Wirtschaft

Personalien KW 20

Kampf um die Nachfolge Dominique Strauss-Kahns
Aufgrund der Vergewaltigungsvorwürfe ist der französische IWF-Chef und Hauptgegner Sarkozys im 2012 anstehenden französischen Präsidentschaftswahlkampf Dominique Strauss-Kahn zurückgetreten. Strauss-Kahn bestreitet die Vorwürfe und geht von einer Falle seiner politischen Gegenspieler aus. Der derzeitige IWF-Vize John Lipsky wird die Geschäfte des Fonds führen, bis ein neuer Direktor ernannt ist. Um die Nachfolge ist ein hitziger Disput entbrannt. Bislang besetzten die Europäer jeweils den mächtigen Chefsessel des IWF, während den USA die Spitze der Weltbank reserviert war. Nun wollen auch die Schwellenländer zum Zuge kommen. Europa pocht jedoch vor dem Hintergrund der Euro-Krise auf den Posten.

 

Ex-MAN-Gesamtbetriebsratschef unter Untreueverdacht
Der Schmiergeldskandal bei MAN weitet sich auf die Arbeitnehmervertretung aus. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft, ob der ehemalige Gesamtbetriebsratschef der Nutzfahrzeugsparte, Hans M., in den Korruptionsskandal des Konzerns verwickelt ist. Grund sei eine großzügige Altersteilzeitregelung für den Betriebsrat. Der 2004 mit MAN geschlossene Altersteilzeitvertrag sollte eigentlich erst ab 2009 gelten. Als der Betriebsratschef aber bereits ab 2006 freigestellt wurde, wurde die vereinbarte Abfindung aus bislang nicht bekannten Gründen auf 100.000 Euro verdoppelt. Bis Ende 2014 sollte er zudem monatliche Einkünfte von 8500 Euro erhalten. Allerdings wurde der Vorruheständler im März 2010 fristlos gekündigt, weil er Benzin unerlaubt über eine MAN-Tankkarte abgerechnet haben soll. Wenn sich die Untreuevorwürfe bewahrheiten, will das Unternehmen mehr als 416.000 Euro zurückverlangen.

 

Christian Buchel scheidet aus EnBW-Vorstand aus
Christian Buchel, einer der vier Vorstände des Energieversorgers EnBW, scheidet nach dem Regierungswechsel in Baden-Württemberg aus dem Konzernvorstand aus und wechselt zum früheren Anteilseigner Éléctricité de France. Buchel kam im Februar 2009 von EdF zu EnBW und bekleidete bei EnBW den Posten als Chief Operating Officer.

 

Bertelsmann-Aufsichtsrat um drei neue Ratsherren erweitert
Der Aufsichtsrat von Bertelsmann wird um drei Posten erweitert. Neu einziehen werden Volkswagen-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch, Daimler-Finanzchef Bodo Uebber sowie Henkel-Chef Kasper Rorsted. Damit erweitert sich der Aufsichtsrat von derzeit 13 auf 15 Mitglieder. Jürgen Strube (71) hingegen, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, wird das Gremium aus Altersgründen verlassen. Sein Nachfolger wird Joachim Milberg, der ehemalige Vorstandschef von BMW.

 

Volkswagen besetzt den MAN-Aufsichtsrat
Der VW-Konzern wird künftig fünf anstatt drei der insgesamt acht Aufsichtsratsposten bei dem Lkw-Bauer MAN besetzen. Neu einziehen werden VW-Chef Martin Winterkorn, der Finanzchef Hans Dieter Pötsch und Nutzfahrzeugvorstand Jochem Heizmann. VW-Patriarch Ferdinand Piëch und Audi-Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler sitzen bereits im MAN-Kontrollgremium, Piëch als Chefaufseher. Erst vor einigen Tagen hat Volkswagen die 30-Prozent-Schwelle der Anteile bei MAN überschritten.

 

Commerzbank verkleinert Vorstand um Posten des Osteuropa-Chefs
Der Osteuropa-Chef ehemalige Privatkunden-Vorstand Achim Kassow (44), seit 2004 im Vorstand der Commerzbank, wird die Bank im Juli verlassen. Kassow wird neuer Vorstandssprecher bei der Oldenburgischen Landesbank (OLB). Personalvorstand Ulrich Sieber wird Kassows Aufgaben in Osteuropa künftig zusätzlich übernehmen. Kassow wird bei der OLB Vorstandssprecher Benedikt Buhl ablösen, da es „unterschiedliche Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung“ der OLB gebe.

 

Führungswechsel bei Bitkom
Bei dem IT-Branchenverband Bitkom kündigt sich ein Führungswechsel an. Demnach soll Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzende der „DATEV eG“ neuer Verbandspräsident werden. Die eigentliche Wahl findet jedoch erst im Juni statt. Der amtierende Präsident, August-Wilhelm Scheer, hatte zuvor bereits angekündigt, für eine neue Amtsperiode nicht mehr kandidieren zu wollen. Kempf ist bereits seit Jahren Mitglied des Bitkom-Präsidiums und ein ausgewiesener Experte für IT-Sicherheit.

 

Ägypter Saif al-Adel neuer Al-Kaida-Chef
Nach dem Tod Osama Bin-Ladens soll laut Medieninformationen der bekannte ägyptische Ex-Offizier Mohammed Ibrahim Makkawi, Kampfname Saif al-Adel, neuer Chef des Terrornetzwerkes Al-Kaida geworden sein. Eine Art „offizielle Erklärung“ des Terrornetzwerkes zur Frage der Nachfolge steht allerdings noch aus. Mohammed Ibrahim Makkawi hat einst einer Spezialeinheit der ägyptischen Armee angehört und soll nach Erkenntnissen amerikanischer Ermittler an der Planung der Terroranschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 beteiligt gewesen sein. Makkawi gilt als militärischer Führer. Die Rolle des Vordenkers spielt aktuell vor allem noch der Ägypter Eiman al-Sawahiri.

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