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Peter Räfle: Das Ende des Schreckens

Peter Räfle: Das Ende des Schreckens – Selbstverteidigung in Beruf und Alltag – Eine Anleitung, um sich erfolgreich zu wehren. Hanser, Carl GmbH + Co. – März 2011 – gebunden – 223 Seiten

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Sprachliche Angriffe und aggressive Personen wirksam abwehren

In der Bäckerei drängelt jemand an der Schlange vorbei und bestellt einfach. Der Vorgesetzte putzt mich grundlos herunter. Der Lebenspartner macht mir mit seinen ständigen Vorwürfen das Leben schwer. Und die Schwiegermutter versteckt ihre Aggression nur mühsam hinter ungebetenen Ratschlägen. Wer solche Situationen kennt und ihnen hilflos gegenübersteht, wird mit Peter Räfles Buch einen Glücksgriff tun. Denn es bietet, was es im Titel verspricht: "Das Ende des Schreckens, Selbstverteidigung in Beruf und Alltag. Eine Anleitung, um sich erfolgreich zu wehren."

Wer den Kampf annimmt, wird verlieren

Ausgangspunkt für den Psychotherapeuten Peter Räfle waren asiatische Selbstverteidigungstechniken. Sie brachten ihn auf die Idee, gegen die weitaus häufigste Form der Aggression, nämlich gegen Verbalattacken, ein genauso einfaches wie wirkungsvolles System zur Selbstverteidigung zu entwickeln. Die Grundannahme stellt unser wettbewerbsorientiertes Denken erst einmal auf den Kopf. Denn Räfle lehrt die "Effektive Abwehr". Und "das Ziel einer guten Abwehr ist nicht auf das Gewinnen eines Kampfes ausgerichtet, sondern auf das Vermeiden einer Niederlage. Also nicht den Druck weiter aufbauen, sondern Druck herausnehmen. Den Angreifer ins Leere laufen lassen.

Schlagfertigkeit ist keine Lösung

Warum nicht gewinnen? Die Antwort des Psychotherapeuten ist einfach: Angreifer haben immer die besseren Karten. Sie wählen die Waffen, den Ort und die Taktik. Und wenn sie mit Worten angreifen, dann haben sie das meist tausende Mal erprobt und sich darin perfektioniert. Eine Messerattacke wehrt man nicht mit einem Messer ab, sondern besser mit etwas, das Distanz schafft – etwa mit einem Stuhl. Genauso gilt: Verbalattacken wehrt man nicht ab, indem man mit scheinbarer "Schlagfertigkeit" kontert. Dadurch wird die Auseinandersetzung nur eskalieren und solange dauern, bis einer die weiße Fahne hisst (oder sich heiser geschrien hat). Stattdessen geht es auch bei Verbalattacken darum, Distanz zu schaffen.

Effektive Abwehr kommt mit wenigen Worten und einigen Wiederholungen aus

Das Abwehrprogramm Räfles ist denkbar einfach. Es beinhaltet eine dreistufige Situationsanalyse: 1. Identifizierung (die sprachlichen Modelle durchschauen, mit denen andere Druck aufbauen). 2. Das schlimmstmögliche Ende abschätzen (droht zum Beispiel wirklich die Kündigung?) 3. Die Abwehr geordnet anwenden. Und damit ist Räfle beim Kern seiner Abwehrstrategie, die tatsächlich eingeübt und relativ leicht angewendet werden kann. Denn Räfle empfiehlt, sich eine Handvoll Sätze einzuprägen, die alle mit "Das" beginnen. "Das reicht". "Das geht nicht." Oder "Das sagt der Richtige." Nichts weiter. Räfle rät, diese Sätze so lange zu wiederholen, bis der Aggressor einsieht, dass er bei Ihnen auf Granit beißt. Also kein "Ich" verwenden, kein "Du". Nicht argumentieren, sondern den verbalen Angriff hartnäckig zurückweisen. Und den Rüpel, der sich an der Theke vordrängelt, bitte genau so behandeln: "Stopp! Hier geht es weiter!" (Niemals hinterherschieben "ich steh schon länger hier als Sie", das wäre nur die Einladung zum Weiterkämpfen).

Den Alphamännchen die Rote Karte zeigen

Peter Räfle beschreibt die "Effektive Abwehr" sehr anschaulich und unterlegt sie mit Beispielen aus seiner Praxis. Er liefert Abwehrtechniken für Lehrer, gegen Mobbing, gegen übergriffige Verwandtschaft, gegen neurotische Partner und cholerische Chefs. Managementbuch.de – Fazit: Räfle lehrt den Verzicht auf das Mitkämpfen, zeigt, wie wir Dampf aus angespannten Situationen lassen können und wie wir so reagieren, dass der Angreifer bei uns keine Spuren zurücklässt. Das spart Kraft und spendet Lebensenergie. Und ist vor allem eine Erfolg versprechende Strategie, um Alphamännchen und –weibchen die Rote Karte zu zeigen.

… erstellt von Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de.

 

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