Wirtschaft

Personalien und Köpfe der KW 18

Neuer Bundesbank-Chef im Amt
Jens Weidmann (43) hat als neuer Präsident der Bundesbank, offiziell seine Arbeit aufgenommen. Weidmann kündigte bei der Amtseinführung an, er werde an das Werk seines Vorgängers Axel Weber anknüpfen. Gegenüber der Bundesregierung will er sich besonders für den Abbau der Staatsschulden einsetzen. Dabei müsse die zurzeit sehr günstige Konjunktur- und Haushaltsentwicklung für eine zügige Defizitrückführung genutzt werden. Auch müsse die Reform der Bankenaufsicht in Deutschland zügig voranschreiten. Schließlich setzte sich Weidmann in seiner Antrittsrede auch für eine künftige Haftung privater Anleger in Schuldenkrisen von Staaten ein. „Die bisherigen Regeln zur Verhinderung und Lösung von Schuldenkrisen in Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion waren unzureichend. (…) Die Verschiebung finanzieller Lasten auf Dritte darf nicht als attraktiver Weg erscheinen.“ Mit 43 Jahren ist Weidmann der jüngste Notenbankchef in der Geschichte der Bundesrepublik.

 

Ex-Google-Chef Schmidt möglicher neuer US-Handelsminister
Der derzeitige US-Handelsminister Gary Locke soll laut einer Ankündigung Präsident Obamas als Botschafter nach Peking gehen. Als möglicher Nachfolger des US-Handelsministers ist der langjährige Google-Chef Eric Schmidt (56) im Gespräch. Der Milliardär hatte bereits 2008 den Wahlkampf Barack Obamas finanziell unterstützt und gehört schon heute zu einem Beraterteam des Präsidenten in Sachen High-Tech-Fragen. Auch Jeff Kindler, der ehemalige Chef des Pharmakonzerns Pfizer, ist für den Kabinettsposten im Gespräch.

 

Führungswechsel bei der russischen Raumfahrtbehörde
Nach sieben Jahren im Amt tritt der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde, Anatoli Perminow, von seinem Posten zurück. Sein Nachfolger wird der bisherige Vizeverteidigungsminister Wladimir Popowkin (53), Generaloberst und Ex-Befehlshaber der Weltraumtruppen. Der Führungswechsel hatte sich nach dem Verlust von drei GLONASS-Satelliten im Dezember 2010 angedeutet. Perminow hatte Mitte April selbst eingestanden, seine Sparte sei nicht in der Lage, den staatlichen Rüstungsauftrag für neue Raketen und Satelliten in den Jahren 2011 und 2012 zu erfüllen. Russland ist derzeit die international führende Weltraumnation und versucht mit ambitionierten Programmen, die Führungsposition weiter auszubauen. 

 

Machtpoker um Hochtief-Aufsichtsrat
Die Besetzung des Aufsichtsrats bei Deutschlands größtem Baukonzern Hochtief artet zu einem Machtpoker mit dem spanischen Großaktionär ACS aus. Der spanische Baukonzern will nun bisherigen Aufsichtsratsmitgliedern den Wiedereinzug in das Gremium verweigern. Für die Hauptversammlung von Hochtief am 12. Mai haben sich die meisten der amtierenden Aufsichtsräte um den BDI-Präsidenten Hans-Peter Keitel selbst zur Wiederwahl vorgeschlagen (darunter Ex-Allianz-Vorstand Detlev Bremkamp, Ex-Eon-Chef Wilhelm Simson und der Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer). ACS will diese Vorschlagsliste ablehnen. Zur Begründung heißt es, ACS wolle mit keinem zusammenarbeiten, der sich öffentlich an der monatelangen Hochtief-Übernahmeschlacht gegen ACS aktiv beteiligt habe. Die Spanier haben derzeit auf dem Aktionärstreffen die Mehrheit der Stimmen und wollen bis Ende Juni mehr als 50 Prozent der Aktien erwerben.

 

Siemens-Schmiergeldskandal geht in die nächste Runde
Die österreichische Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien hat ihre Ermittlungen bei Siemens Österreich ausgeweitet. Es geht um den Verdacht der Untreue und Bestechung sowie um Schmiergeldzahlungen. Bislang wird in Wien gegen zwei ehemalige Siemens-Österreich-Manager ermittelt, nun sind zwei weitere, davon mindestens einer noch aktiv, hinzu gekommen. Die Manager sollen zwischen 2000 und 2007 rund 50 Mio. Euro an Schmiergeldern in Südosteuropa bezahlt haben, die laut der Staatsanwaltschaft ausschließlich dazu gedient haben, „Amtsträger günstig zu stimmen“.

 

BayernLB sperrt Konten vom Ex-Risikochef – 200 Mio. Euro Forderung
Der ehemalige Risikochef der Bayerischen Landesbank Gribkowsky soll Formel-1-Anteile seines Instituts zu billig verkauft haben und darüber hinaus Millionen Gelder für sich selbst abgezweigt haben. Damit die Mittel dafür nicht verschwinden, hat die BayernLB im Kampf um Schadensersatz nun das Vermögen Gribkowsky einfrieren lassen. Gribkowsky sitzt seit Anfang Januar in Untersuchungshaft. Er soll für den Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB an einen Finanzinvestor insgesamt 50 Millionen Dollar an Bestechungsgeldern kassierte haben. Insgesamt fordert die BayernLB 200 Millionen Euro Schadenersatz von dem Ex-Vorstand, dem auch Pflichtverletzungen beim Kauf der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria (HGAA) vorgeworfen werden. 

 

Führungswechsel beim Uhrenhersteller Rolex
Bei dem Luxusuhrenhersteller Rolex gibt es einen Führungswechsel. Der bisherige Unternehmenschef Bruno Meier wird durch den Chef von Rolex Italia, Riccardo Marini (64), ersetzt. Das Unternehmen dankte Meier für sein Engagement während der letzten Jahre. Meier hatte den Chefposten 2008 übernommen und war zuvor Finanzchef gewesen. Den neu geschaffenen Posten für die ausländischen Filialen wird Daniel Neidhart von Hongkong aus übernehmen. Er war bislang für die Verkäufe in China verantwortlich.

 

Der Impfstoffhersteller Intercell erhält neuen Chef
Das auf Impfstoffe spezialisierte Wiener Biotech-Unternehmen Intercell baut seine Führungsriege um. Thomas Lingelbach wird neuer Konzernchef. Er ist seit 2006 bei Intercell als Chief Operating Officer tätig und war zuvor als Führungskraft bei der Hoechst AG, Chiron Vaccines, und Novartis Vaccines und Diagnostics beschäftigt. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Gerd Zettlmeissl wird „anderweitige persönliche und berufliche Interessen“ verfolgen. Zudem werden Alexander von Gabain und Thomas Szucs als neue Mitglieder zum Aufsichtsrat vorgeschlagen. Intercell hatte zuletzt aufgrund des Fehlschlags mit einem Impflaster gegen Reisedurchfall 2010 einen Verlust von 255,2 Mio. Euro eingefahren.

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