Panorama

Peru wird wichtiger Partner im Bereich der Forschungszusammenarbeit

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Helge Braun, und der peruanische Außenminister Rafael Roncagliolo haben gestern Abend eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, um enger im Bereich von Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation zusammenzuarbeiten. So sollen künftig regelmäßige Fachgespräche beispielsweise zu den Themen Gesundheits- und Umweltforschung geführt werden. Die Unterzeichnung fand im Rahmen des Staatsbesuchs des peruanischen Präsidenten Ollanta Humala in Deutschland statt.

"Mit diesem Abkommen wird Peru auf dem Gebiet der Forschungszusammenarbeit ein wichtiger Partner für Deutschland", sagte Braun. "Das ist ganz im Sinne der Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung, die wir im Koalitionsvertrag beschlossen haben: Um Lösungen für globale Themen wie den Klimawandel oder die Bekämpfung von Krankheiten und Seuchen zu finden, müssen Forscher aus aller Welt stärker zusammenarbeiten."

Bislang gibt es zwischen Deutschland und Peru rund 50 Hochschulkooperationen; außerdem sind der Deutsche Akademische Austauschdienst und die Deutsche Forschungsgemeinschaft an der Katholischen Universität Perus in Lima aktiv.

Peru möchte die Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten (FuE) deutlich verstärken. So will die Regierung bis 2015 die FuE-Ausgaben auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts anheben. Derzeit findet sich das Land im unteren Drittel Lateinamerikas im Vergleich zu Ländern wir Brasilien mit heute schon 0,8 Prozent, Chile mit 0,7 und Mexiko und Argentinien mit je 0,5 Prozent.

Dies soll unter anderem durch den "Canón Minero" erreicht werden, einem staatlichen Instrument, mit dem Bergbau-Regionen gefördert werden. Vorbild ist Kolumbien: Hier garantiert der sogenannte "Fondo de regalías", dass 10 Prozent der nationalen Einnahmen für Bodenschätze für FuE zur Verfügung gestellt werden. In Peru fließen über den "Canón Minero" 25 Prozent der staatlichen Bergbaueinnahmen an die Regionen zurück, von denen wiederum ein Fünftel den Hochschulen zu stehen. Für 2010 ergab dies einen Beitrag von 35 Mio. Euro.

Peru erlebte bis in die späten 1990er Jahre einen blutigen Bürgerkrieg, der mit hoher politischer Instabilität einherging. Sämtliche Bemühungen zur Staatsmodernisierung, Dezentralisierung und Umstrukturierung öffentlicher Einrichtungen, auch im Bereich FuE, sind kaum älter als 10 Jahre. Wissenschaft und Forschung werden in Peru vom "Nationalen Forschungsrat", CONCYTEC, organisiert. Dieser ist dem Bildungsministerium angegliedert. Es steht aber zur Debatte, CONCYTEC zu einem Ministerium für Wissenschaft und Forschung aufzuwerten.

(Quelle: BMBF)

 

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