Wirtschaft

Personalien KW 40

Max-Planck-Gesellschaft,  Fraunhofer SIT, Bundesbank, VDMA, Roland Berger, Rewe, HP, Nokia, Twitter, WeTab, Porsche:

 

Max-Planck-Gesellschaft | Dr. Ludwig Kronthaler neuer Generalsekretär:
Dr. Ludwig Kronthaler, der ehemalige Kanzler der TU München (1997-2005), wird neuer Generalsekretär der Max-Planck-Gesellschaft in München und tritt die Nachfolge von Dr. Barbara Bludau an, die bis zu ihrer Pensionierung Ende Juni 2011 Generalsekretärin der MPG für besondere Aufgaben wird. Kronthaler war bis 2007 Richter am Bundesfinanzhof und anschließend Direktor für Ressourcenmanagement und Industrieangelegenheiten der European Space Agency (ESA) in Paris.

 

Prof. Michael Waidner in die Institutsleitung des Fraunhofer SIT berufen:
Professor Dr. Michael Waidner wird Mitglied in der Institutsleitung des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT. Waidner war bislang Chief Technology Officer für Sicherheit bei IBM. 2006 wechselte er in die Firmenzentrale nach New York, wo er hauptverantwortlich für die technische Strategie und Sicherheitsarchitektur war. IBM ist der führende Anbieter von IT-Sicherheitsprodukten und Dienstleistungen.

 

Bundesbank | Joachim Nagel Nachfolger für Sarrazin:
Joachim Nagel (44), bislang Leiter des Zentralbereichs Märkte bei der Bundesbank, rückt als Nachfolger des umstrittenen Thilo Sarrazin in das Leitungsgremium der Notenbank auf. Bundesbankpräsident Weber hatte Sarrazin bereits vor einem Jahr loswerden wollen, als dieser erstmals mit seinen provokanten Thesen an die Öffentlichkeit gegangen war, scheiterte damals jedoch an seinen Vorstandskollegen. Nagel steht politisch der Sozialdemokratie nahe: Zwischen seinem Studium der Volkswirtschaftslehre in Karlsruhe und Promotion am dortigen Lehrstuhl Geld und Währung arbeitete er zeitweilig als Referent für den SPD-Parteivorstand in Bonn. Nagel hat zudem für seine Doktorarbeit den vom SAP-Gründungsmitglied gestifteten Klaus-Tschiru-Preis für verständliche Wissenschaft erhalten.

 

Thomas Lindner wird neuer Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA):
Der schwäbische Textilmaschinen-Hersteller Thomas Lindner (59) wurde zum neuen Verbandspräsidenten der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) gewählt. Er folgt damit Manfred Wittenstein (68) nach, der drei Jahre lang Präsident des Verbandes war. Der VDMA spricht für 3.000 Firmen mit 900.000 Arbeitsplätzen und 160 Milliarden Euro Umsatz.

 

WeTab-Chef Hoffer tritt nach Skandal zurück:
Der WeTab-Manager Helmut Hoffer von Ankershoffen, deutscher Konkurrent des iPads von Apple, hatte sein eigenes Produkt unter falschem Namen bei Amazon überschwänglich gelobt. Als dies aufgedeckt wurde, zog er die Konsequenzen und trat von seiner Position als Geschäftsführer der WeTab GmbH zurück.

 

Twitter | Mitgründer Evan Williams gibt Firmenführung ab:
Der Mitbegründer und Firmenchef des Internet-Kurznachrichtendienst Twitter, Evan Williams hat die Firmenführung an den Manager Dick Costolo abgegeben. Dick Costolo war bislang für das operative Geschäft zuständig. Zuvor war Costolo Mitgründer und Chef der Internet-Firma Feedburner, die 2007 von Google gekauft worden war. Williams hat angegeben, sich künftig wieder mehr auf die Entwicklung von Produkten konzentrieren zu wollen. Twitter hat 160 Millionen registrierte Nutzer, jeden Tag kommen nach Unternehmensangaben 370.000 neue hinzu. Seit 2006 wurden rund 160 Millionen Dollar in Twitter investiert. Der Druck zu höheren Gewinnen ist dadurch deutlich gestiegen.

 

Nokia wechselt Führungsriege aus:
Nokia hat nach einander den Konzernvorstand, dessen Vize sowie den Leiter der Betriebssystementwicklung ausgewechselt. Der finnische Handy-Weltmarktführer hatte bislang ausschließlich auf das Mobilfunk-Betriebssystem Symbian gesetzt, das mittlerweile als veraltet gilt. Apple (iPhone) und das Google-Betriebssystem Android rücken immer näher an den Marktführer heran. Nokia reagierte nun mit einem Neuanfang: Der langjährige Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo wurde durch den Microsoft-Manager Stephen Elop ersetzt. Kurz darauf trat auch Smartphone-Chef Anssi Vanjoki, der in Kooperation mit Intel für die Entwicklung des neuen Mobilfunk-Betriebssystem MeeGo zuständig war, zurück.

 

Der deutsche Leo Apotheker wird künftiger HP-Chef:
Leo Apotheker (57), bis vor kurzem noch Chef von SAP, wird Vorstandsvorsitzender des weltgrößten PC-Herstellers Hewlett-Packard. Anfang August war Mark Hurd bei dem IT-Konzern wegen einer Liaison mit einer ehemaligen Mitarbeiterin und falscher Spesenabrechnungen zurückgetreten (nun mehr bei Oracle). Seit dem haben die HP-Aktien zehn Prozent an Wert verloren. Leo Apotheker gilt als strategischer Denker mit Leidenschaft für Technologie.

 

Rewe-Chef wird Aufsichtsratvorsitzender bei Karstadt:
Der neue Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen beginnt mit dem Umbau der Warenhauskette: Rewe-Chef Alain Caparros soll Aufsichtsratvorsitzender werden, zudem ziehen zwei Vertreter von Berggruen Holdings in das Gremium ein. Den Posten des Vorsitzenden hatte bislang Roland Hoffmann-Theinert bekleidet, ein Anwalt aus der Kanzlei von Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg. Als Begründung wurde genannt, dass der Franzose Alain Caparros zu den Top-Führungskräften im europäischen Einzelhandel zähle.

 

Martin Wittig neuer Vorstandschef bei Roland Berger:
Roland Berger (72) zieht sich aus seiner 1967 gegründeten gleichnamigen Unternehmensberatung zurück. Der 46-jährige Martin Wittig wurde daraufhin einstimmig zum neuen Vorstandschef von der Unternehmensberatung Roland Berger gewählt. Er gilt als Ziehsohn des Firmengründers. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Schwenker wechselt in den Chefsessel des Aufsichtsrates.

 

Porsche | Entwicklungschef Dürheimer wird durch VW-Manager ersetzt:
Entwicklungschef und Vorstandsmitglied Wolfgang Dürheimer soll Chef der VW-Konzernmarken Bentley und Bugatti werden. VW-Motorenentwickler Wolfgang Hatz soll dafür in den Porsche-Vorstand nachrücken. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech hatte vor wenigen Wochen gesagt, dass Porsche „ein Diamant“ sei, der „neu geschliffen“ werden müsse. Mit dem Austausch Dürheimers wäre der komplette Vorstand des Sportwagenherstellers nach dem gescheiterten Übernahmeversuch von VW 2009 ausgetauscht.

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