Gesundheit

Petra Schuseil: Mit dem richtigen Lebens- und Arbeitstempo zu mehr Leben (3) – Wer gibt Ihr Lebenstempo vor? (Teil 2)

…aus der neuen und inspirierenden Petra Schuseil, Buch, Buchtipp, LebenstempoThemenserie von Petra Schuseil: „Finde Dein Lebenstempo – mit dem richtigen Tempo zu mehr Leben“ – über das individuelle Lebens- und Arbeitstempo, Temporegler und Lebensqualität. Nach dem zweiten Teil “Wer gibt Ihr Lebenstempo vor? (Teil 1)”, folgt heute: „Wer gibt Ihr Lebenstempo vor? (Teil 2)“

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Das letzte Mal haben wir uns angesehen, welche Lebens-Rollen wir zu erfüllen haben und wie unsere Umgebung unser Lebenstempo beeinflusst. Heute bringe ich Ihnen das Tempo in den verschiedenen Lebensphasen nahe und mit welchen Tempo-Antreibern wir es zu tun haben …

Die Lebensphasen

Jede Lebensphase hat ihr eigenes Tempo. Als Student erlebt man eine quirlige Stadt anders als mit 60+. Als junger Mensch will man alles Mögliche erleben und ausprobieren. Als junge Eltern richtet man sich darauf ein, dass die Kindererziehung im Fokus steht. Werden sie flügge, bricht eine neue Lebensphase an und viele Frauen fragen sich: Was jetzt? Soll es das gewesen sein? Viele von ihnen legen nochmals an Tempo zu, wenn Ihre Kinder beispielsweise aus dem Haus sind. In der zweiten Lebenshälfte haben andere Dinge Priorität. Es darf langsamer werden. Aber nicht nur. Und genau darum geht es beim Finden des Lebenstempos. Dass wir beide Seiten ausleben und ausprobieren. Weder ist Schnell-sein schlecht noch das Langsam-sein.

Unsere unbewussten Antreiber

Das Konzept der Antreiber kommt aus der Transaktionsanalyse, einer vom Psychiater Eric Berne entwickelten tiefenpsychologischen Methode. Bernes Kollege Taibi Kahler hat die Antreiber 1977 das erste Mal beschrieben. Danach geht es um Strategien, die ein Mensch entwickelt, um dem eigenen „Nicht-okay-Gefühl“ zu entkommen. Die Illusion: Wenn ich dieses oder jenes tue und mich anstrenge oder auch lasse, dann bin ich wieder okay. Einer dieser fünf Antreiber heißt: Ich bin OK, wenn ich mich beeile.

Menschen mit diesem Antreiber haben das Gefühl, nicht genügend Zeit zu haben. Alles muss rasch und schnell erledigt werden. Man fühlt sich ständig unter Strom und packt viel in die Zeit. Ruhe und Entspannung werden nur schwer ertragen. Man hört von diesen Menschen oft Wörter wie „schnell“, „eben mal“ oder „kurz“. Sie sind davon überzeugt, dass sie keine Zeit verschwenden dürfen und unterstellen, dass man sich nicht für sie interessiert. Eine große Entlastung ist, wenn sie sich erlauben, sich die Zeit zu nehmen, die sie brauchen. Ein anderer Erlauber heißt: „Ich darf meinen Rhythmus berücksichtigen“ und „Ich darf von mir erzählen“.

Wechsel- oder Dauer-Typ

Das Modell von Riemann-Thomann ist für mich ein sehr wichtiges Modell geworden, um die eigene Persönlichkeit in Sachen Tempo zu verstehen und zu akzeptieren. Vielleicht haben Sie auch das Buch „Die Grundlagen der Angst“ von Riemann gelesen? Darin heißt es, dass diejenigen, die sich vor der Dauer und dem Stillstand fürchten, „den Wechsel“ bevorzugen. Alle, die sich vor dem Neuen fürchten und das Bekannte erhalten wollen, sind diejenigen, die sich mit dem Dauerhaften wohl fühlen. Sie haben sich aufgrund der kurzen Beschreibung sicher schon erkannt? Sind Sie ein Dauer- oder ein Wechseltyp? Sie können sich schon denken, dass der eine eher der Besonnene ist und der andere durch seine Liebe für die Veränderung ein eher schnelleres Tempo lebt.

Lesen Sie auf Seite 2 weiter, warum es wichtig ist, zu wissen welcher Typ man ist

Christoph Schroeder

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