Energie & Umwelt

PHOTON widerspricht Kritik an großen Freiflächen-Solarkraftanlagen

Der Herausgeber der Fachzeitschrift „PHOTON – Das Solarstrom-Magazin“, Philippe Welter, hat einer Kritik an großen Photovoltaikanlagen auf Freiflächen vehement widersprochen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen hatte in Bezug auf große Freiflächenanlagen am 25. Januar gesagt: „Je größer die Solarleistung, je größer ist auch die Netzbelastung.“ Dies sei nicht korrekt, so Welter: „Photovoltaikanlagen entlasten in aller Regel die Netze, in die sie einspeisen. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine große oder mehrere kleine Anlagen errichtet werden. Lediglich die Gesamtleistung in einem Netzabschnitt ist relevant.“

Laut den geplanten Förderkürzungen im Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird die Solarstromvergütung für Freiflächenanlagen schon mit der nächsten regulären Vergütungsabsenkung zum 1. Juli 2012 auf das Niveau der Offshore-Windvergütung sinken. Dabei müssen die Betreiber von PV-Anlagen auf Freiflächen den Netzanschluss selber bezahlen, während die Offshore-Windparks den Anschluss an das Stromnetz kostenlos vom Netzbetreiber erhalten, der dann die Ausgaben wiederum auf die Stromkunden umlegt. Die großen Freiflächenanlagen unterbieten ab 1. Juli dann auch die Durchschnittsvergütung für Biomassekraftwerke. Dabei benötigen sie gerade einmal eine zehn- bis zwanzigmal kleinere Fläche, um genauso viel Energie zu liefern, als wenn die Fläche mit Energiepflanzen genutzt wird. Zudem ist der Strom aus großen Photovoltaikanlagen auf Freiflächen um rund 25% günstiger als der aus kleinen Anlagen.

Auch die Netzstabilität sei durch diese Form der Energiegewinnung nicht gefährdet, im Gegenteil: Der Solarstrom mache den sonst notwendigen Transport konventionellen Stroms von einem zentralen Großkraftwerk zum Verbraucher überflüssig. Zunächst werden die Verbraucher vor Ort versorgt, da Strom immer den kürzesten und direkten Weg nimmt, ähnlich wie Wasser. Dadurch sinken dann auch die Übertragungsverluste im Netz, die von den Verbrauchern mitgezahlt werden.

Welter betont: „Photovoltaikanlagen auf Freiflächen sind die Billigmacher des Solarstroms. Eine weitere Beschränkung der Freiflächenanlagen bringt für die Netzstabilität keine Vorteile, macht aber den Strom ohne Not teurer.“
(mb)

 

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