Technologie

Pflanzen als Heizung und Energieerzeuger, auch im Winter

Ein Großteil unseres Energieverbrauchs entfällt auf die Erzeugung von Wärme. Gerade in diesem Bereich ist die Auswahl an effizienten, nachhaltigen Optionen noch recht gering. Solarwärme erzielt seine Spitzenwerte im Sommer, wenn wir die Wärme nicht brauchen, und die Nutzung von Geothermie ist oft problematisch und aufwendig. Forscher der TU Berlin haben nun aber eine nachhaltige Wärmequelle entdeckt, die auch im Winter genügend Wärme erzeugen soll: Pflanzen in einem Gewächshaus. Dabei wird leicht verschmutztes Abwasser in das Gewächshaus geleitet, in dem wintergrüne Pflanzen wie Bambus oder Schilf angebaut werden. Durch Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser, wobei weniger Sonnenenergie benötigt wird als bei Solarthermie, und der entstehende Dampf wird in einen schwarzen Füllkörper, dem Absorber geleitet und mit Salz angereichert. Dabei wird durch die Absorbtion der Feuchtigkeit durch das Salz Energie freigesetzt und die Sole auf bis zu 45° erhitzt, welche dann direkt für die Erwärmung des Hauses genutzt werden kann. Sie kann aber auch überaus effizient gespeichert werden, da das verwendete billige Magnesium-Chlorid Energie sehr effizient und ohne großen Verluste speichern kann.

Die Forscher glauben, dass dieses System auch in anderen Bereichen des Alltags Anwendung finden könnte und zwar überall wo Dampf entsteht. „Im Kleinen wären das zum Beispiel der elektrische Wäschetrockner oder der Dampf, der beim Duschen und in der Küche beim Kochen entsteht. Im Großen könnte man solche Systeme in Schwimmbädern oder in der Industrie, wo getrocknet wird, anwenden: bei der Herstellung von Milchpulver, Papier oder Spanplatten zum Beispiel,“ so Dr. Martin Buchholz, Leiter des Forschungsprojekts.

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