Wirtschaft

Personalien und Köpfe KW 21

Gerhard Schröder vor Sprung in den Gazprom-Aufsichtsrat
Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder ist derzeit Aufsichtsratschef des Pipeline-Konsortiums Nord Stream. Nun steht er für einen Aufsichtsratsposten bei dem russischen Gasmonopolisten Gazprom im Gespräch. Die Entscheidung werde auf einer Sitzung des Kontrollgremiums am 30. Juni fallen. Schröder sitzt auch bereits in dem Aufsichtsrat von Russlands drittgrößtem Ölkonzern TNK-BP. TNK-BP ist ein Joint Venture des britischen Ölmultis BP und der „Alfa Group und Access Industries“ der russischen Multimilliardäre Viktor Wechselberg, Michail Fridman, German Khan und Leonard Blavatnik.

 

Französische Finanzministerin kandidiert für IWF-Spitze
Die französische Finanzministerin Christine Lagarde hat sich offiziell um die Nachfolge des bisherigen Direktors Dominique Strauss-Kahn für die Spitze des IWF beworben. Legarde wäre damit die erste Frau auf dem Chefsessel des Internationalen Währungsfonds. Sie hat bereits Unterstützung aus mehreren Staaten Europa, darunter auch Deutschland, erhalten. Allerdings kritisieren Vertreter der aufstrebenden Schwellenländer den Führungsanspruch Europas scharf. Die IWF-Vertreter der BRICS-Staaten in einer gemeinsamen Erklärung: „Wir sind über die jüngsten öffentlichen Äußerungen von ranghohen europäischen Vertretern besorgt, dass der Posten des geschäftsführenden Direktors mit einem Europäer besetzt werden sollte.“ Der Machtkampf um den Spitzenposten ist noch nicht entschieden.

 

Vattenfall bekommt neuen Aufsichtsratschef
Der staatliche schwedische Energiekonzern Vattenfall, der auch in Deutschland an AKWs beteiligt ist, bekommt einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Lars Nordenstam war bislang jahrelang Chef beim Bankkonzern Nordea und bei einem schwedischen Postunternehmen. Die schwedische Regierung begründete dies mit Nordenstams "großer Erfahrung bei der Führung internationaler und komplexer Unternehmensaktivitäten“. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Lars Westerberg war von der schwedischen Regierung wegen überhöhter und teilweise gesetzeswidriger Abfindungszahlungen zum Rücktritt gezwungen worden.

 

Neuer Leiter für die Produktplanung bei Opel
Der neue Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke hat den GM-Manager Bruce Kauppila (bisheriger Direktor des Opel-Mutterkonzerns General Motors für Chile, Bolivien und Peru) zum neuen Leiter der Produktplanung gemacht. Der 44-Jährige US-Amerikaner ersetzt Frank Weber, der Anfang April zu BMW gewechselt war.

Verschiebungen in der Generaldirektion des Stahlproduzenten ArcelorMittal
Der niederländisch-luxemburgische Stahlkocher ArcelorMittal ist hinter Thyssen-Krupp und der spanischen Acerinox der drittgrößte Edelstahlproduzent der Welt und war 2008 auf Platz 28 der Fortune 500 Liste der weltweit führenden multinationalen Konzerne. Nach dem Rückzug von Christophe Cornier aus der Generaldirektion kommt es in dem Gremium zu einigen Verschiebungen. Der Luxemburger Michel Wurth wird künftig die weltweite Langstahlproduktion des Konzerns verantworten. Seinen bisherigen Verantwortungsbereich „Fachstahlbereich Europa“ gibt er dafür an Aditya Mittal ab, den Sohn des Vorstandvorsitzenden Lakshmi Niwas Mittal (mit über 30 Mrd. Dollar sechstreichster Mensch der Welt), der zudem Finanzdirektor und Kommunikationschef des Unternehmens bleibt.

 

Sanierer Hans-Gerd Höptner verlässt Teldafax
Der krisengeplagte Stromanbieter Teldafax bekommt schon wieder einen neuen Chef: Der Sanierer Hans-Gerd Höptner, erst seit März im Amt, wird den Konzern auf eigenen Wunsch hin verlassen. Er hat bereits den Aufsichtsrat gebeten, ihn von seinen Aufgaben als Vorstandschef zu entbinden. Der kaufmännische Vorstand Gernot Koch (für das operative Geschäft) wird neuer Vorstandsvorsitzender. Hauptziel ist es, eine drohende Insolvenz zu verhindern. Laut Informationen des Handelsblatts stehe ein möglicher Insolvenzverwalter bereits in den Startlöchern.

 

Hedge-Fonds-Manager fordert Rücktritt von Microsoft-Chef Ballmer
Ballmers Anwesenheit in dem Unternehmen sei für die Microsoft-Aktie die größte Belastung. Mit dieser Aussage will der einflussreiche Hedge-Fonds-Manager David Einhorn von der Fondsgesellschaft Greenlight Capital den Microsoft-Chef Ballmer aus dem Amt drängen. Grund: Die Microsoft-Aktie entwickelt sich in den letzten Jahren nicht mehr so erfreulich, da das Unternehmen Marktanteile an die Konkurrenz abgeben musste. 2010 hat Apple den Marktführer Microsoft als das wertvollste IT-Unternehmen überholt, auch IBM ist zum ersten Mal seit 1996 gemessen am Börsenwert an Microsoft vorbeigezogen. Ballmer ist seit dem Jahr 2000 Nachfolger Bill Gates an der Unternehmensspitze. Doch trotz der Kritik rät der Hedge-Fonds aber immer noch zum Kauf des Wertpapiers, da es seit mehreren Quartalen unterbewertet sei. Das Unternehmen habe Potential, dass Ballmer aber eben nicht ausreichend nutze. Ballmer habe es zugelassen, dass Konkurrenten das Unternehmen in wichtigen Märkten wie den der Suchmaschinen, Mobil-Betriebssystemen, Tablets und sozialen Netwerken weit abgehängt hätten. Der Microsoft-Chef stecke in der Vergangenheit fest, kritisiert Einhorn, und sollte daher lieber einem Anderen eine Chance geben.

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