Wirtschaft

Ratingagentur S&P droht USA Abstufung der Bonität an

Die Rating-Agentur Standard & Poor’s hat sich dem US-amerikanischem Staatsdefizit angenommen und Washington eine Warnung ausgesprochen. Der Ausblick auf die Bewertung der Bonität (derzeit Bestnote AAA) wurde von „stabil“ auf „negativ“ geändert. Zur Begründung heißt es, dass sich die Politiker in Washington nicht auf einen Kurs zur Reduzierung der weltgrößten Staatsschulden einigen können. „Wie diese reduziert werden sollen, ist uns nicht klar.“ Weiter heißt es: „Wir glauben, es gibt ein grundlegendes Risiko, dass die US-Politiker keine Einigung darüber erzielen werden, wie sie die mittel- und langfristigen finanziellen Herausforderungen bis 2013 angehen sollen.“ Die Wahrscheinlichkeit einer Abstufung binnen zwei Jahren liege bei mindestens 33 Prozent. Die Ratingagentur Moody’s kritisierte ebenfalls, dass die USA eine der wenigen großen Volkswirtschaften seien, die noch keinen Kurs zur Senkung des Defizits vorgelegt hätten. Washington kritisierte den Schritt und sprach von einer „politischen Entscheidung“ der Ratingagentur, die man zurückweise. Die Gesamtverschuldung der USA liegt über alle Sektoren hinweg bei knapp über 140 Billionen Dollar. Die Summe aller im Inland hergestellten Güter und Dienstleistungen, das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP), rangiert bei 14,8 Billionen Dollar, knapp ein Zehntel der Gesamtverschuldung. Die Staatsverschuldung hat jüngst 14,3 Billionen Dollar überschritten, was 96,6 Prozent des BIP entspricht. Das Defizit des laufenden Haushalts liegt mit aktuell 1,5 Billionen Dollar bei nahezu 10 Prozent des BIP.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.