausgang mit dem Sieg von Grün-Rot geschuldet. Franz: „Ich will der neuen Landesregierung nicht im Wege stehen.“ Die neue Landesregierung plant einen strategischen Umbau des drittgrößten Stromversorgers in Deutschland und AKW-Betreibers. Franz galt als Günstling des scheidenden Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) und war von diesem in den Aufsichtsrat gebracht worden. Unklar ist der Verbleib der momentan noch designierten EnBW-Aufsichtsräte Hubert Lienhard und Rainer Dulger, die ebenfalls von Schwarz-Gelb bestellt wurden, sowie von Staatsminister Helmut Rau (CDU) und Justizminister Ulrich Goll (FDP) die nach dem Kauf von EnBW durch das Land in das Kontrollgremium geschickt wurden. Sie müssen zwar noch von der EnBW-Hauptversammlung am 19. April erst noch bestätigt werden, dieser Termin liegt allerdings vor der Wahl des neuen Grün-Roten Ministerpräsidenten.

 

Spyker-Chef übernimmt Führung bei Saab
Nach 37 Jahren Unternehmenszugehörigkeit scheidet der bisherige Konzernvorstand des schwedischen Autobauers Saab, Jan Åke Jonsson (59), aus dem Unternehmen aus. Er begründete seinen Rücktritt mit persönlichen Gründen, habe aber volles Vertrauen in die Lebensfähigkeit von Saab mit seinen 3.700 Beschäftigten. Victor Muller, der umstrittene Chef der niederländischen Saab-Mutter Spyker (Sportwagenbauer) wird seinen Posten interimsweise übernehmen. Saab hat 2010 als einer der kleinsten europäischen Autohersteller 32.000 Wagen produziert und 218 Millionen Euro Verlust eingefahren. Die Motoren will Saab künftig bei BMW kaufen.

 

Finanzvorstand Stefan Ermisch verlässt BayernLB
Der Finanzvorstand Stefan Ermisch (44) verlässt die Bayerische Landesbank (BayernLB). Angeblich habe es Unstimmigkeiten mit dem Vorstandsvorsitzenden Gerd Häusler gegeben, er scheide jedoch in bestem Einvernehmen. Vorstandschef Häusler würdigte seinen Anteil am Sanierungsprozess der Bank. Ein Nachfolger wurde noch nicht benannt. Die BayernLB musste nach 5,2 Milliarden Euro Spekulationsverlusten mit verbrieften US-Immobilienkrediten 2008 vom Freistaat Bayern mit 10 Milliarden Euro gerettet worden. Wegen der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria (HGAA) wurden dann weitere 2,6 Milliarden Euro Verlust gemacht. Landesbankchef Häusler betonte, dass die Landesbank nun kein eigenes Finanzmarktgeschäft mehr mache: "Sie zockt nicht. Sie macht Kundengeschäft." Die Kernkapitalquote sei mit 11,2 Prozent sehr gut und der bevorstehende Bankenstresstest daher kein Problem. Im vergangenen Jahr machte die Bank unterm Strich wieder 590 Millionen Euro Gewinn, nach einem Verlust von 3,1 Milliarden Euro im Jahr 2009.

 

Kronprinz des Milliardärs Buffetts mit Vorwurf des Insiderhandels
David Sokol, Chairman bei mehreren Sparten der Holding Berkshire Hathaway des US-Starinvestors und Multimilliardärs Warren Buffetts (der viert reichste Mann der Welt hat einen gerade mal halb so hohen Steuersatz wie seine Empfangsdame), galt lange Zeit als dessen möglicher Kronprinz. Nun wurde gegen Sokol der Vorwurf des Insiderhandels erhoben, woraufhin dieser seine Kündigung einreichte. Laut Buffett habe David Sokol Aktien des Chemie-Konzerns Lubrizol gekauft und ihm anschließend eine Übernahme der Firma empfohlen. Buffett hatte Lubrizol Mitte des Monats für 9 Mrd. Dollar gekauft. Er habe Sokol jedoch nicht entlassen und Sokol habe seiner Meinung nach auch nicht gegen Gesetze verstoßen. Sokol will sich nun in der Zukunft verstärkt um die Investments seines Privat- und Familienvermögens kümmern.

 

Tepco-Chef Masataka Shimizu Arbeitsunfähig im Krankenhaus
Der Skandal-Kraftwerksbetreiber Tepco, der das Unglücks-AKW Fukushima betreibt, ist um einen Skandal reicher. Tepco-Präsident Masataka Shimizu (66) war zwei Wochen wie vom Erdboden verschluckt – zuletzt war er am 13. März gesehen worden. In Japan ist es üblich, dass Top-Manager in Krisensituationen abtauchen und das unangenehm gewordene Feld den Untergebenen überlassen. Allerdings war schon spekuliert worden, Shimizu habe sich wegen der Atomkatastrophe in japanischer Tradition bereits das Leben genommen oder sei ins Ausland geflohen. Nun teilte das Unternehmen mit, Shimizu sei erkrankt und in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Zuvor habe er offenbar „wegen Überarbeitung“ einige Tage frei genommen und die Krise vom Krankenbett aus verfolgt. Der Vorsitzende des japanischen Oberhauses (eine Kammer des Parlaments), Takeo Nishioka, sagte, Shimizus Verschwinden sei „unverständlich und unentschuldbar“. Das Krisenmanagement bei Tepco wird nun übergangsweise der Vorstandsvorsitzende Tsunehisa Katsumata (71) übernehmen. Katsumata musste im Jahr 2008 nach einem Unfall im Kernkraftwerk Kashiwazaki Kariwa zurücktreten. Damals hatte ebenfalls ein Erdbeben Schäden verursacht, wodurch Radioaktivität ausgetreten war.

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