Energie & Umwelt

Polnischer Einstieg in die Atomkraft im EU-Prüfverfahren

Die deutsche Öffentlichkeit und die deutschen Behörden können vom 5. Oktober an zum Entwurf des polnischen Kernenergieprogramms Stellung nehmen. Dies erfolgt im Rahmen des europäischen grenzüberschreitenden Strategischen Umweltprüfungsverfahren (SUP-Verfahren). Solche SUP-Verfahren müssen laut den europa- und völkerrechtlichen Verpflichtungen im Falle möglicher grenzüberschreitender Auswirkungen durchgeführt werden. Dabei müssen Pläne und Programme im Laufe ihrer Ausarbeitung und vor ihrer Genehmigung unter Einbeziehung angrenzender Staaten einer Umweltprüfung unterzogen werden.

Die entsprechenden Stellungnahmen und Eingaben sind auch in deutscher Sprache möglich und sind unmittelbar an die zuständige Behörde in Polen zu richten. Der Zeitraum endet am 4. Januar 2012. Details zum Verfahren können über die Internetseite des Bundesumweltministeriums (BMU) abgerufen werden.

Polen will in die zivile Nutzung der Kernenergie einsteigen. Zunächst sind AKWs mit einer Gesamtleistung von 6.000 MW geplant – das entspricht der Leistung von sechs größeren Reaktoren. Der Baubeginn ist für 2016 projektiert. Bis 2030 sollen rund 20% des polnischen Strombedarfs aus Atomkraftwerken gedeckt werden. Derzeit werden noch über 90% des polnischen Strombedarfs mit Kohle erzeugt.

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