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Positive Gedanken aktivieren durch Einzahlen auf das Unterbewusstsein

Baby liegt im Regal. Der Wunsch nach Nachwuchs ist für viele ein Beispiel für positive Gedanken

Auf dem Weg zu unserer erfolgreichen Zielerreichung sollten wir besonders auf die Art unserer gedanklichen Muster achten. Sie haben sicher schon oft gehört, dass Gedanken unser Handeln steuern, und wenn Sie nur stets positiv denken, Sie imstande sind, Berge zu versetzen, sofort super reich werden und überhaupt sich das Leben immerdar von seiner süßesten und einfachsten Seite zeigen würde.

Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang unsere Gedanken mit unserer Nahrung vergleichen. Unser Körper arbeitet mit dem, was wir ihm zuführen und kann danach wieder Leistung bringen. Nach einem Abend mit fettem Essen und zu viel Wein wie auch Schnaps (wenn Sie meinen, dies für die Verdauung zu brauchen) wird Ihr Körper logischerweise am nächsten Tag keine Hochleistung bringen. Nehmen Sie hingegen gesundes Essen zu sich – also Gemüse, Biofleisch und Vollkornprodukte – wird der nächste Tag sehr viel positiver und leistungsfähiger aussehen. Sie werden mehr als ausreichend Energie zur Verfügung haben und lange durchhalten können. Viele gehen leider von der Annahme aus, dass eine gewisse Art von Ernährung emotionale Situationen verbessert. Sicher, Schokolade und Chips – womöglich noch in Kombination – können zu einem kurzfristigen emotionalen Hoch führen. Aus diesem stürzt man aber, sobald die Wirkung verpufft ist, umso tiefer ab in das natürlich weiterhin vorhandene Jammertal.

Und genau so stellt sich die Situation betreffend unsere Gedanken dar. Kurzfristig können wir uns mit positiven Gedanken die Welt schön denken, wenn wir diese Art des Denkens jedoch nicht langfristig in unseren Alltag implementieren, funktioniert es definitiv nicht. Unsere Gedanken formen unser Leben. Wir handeln danach, weil jede Art von Gedanken irgendwann verinnerlicht wird und im Unterbewusstsein landet. Sie können diese Gedanken gerne Glaubenssätze & Co nennen. Für mich sind sie einfach nur Gedanken, die uns prägen. Das Schöne dabei ist, wir haben jederzeit die freie Wahl, unsere Gedanken harmonischer zu gestalten, um langfristig positiver zu denken und zu handeln und um dadurch unsere Grundstimmung zu heben.

So kommen Sie in kurzer Zeit zu einer besseren Grundstimmung

Vermeiden Sie als ersten Schritt die Energievampire. Das hat mir vor Jahren ein sehr kluger Mann namens Dr. Manfred Winterheller gesagt. Menschen, die nur über andere Menschen herziehen, negativ reden und alles bloß Schwarz sehen, sind vorzugsweise ganz aus dem Leben zu streichen. Oder eben so weit wie möglich. Bei Familienangehörigen ist das eher schwer, aber auch umsetzbar. Probieren Sie diese Vorgangsweise einmal für zwei bis drei Monate aus. Sie werden bei genauerem Hinsehen entdecken, dass Sie von sehr viel mehr Energievampiren umgeben sind, als Sie sich ursprünglich vorstellen konnten. Treffen Sie diese Leute nicht oder so wenig wie möglich und halten Sie Meetings oder Feiern kurz, um nicht in den Bann dieser Menschen zu kommen, denn das zieht sie nur hinunter.

Vermeiden Sie ebenso die negativen Schlagzeigen und vor allem die Chroniken von Tageszeitungen und Online-Portalen. Auch das war Winterhellers Tipp an mich, und zwar schon vor mehr als 20 Jahren. Ich meine damit nicht, dass Sie sich von allen politischen und auch internationalen Geschehnissen total abschotten sollen, Sie müssen schließlich über „die Welt da draußen“ weiterhin informiert bleiben. Ich empfehle aber, sich von den vielen kleinen, negativen Schlagzeilen, die uns ständig umschwirren, abzugrenzen. Warum? Schauen Sie einmal bewusst eine Zeitung an. Wie viel des Chronik-Inhalts ist positiv geschrieben und wie viel negativ? Nach meinen Beobachtungen rund zehn zu 90 Prozent. Was suggerieren wir da ständig unserem Mind-Set? Richtig, dass das Leben schlimm und hauptsächlich negativ ist. Probieren Sie diese Taktik doch einfach aus. Auch hier reichen zwei bis drei Monate, um dieses Verhalten zu verankern.

Beginnen Sie, über sich selber anders zu denken! Wenn Sie am Abend Ihren Tag an sich vorbeiziehen lassen, woran denken Sie vorrangig? Mit hoher Wahrscheinlichkeit an jene Dinge, die Sie nicht geschafft haben, an das, was nicht so gut lief in der Besprechung. Die meisten Menschen denken immer darüber nach, was sie nicht gut gemacht haben. Und erzählen dabei Ihrem Unterbewusstsein  „Ich bin nicht okay. Ich bin nicht gut genug. Ich bin nicht schnell genug. Ich kann das nicht.“ Springen Sie von diesem gedanklichen Karussell so rasch wie möglich ab. Das heißt jedoch nicht, dass Sie sich eine falsche Realität vorgaukeln und einen eventuellen Fehler schöndenken sollen. Das wäre der falsche Weg. Nehmen Sie die Situation neutral an, wie sie ist. Sagen Sie sich: „Ich habe alles in meiner Macht versucht, es gut zu erledigen. Ich werde es morgen wieder versuchen. Ich gebe das Beste, das in diesem Moment möglich ist und lerne daraus. Ich tue alles dafür, mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, erfolgreich zu sein.“

Merken Sie den Unterschied? Wenn Sie so zu sich sprechen, schlagen Sie sich verbal nicht permanent selber. Die Vergangenheit ist nicht mehr zu ändern. Die Zukunft aber können Sie jederzeit neu gestalten. Kurz innehalten und sich einzugestehen, dass etwas daneben ging, ist okay. Danach einfach vertrauensvoll nach vorne schauen und alles geben. Ich gehe absolut davon aus, dass Sie tagtäglich alles dafür geben, damit es gut läuft. 90 Prozent der Menschen, die mir begegnet sind, arbeiten gedanklich ständig gegen sich, obwohl sie eigentlich gute Arbeit leisten. Diese Selbstvorwürfe und negativen Schläge auf sich selber machen Sie langfristig fast wahnsinnig und auch ein Stück krank. Seien Sie liebevoll zu sicher selber. Mit Selbstliebe lebt es sich sehr viel besser als mit Selbsthass. Keinem Kind würden Sie jemals vorwerfen, was es alles falsch macht. Sich selber aber schon. Vermeiden Sie diesen Zugang, und Ihr Denken und Sie selber werden entspannter. Auch dieses neue Verhaltensmuster sollten Sie zwei bis drei Monate durchziehen, um es zu verinnerlichen.

Vergleichen ja, aber richtig

Vergleichen Sie sich nur dann mit anderen, wenn es Sie weiterbringt. Wir begegnen tagtäglich vielen Menschen und werden zusätzlich von diversen Werbebotschaft bombardiert, die unseren Mind-Set programmieren. Wir sehen Dinge, die wir unbedingt haben wollen und vergleichen uns permanent mit anderen Menschen, die diese Dinge schon haben und daher selbstverständlich glücklicher sein müssen als wir selber. „Der ist aber erfolgreicher als ich! Die haben eine tolle Beziehung, das gibt es bei meiner Frau und mir nicht mehr!“ Wir vergleichen unser Leben mit dem der anderen. Immer wieder, wenn wir mit Menschen zusammenkommen. Psychologen finden das wichtig, um Beziehungen zu stärken, aber auch, um im Leben voranzukommen. Ich sehe das genauso. Wir brauchen diese Vergleiche durchaus, um nicht zu stagnieren. Nur, durch unsere schnelllebige Zeit und Social Media, in denen es oft kein reales Leben gibt, sondern nur das vermeintlich perfekte Leben, kommen wir immer wieder in die große Versuchung, über einen gesunden Vergleich hinaus zu gehen. Wenn wir uns mit jemandem vergleichen, von dem wir etwas lernen können, ist das sehr konstruktiv. Wenn wir uns aber mit einem Apfel vergleichen, obwohl wir eine Birne sind, kann das schnell große Selbstzweifel auslösen. Wenn wir Menschen beneiden, die viel reisen, sich die Welt erobern, die aber viele soziale Normen eines „üblichen Lebens“ nicht erfüllen, ist das in Ordnung, wenn wir auch Sehnsucht dazu haben und unser Leben dahingehend verändern möchten. Wenn wir aber von Grund auf ein Mensch sind, der immer an gleiche Reiseziele fliegt oder fährt und sich gerne im selben Restaurant mit denselben Menschen trifft, geht dieser Vergleich wider unsere Persönlichkeit. Wir haben alle unsere Tendenzen, die natürlich veränderbar sind. Das kostet jedoch enorme Energie, und viele Menschen sind frustriert, wenn sie es nicht schaffen. Gehen Sie daher in kleinen Schritten vor. Wenn Sie zum Beispiel mehr reisen wollen und Sie sind der Typ „immer alles gleich“, dann wählen Sie einfach einmal ein neues Reiseziel und vereinbaren mit Ihrem Partner, dass Sie ab jetzt gerne jedes zweite Jahr woanders hinfliegen wollen oder bei jedem dritten Treffen ein neues Lokal testen wollen. Sie werden immer noch kein weltenbummelnder Apfel sein, aber zumindest eine saftigere Birne.

Wenn Sie diese Tipps befolgen, können Sie Ihr Denken und Unterbewusstsein positiver gestalten.

Was hat das alles mit Ihren Wünschen, Zielen und Einflüssen zu tun?

Wenn wir neue Welten erkunden, also einem Wunsch nachgehen und Ziele dafür formulieren, bewegen wir uns außerhalb unserer bekannten Zone. Wir kennen die Situation, die wir anstreben, noch gar nicht, wollen aber dort schon sein. So leicht geht das aber mit dem Mind-Set und dem Unterbewusstsein nicht. Neues ist ja in unseren Instinkten gefährlich und birgt Ängste. Um das Gefühl geringer zu halten, sage ich meinen Klienten immer, Sie sollten ins Unterbewusste und ins Mind-Set einzahlen und somit Zeit investieren.

Erinnern wir uns an das Beispiel des Firmeninhabers, der nur acht Monate im Jahr arbeiten und die restliche Zeit in andere Dinge investieren wollte. Wenn jemand zwölf Monate pro Woche 70 Stunden arbeitet, ist dieses Ziel für diesen Menschen sehr, sehr weit weg. Alles in ihm wird sich sofort sagen „Achtung, Vorsicht, ja, geht das überhaupt?“ Die neue, gewünschte Welt ist so ganz anders als das bisher bekannte (Arbeits-) Leben.

Wie können Sie diese neue Welt jetzt an sich heranrücken? Als erstes auf jeden Fall mit Ihren Gedanken. Ihr Unterbewusstsein weiß ja nicht, ob Sie die neue Welt in der Realität neu entdecken, oder ob Sie nur darüber nachdenken. Bevor Sie also die neue Welt erkunden und losstarten, nehmen Sie sich Zeit und stellen Sie sich die neue Situation, also das Ziel, mit all den Emotionen und Situationen vor. Im Falle meines Klienten war der Auftrag, sich tagtäglich vorzustellen, was er mit seiner neuen, freien Zeit macht. Wie sich das Aufstehen in der Früh anfühlt, wenn er keinen Termin hat. Wie er seine Projekte neu aufsetzt, und wie er im Unternehmen mit den Menschen umgeht. Wie er sie behandelt und welche Aufgaben er verteilt. Umso genauer Sie darüber nachdenken, desto besser ist das für Ihren Mind-Set. Wir nennen das in der Beratung auch Szenarien. Sie dürfen sich aber nur die eine Situation überlegen, das dafür aber stundenlang. Schreiben Sie Ihre Erkenntnisse und Gedanken nieder. Das ist bei der Umsetzung extrem hilfreich. Durch das Durchspielen in Gedanken können Sie auch erkennen, was schief gehen könnte. Durch das Einbinden der diversen Einflussfaktoren erkennen Sie auch sehr rasch, wer Ihnen weiterhelfen kann. Durchspielen von Situationen haben Sie sicher schon im Alltag gemacht, um Dinge greifbarer zu machen. Mit Ihrem Ziel geht das genau so. Wenn Sie es durchspielen, rückt es meterweit näher, und Sie spüren sehr bald – DER WEG IST RICHTIG. So bekommen Sie die notwendige Selbstbestätigung. Das ist wichtig, um neue Wege zu meistern, weil oft noch Hürden  kommen, mit denen man nicht gerechnet hat. Durch die Bestätigung in uns selber wird es aber leichter, diese zu meistern.

Wenn Sie Ihr Ziel besser erreichen wollen, dann stellen Sie sich Ihr Ziel oder Ihren Wunsch real vor. Jedes Detail und die hier erwähnten Punkte und Tipps unterstützen Sie dabei, Ihre Selbstzweifel zu minimieren. Und vergessen Sie niemals: Unsere Gedanken formen unser Leben!

Über Anke van Beekhuis

Anke van Beekhuis, Geschlechterausgewogenes Management, Organisationsberaterin, Coach, Vortragende, Autorin, Strukturberatung, Strategieentwicklung, Führungskräfteentwicklung, Change Management
Anke van Beekhuis ist Expertin für Ziele, Strategie, Veränderung und Entwicklung sowie Geschlechterausgewogenes Management (Bild: © Anke van Beekhuis)

Anke van Beekhuis, gebürtige Salzburgerin, ist seit 2005 als Beraterin, Coach und Keynote Speakerin mit TheRedHouse selbstständig tätig. Zu ihren Kernkompetenzen gehören: systemische Organisationsberatung, Führungskräfteentwicklung, Persönlichkeitsentwicklung & geschlechterausgewogenes Management. Sie begleitet Unternehmen bei der Organisationsstruktur, Strategie- und Führungskräfteentwicklung und in Changeprozessen. Über tausend Führungskräfte und Vorstände haben von ihrem Fachwissen in Form von Vorträgen, Beratung, Workshops, Lehrgängen, Diskussionsrunden und Coaching profitiert.

Anke van Beekhuis arbeitet mit Klein- und Großgruppen und ist für ihre umsetzungsstarke, lösungsorientierte und unternehmerische Vorgehensweise bekannt. Sie ist zudem eine beliebte Interviewpartnerin zahlreicher Medien.

Mehr über Anke van Beekhuis erfahren Sie auf ihrem AGITANO-Expertenprofil. Besuchen Sie auch ihre Website: www.ankevanbeekhuis.at.

Christoph Schroeder

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